Forum:	Dokumentarisches
Téma:	Täuschen (ohne Tarnen) ;-)
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Thorsten:
Moin,
ich habe hier mal zwei ältere Bilder rausgekramt, die ggf. interessant sein könnten...
Thema: &quot;Optische Täuschung&quot;
Bild 1 zeigt die Unterseite eines Hainbuchen-Blatts ins schräge Gegenlicht gehalten und dann fotografiert.
Es ist die UNTERSEITE, d.h. die dickeren Adern stehen vor (!) - ja tatsächlich! :-) - Es bedarf evtl. ein wenig Mühe und &quot;Einsehen&quot; bis man das Gehirn dazu gezwungen hat, das auch zu verarbeiten. Die Zwischenräume der großen Adern sind mitnichten vorgewölbt... viel Spaß beim &quot;Starren&quot;... :-) 
Bild 2 zeigt ein &quot;Doppelbild&quot;: Oben das Original einer Fährte (vermutlich Waschbär) wie ich es abgelichtet habe (senkrecht von oben), unten... die Trennlinie genau in der Mitte ist nicht ersichtlich... das Bild um 180° gedreht...
Was man oben und unten sieht ist dasselbe - natürlich eine in den weichen Gewässeruferboden eingedrückte Fährte, aber SEHEN wir es auch in beiden Fällen?
Die obere Hälfte SO zu sehen, wie es eigentlich war gelingt mir fast nie... das ist echt eine ganz kniffelige Angelegenheit...
Man sieht im Foto was man sehen soll, was man sehen will - Realität ist manchmal etwas anderes... (dieses jetzt bitte nicht zu sehr verallgemeinern... ;-) )
Viel Spaß dabei, hoffe es gefällt - ist interessant - und grüße,
Thorsten

ConradB:
Hallo Thorsten,
echt verblüffend was Du uns hier zeigst.
Ich habe grade mal mein Notebook gedreht, und es stimmt was Du schreibst. *g*
Echt klasse.
Gruß
Conrad

der_kex:
Hallo Thorsten,
da hast du ein optisches Täuschungs-Phänomen aufgegriffen, das bei den Regeln der
Illustration schon seit jeher als wichtigste Grundregel berücksichtigt wird:
- Das Gehirn muss ja auf seine natürliche Erfahrung zurückgreifen und in der Natur haben
wir da folgende wichtige Erfahrung in 95% aller Fälle:
Regel:
Die natürliche Lichtquelle (Sonnenlicht) kommt immer von oben (von rechts oder links oben).
Plastisches Sehen hängt damit unmittelbar zusammen.
a) Bei einer erhabenen Form ist daher an der unteren Seite eine dunkle kante, an der von der Lichtquelle abgewandten Seite ebenso eine dunkle, oben eine helle Kante und an der der Sonne zugewandten Seite ebenso eine helle Kante.
b) Bei einer vertieften Form ist daher an der unteren Seite eine helle Kante, an der von der Lichtquelle abgewandten inneren Seite(andere Seite als bei der erhabenen Form) ebenso eine dunkle, oben eine dunkle Kante und an der innen liegenden der Sonne zugewandten Seite ebenso eine helle Kante (andere Seite als bei der erhabenen Form).
Also genau anders herum. Das ist unser Gehirn also gewohnt vorzufinden.
Ist eine Abbildung derart gedreht, dass die Lichtquelle von unten kommt, fällt es uns daher schwer
das Ganze umgedreht wahrzunehmen und wir nehmen erhabene Formen vertieft wahr und umgekehrt.
Wir können das Gehirn auch nicht zwingen diese Regel außer Kraft zu setzen - selbst wenn wir uns noch so sehr bewusst machen würden, dass die Lichtquelle von unten kommt. Daher wird es kaum gelingen die obere Abbildung der Tierspuren vertieft wahrzunehmen. Vielleicht schafft es der ein oder andere bei allergrößter Anstrengung ... bei mir klappt das nicht wirklich.
Deshalb gibt es in der Illustration auch die Grundregel, dass man bei einer plastischen Zeichnung konsequent die Lichtquelle links oben annimmt (45°) und von hinter dem Beschauer her kommend (unter 45° Neigungswinkel). Schattiert man beim Zeichnen konsequent seine plastischen Körper nach dieser Grundregel, dann entsteht eine maximal plastisch wirkende Illusion auf dem Papier.
Interessantes Thema und tolle Beweisfotos!
Übrigens fällt es mir beim oberen Blatt leichter, wenn ich weiß, dass ich von unten her auf das Blatt
schaue und daher die vom Licht aufgehellte Seite der Wölbungen links sein müssen. Dann sehe ich die Rippen tatsächlich als nach vorne stehend und die Flächen als konkav gewölbt. Es fällt mir jedenfalls leichter umzudenken als bei den Tierspuren.
LG Christian

Severus:
Hallo Thorsten,
tolle Fotos. Ich muss zugeben, dass ich kläglich gescheitert bin :)

Foddo:
Hallo Thorsten,

Ist ja abgefahren.

Ich muß gestehen, Der Mensch ist ganz schön doof.

Gruß
Rolf

ULiULi:
Hallo Thorsten,

wirklich erstaunlich, dass man solche Effekte auch mit - abgesehen von der Drehung - unbearbeiteten
Fotos hinbekommt. Gezeichnete optische Täuschungen à la Escher kannte ich ja schon, aber das ist
für mich neu. Ich bekomme es weder beim Blatt, noch bei der Fährte hin, dass es umspringt, es sei
denn ich mache einen Kopfstand vor dem Monitor :laugh3: 

Wo wir schon beim Thema optische Täuschung sind. Kennst Du Akiyoshi's illusion pages?
Aber ich muss Dich warnen. Surf erst hin, wenn du sonst nichts mehr vor hast ...

Gruß / ULi

SilkeP.:
Boah, das ist ja interessant..... danke Dir und Christian für Bilder sowie Erklärungen.... 

Ich kriegs nicht mal beim oberen Bild hin....

@Uli: Dein Link führt aber nur auf ein Kommentarfenster hier, ist das die Illusion? ;)

Catweazle XX:
Hallo Thorsten,
krass!
Wie leicht man sich täuschen läßt!
Vorallem das mit den Pfotenabdrücken ist genial!
Viele Grüße
Micha

ULiULi:
Ähem - war wohl noch nicht ganz wach:peinlich: 
Ist gefixt.
ULi

Reinold:
Hallo Thorsten,
ja wir lassen uns gerne täuschen, das ist ja 
auch bei den &quot;Zaubereien&quot; der &quot;Magier&quot; der Fall.
Wenn ich bei den Pfotenabdrücken oben zuerst diedunklen 
Kanten mit den Augen erfasse, dann ist der Abdruck vertieft,
aber ich glaube dass das Auge sich automatisch am Licht orientiert 
und so die Abdrücke erhaben sieht, ändere ich bewusst diese Sichtweise
kann ich je nachdem hin und her switchen.
Gruss reinold

Thorsten:
Hallo (verspätet),
und danke für die Anmerkungen und Kommentare! :-) 
Schön, dass es Euch verblüfft, gefällt und ebenso ergeht.
@Christian
Danke für die ein&quot;leuchtenden&quot; Erklärungen! Ganz so ist es aber nicht, denn im Bild mit dem Hainbuchenblatt kommt das Sonnenlicht von oben. Egal, ob die dicken Blattadern vorstehen bzw. vertieft sind oder die Zwischenräume nach vorne oder hinten gewölbt sind, der Schatten fällt nach unten.
Ich bin mir sicher (wie man sich auch drehen oder wenden würde), wenn man beide Szenen draußen sieht, es wäre nicht möglich diese Illusion wahrnehmen zu können. Der Grund mag sein: Fotos sind 2D, draußen sieht (oder zumindest fühlt) man 3D. 
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Mir ist gerade noch ein altes Bild in die Hände gefallen, das hier zum Thema passt. Ich hänge es mal rein.
Es ist eine Drüsenblättrige Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus) vor 5 Jahren in Ungarn.
Bewegt mal Eure Augen über das Bild und sagt mir, ob ihr auch das &quot;Pulsieren&quot; der großen, zentralen Blüte wahrnehmt. Mir geht es jedenfalls so und allzu lange kann ich auf das Bild nicht gucken, ohne dass ich ganz &quot;irre&quot; werde und wegschauen muss... :-) 
Grüße, Thorsten
