Telekonverter

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Werner Buschmann
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Beitragvon Werner Buschmann » Di Mär 21, 2017 17:36

Hallo Kurt,

ok, jetzt geht es mir schon besser.

:)

Und ich gebe Dir Recht, das, was für die Fern- und Nahfotografie gilt, gilt nicht zwingend
für den Bereich der Makrofotografie, insofern kann man auch nicht einfach die empirischen Regeln übertragen.
Ein Dank an alle aktiven Besprecher im Forum und eine ernsthafte Erinnerung
an diejenigen, die schon etwas länger die Bildbesprechungen aufschieben.


________________
Liebe Grüße Werner
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Beitragvon Guppy » Mi Mär 22, 2017 15:47

Hallo

Messungen mit der Nikon D810, Rodenstock APO-Rodagon N 50mm, 1:2.8, Zwischenringen und Nikon 2X Telekonverter TC200 haben folgendes ergeben.

Bei einem Abbildungsmassstab von 2:1 zeigt das Objektiv mit Zwischenringen bei Blende 5.6 die höchste Auflösung, sie beträgt 200 LP/mm, dies bei einem freien Arbeitsabstand von 60mm.
Rechnerisch besitzt die Blendenöffnung einen Durchmesser von, Brennweite durch Blende, also 50mm / 5.6 = 8.9mm.
(Da das 50mm Objektiv mit Zwischenringen verwendet wird, stimmt die berechnete Brennweite und der davon abhängige Durchmesser der Blende nicht,
der falsche Wert kann aber für die weiteren Berechnungen verwendet werden, wenn immer gleichfalsch berechnet wird und es vereinfacht die hier gemachte Aussage).

Verwendet man zusätzlich den 2x Telekonverter reduziert sich die Bildbreite und -höhe auf die Hälfte, somit doppelter Abbildungsmassstab und das Bild ist um 2 Blenden dunkler.
In meinem Falle erhöhte ich den Lichtverlust durch eine um 2 Blenden hellere Beleuchtung.
Die gemessene Auflösung bei 4:1 beträgt 200 LP/mm!
Die am Objektiv eingestellte Blende wurde nicht verändert, sie steht immer noch auf 5.6.
Der freie Arbeitsabstand beträgt immer noch 60mm.
Die Schärfentiefe hat sich nicht sichtbar verändert.
Da aber die Brennweite von 50mm mit dem Konverter verdoppelt wurde also nun 100mm beträgt und der Durchmesser der Blende immer noch 8.9mm beträgt,
errechnet sich eine Blende von: 100mm / 8.9 = 11.2. Also hat sich durch den 2X Konverter die Blende um zwei volle Blendenstufen von 5.6 auf 11 verändert.

Kompensiert man nun bei Verwendung eines 2X Telekonverters den Lichtverlust, indem man die Blende um 2 volle Blendenwerte öffnet,
in unserem Falle auf 2.8 steigt der Durchmesser der Blendenöffnung auf, 100mm / 2.8 = 35.7mm.
Durch den grösseren Blendendurchmesser wird das Bild nicht nur heller, sondern die Schärfentiefe sinkt und die gemessene Auflösung steigt auf 360 LP/mm.

Hieraus wird ersichtlich, dass bei Verwendung eines Telekonverters der die Brennweite erhöht,
erst eine geringere Schärfentiefe und höhere Auflösung resultiert, wenn die Blende entsprechend stärker geöffnet wird und somit der Lichtverlust mit dem öffnen der Blende kompensiert wird.

Der Telekonverter verändert also die Schärfentiefe nicht und erhöht auch die Auflösung nicht direkt.
Erst durch das entsprechende Öffnen der Blende mindert sich die Schärfentiefe und die Auflösung steigert sich!

Was nun für mich der entscheidende Unterschied ist:
Wenn ich mit dem Objektiv und Zwischenringen (also ohne Konverter) bei 4:1 Fotografiere, ist die am höchsten Auflösende Blende die Blende 4.0,
so erhalte ich ebenfalls eine Auflösung von 360 LP/mm, jedoch beträgt der freie Arbeitsabstand dabei 45 mm.
Verwende ich den Teleconverter ist die Auflösung ebenfalls bei 360 LP/mm, aber der freie Arbeitsabstand beträgt 60mm, also eine Erhöhung des freien Arbeitsabstandes um etwa 30%.

In der vergrössernden Auflicht Makrofotografie bietet dies mehr Freiheit in der Beleuchtung und je nach Objekt, eine steilere und bessere Beleuchtung.

Diese Erkenntnisse treffen sich mit der Art, wie in der Mikroskopie die Auflösung berechnet wird:
Ist der freie Arbeitsabstand so eingestellt, dass die Abbildung scharf ist, dann ist die Apertur das Produkt des Sinus des halben objektseitigen Öffnungswinkels
und dem Brechungsindex des Materiales zwischen Objekt und Objektiv.
Da Luft den Brechungsindex 1 besitzt können wir ihn für unsere Berechnung weg lassen und vereinfacht sagen:
Die Apertur ist der Sinus des halben Öffnungswinkels.
Der objektseitige Öffnungswinkel und der Frontlinsendurchmesser bilden ein gleichschenkliges Dreieck.
In Excel lautet die Formel für den Sinus:
=SIN(Winkel* PI()/180) bei einem Winkel von 30° ergibt sich die Formel:
=SIN(30*PI()/180) dies ergibt, 0.5.
Für den halben Winkel, also 15° gilt:
=SIN(15*PI()/180) dies ergibt, 0.25882.
Beträgt der Öffnungswinkel eines Objektivs 30°, besitzt es eine Apertur von 0.25882.
Die Auflösung errechnet sich ebenfalls über die Apertur:
LP/mm = 1 / (Lichtwellenlänge / (2 x NA))
Bei einer Apertur von 0.25882 und einer Lichtwellenlänge von 0.00055mm beträgt sie:
1 / (0,00055 / (2 x 0.25882)) = 941 LP/mm.

Die Apertur lässt sich in einen Blendenwert umrechnen 1 / (Apertur + Apertur).
Für die Apertur von 0.25882 ergibt sich eine Blende von 1.9.

Um eine vergleichbare Abbildungsleistung zu erhalten muss bei einem höheren freien Arbeitsabstand der wirksame Linsendurchmesser entsprechend grösser sein.
Verwendet man dazu ein Fotoobjektiv mit veränderbarer Blende, kann mit einem Telekonverter steiler beleuchtet werden.
Dies aber nur deshalb, weil der Durchmesser des abschattenden Objektives sich durch die Veränderung der Blende nicht ändert.
Werden für Auflicht, Mikroskop Objektive mit fester Blende verwendet, wird bei gleicher Auflösung des Objektives, die Beleuchtungsmöglichkeit bei Objektiven mit höherem Arbeitsabstand nicht besser,
da der Linsendurchmesser (Objektivdurchmesser) grösser wird und somit der höhere freie Arbeitsabstand für die Beleuchtung nicht zur Wirkung kommen kann.
Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn ein Mikroskop Objektiv mit kurzem freien Arbeitsabstand eine "sinnlos" dickwandige Fassung besitzt,
die weit über den Linsendurchmesser geht und somit "sinnlos" abschattet.

Der eigentliche Sinn und Gewinn dieses Themas ist nicht alleine die Erkenntnis, dass mit einem Telekonverter in der vergrössernden Fotografie unter bestimmten Umständen besser beleuchtet werden kann,
sondern dass ich dadurch die Zusammenhänge bedingt durch die Verwendung eines Telekonverters nun klarer verstehe.

Wie ich am Anfang des Themas erwähnt habe, masse ich mir nicht an, hier unumstössliches optisches Wissen mitzuteilen, sondern ich stelle zur Diskussion.
Hinweise auf andere Beiträge und Literatur sind oft nicht dienlich, da sie sich nicht genau, auf das hier erwähnte beziehen.
Ich bin dankbar für Ergänzungen und Richtigstellungen.

Ich werde je nach folgenden Beiträgen, demnächst die von mir gemachten Äusserungen und Behauptungen im ersten Beitrag dieses Themas richtig stellen und präzisieren.

Kurt
Zuletzt geändert von Guppy am Mi Mär 22, 2017 15:51, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitragvon Guppy » So Apr 02, 2017 11:42

Hallo

Wer hat nun Recht? Verlängert nun ein Telekonverter die Brennweite oder nicht?
Wenn ich wie erwähnt den Telekonverter in der vergrössernden Fotografie einsetze, dann wird die Brennweite nicht vergrössert, sondern es ist eine Ausschnitt Vergrösserung.
Fotografiert jemand auf unendlich, dann ist es eine Brennweitenverlängerung.
Bei näherem Fokus reduziert sich aber die Brennweite sehr schnell.
So haben beide Lager unter bestimmten und unterschiedlichen Voraussetzung recht, aber nicht generell.
Meine jetzt hier gemachte Äusserung bezieht sich auf einen professionellen Fotografen, der an einer Schule Fotografie lehrt und ursprünglich Physiker ist.
Er hat die Kombination mit einem Optik-Rechner bei unterschiedlichen Distanzen berechnet.
- 2 x Telekonverter verdoppeln die Brennweite wenn das Objektiv auf unendlich steht.
- Bei Fokussierung auf kleine Distanz nimmt auch die Brennweite ab.
- Der Abbildungsmassstab bleibt jedoch um eine konstanten Faktor vergrössert.

Seine Ergebnisse findet man betätigt im Buch "Science for the Curious Photographer: An Introduction to the Science of Photography" von Charles S. Johnson, Jr..

Im Bereich der makro- und vergrössernden Fotografie, kann nach diesen Erläuterungen, somit nicht von einer nennenswerten Brennweitenverlängerung durch Telekonverter gesprochen werden.


Da ich von Optik zu wenig Ahnung habe, nehme ich diese Erklärung zur Kenntnis und rechne damit, dass ich praktische Vergleiche und Test's bei unterschiedlicher Fokusdistanz anstellen muss, damit ich weiss wie es sich tatsächlich verhält.

Messungen habe ich bei 2:1, bei einer Distanz von 7 Metern und 26 Metern angefertigt.
Dabei treten Probleme auf, wo ich mit der Definition einiger Einheiten konfrontiert werde.
Spricht man in der Fotografie von Schärfe ist nicht die physikalische Schärfe, sondern der fotografische Schärfeeindruck gemeint.
Als Fotografen die ein Bild erstellen, ist somit für uns der Schärfeeindruck massgebend.
Dieser setzt sich zusammen aus Auflösung und Kontrast. Es kann somit sein, dass ein Bild wohl höher aufgelöst ist, mit schwachem Kontrast aber einen geringeren Schärfeeindruck vermittelt, wie ein Bild mit geringerer Auflösung und höherem Kontrast.
Zur Auflösung die in Anzahl Linienpaare gemessen wird:
Bei der Messung der Auflösung mit unterschiedlich breiten Linien, gelten diese, meist 5 parallele Linien, deren Abstand entsprechend ihrer Breite ist, als aufgelöst, wenn der Helligkeitsunterschied von schwarzer Linie zu weissem Zwischenraum noch 10% des maximalen Helligkeitsunterschiedes (schwarz zu weiss) beträgt.
Diese 10% Kontrast ist eine übliche Grenze, welche die Auflösungsgrenze definiert.
Es gibt aber auch andere Definitionen, die dann zu anderen Ergebnissen führen, also alles etwas uneinheitlich.
Bewusst muss man sich sein, dass auf einer Fotografie kleinere Details zu sehen sind, wie es durch die Linien als Auflösungsgrenze definiert ist.
Beispiel:
Besitzt eine Kamera einen Pixelpitch von 4µm und es wird im Massstab 1:1 fotografiert, dann werden maximal Liniengruppen aufgelöst deren Linien und Zwischenraumbreite jeweils 4µm in ihrer Breite besitzen. Eine Pixelreihe ist schwarz, die daneben liegende ist weiss, dann folgt wieder eine schwarze Pixelreihe.
Sind in Realität die Linien schmaler und näher, in ihrer Breite/Abstand also kleiner wie 4µm, dann werden sie nicht mehr aufgelöst, da die schwarzen Linien mit den weissen Zwischenräumen verschwimmen und ein Grau resultiert.
In Wirklichkeit fotografieren wir selten Zebras mit einem sich wiederholenden schwarz / weiss Streifenmuster sondern eher einzeln stehende Linien.
Wir sind immer noch bei einem Abbildungsmassstab von 1:1 und einem Pixelpitch von 4µm. Eine schwarze Linie auf einem weissen Blatt, die eine Breite von 2µm besitzt, also bei 1:1 die halbe Breite des Pixelpitch besitzt, ist beim Fotografieren auf dem Bild sichtbar, indem eine Pixelreihe etwas dunkler ist.
Unter bestimmten Umständen bildet eine digitale Kamera somit auch Strukturen ab, die weit unter ihrem Auflösungsvermögen liegen, diese aber nicht mehr in ihrer Originalgrösse. Das ist Haarspalterei, doch es zeigt, dass das kleinste Detail, das wir auf einem Bild sehen, kleiner ist wie die Definition der Auflösungsgrenze.
Betrachtet man das Auflösungsvermögen eines Objektivs, das im Gegensatz zur Digitalkamera ein analoges Bauteil ist, dann wird sichtbar, dass ein Objektiv auch kleinere Details zeigen kann, wie die im Datenblatt genannte Auflösungsgrenze es vermuten lässt.
Da der Fotograf immer die Kombination von Objektiv und Kamera anwendet, ist für ihn das Auflösungsvermögen dieser Kombination massgebend.
Dies zeigt auch, dass weder das maximale Auflösungsvermögen der Kamera noch das der Optik mit dieser Kombination ermittelt werden kann, da beide Bauteile mit ihrer Grenzauflösung das Resultat gemeinsam beeinflussen.
Will man das maximale Auflösungsvermögen einer Optik nicht nur berechnen, sondern messen, dann muss das Messgerät (z.B. Kamera) ein Auflösungsvermögen besitzen, das ein Mehrfaches des Prüflings (Objektiv) besitzt.
Für einen Fotografen geht es aber immer darum, die Kombination von Objektiv mit Kamera auszumessen.
Dies bedeutet, dass sich ein genanntes Auflösungsvermögen, immer auf ein bestimmtes Objektiv an einer bestimmten Kamera bezieht und nicht verallgemeinert werden darf!

Diese haarspaltende Betrachtung hat in der digitalen Fotografie, mit der Möglichkeit, kleine Details und Kanten mit der Bildbearbeitung gezielt zu verstärken an Bedeutung gewonnen.

Aus dem Erwähnten wird auch klar, dass es dienlich ist, wenn eine Kamera höher auflöst, wie die Nennwerte der maximalen Auflösung des Objektives lauten.

Das Erwähnte erhält auch seine Bedeutung, wenn man betrachtet, ob nun ein Telekonverter ein Gewinn oder Verlust an Bildqualität bewirkt.

Unbestritten ist, dass die Bildqualität mit einem guten Konverter, nicht die Bildqualität erreicht, die eine echte, entsprechend höhere Brennweite bringen kann.
Jedoch bietet die digitale Bildbearbeitung Möglichkeiten, den Qualitätsverlust so zu mindern, dass der Bildeindruck nicht gross leidet.

Im weiteren werde ich hier im Thema berichten, wie sich der Einsatz mit Telekonverter bei unterschiedlichem Abbildungsmassstab und unterschiedlicher Fokusdistanz äussert.

Wie immer sind bestätigende und gegenteilige Meinungen, Testergebnisse und eigene Erfahrungen willkommen.
Bei Links auf andere Quellen, die sich diesem Thema annehmen, ist zu beachten, dass aus diesen ersichtlich sein sollte, auf welchen Abbildungsmassstab sie sich beziehen.

Kurt
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Beitragvon komet » So Apr 02, 2017 13:20

Hallo Kurt,

den größten Nachteil eines Telekonverters im Nahbereich sehe ich im Lichtstärkeverlust. Bei 1:1 würde aus der nominellen Offenblende 2,8 Deines Apo-Rodagon eine von effektiv 11. Dort fangen nach meinen Erfahrungen auch schon Beugungserscheinungen an, und abblenden ist kaum noch möglich.

Gruß, Martin
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Beitragvon Guppy » So Apr 02, 2017 14:31

Hallo Martin

Bei der Berechnung der Beugung ist der tatsächliche Blendendurchmesser zu berücksichtigen und nicht eine rechnerisch ermittelte Blende,
anhand einer Brennweite, die man nicht mit Sicherheit weiss.
Deshalb bewerte ich das Messen als realitätsnaher wie das Berechnen.

Für mich funktioniert in der Praxis eigentlich nur das Beispiel mit dem Rodagon am 2x Telekonverter bei einem Abbildungsmassstab von 4:1.
Hier muss die maximale Blende von 2.8 am Objektiv gewählt werden, damit die Auflösung ansteigt.
Andere Kombinationen haben bis jetzt bei vergrösserndem Abbildungsmassstab keinen Erfolg gebracht.
Klar ist, dass bei einem Mikroskop Objektiv mit fester Blende, keine Erhöhung der Auflösung eintritt.

Auf eine Distanz von 7 Meter mit 100mm Objektiv und Konverter, erhöht sich die Auflösung, der Kontrast sinkt
und der Schärfeeindruck bei unbearbeiteten Bildern sinkt ebenfalls.
Ein entsprechender Bildausschnitt des Bildes ohne Konverter, besitzt einen höheren Schärfeeindruck wie das Bild mit Konverter,
obwohl das Bild mit Konverter, bei näherer Betrachtung, mehr Details zeigt.

Kurt
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Beitragvon komet » So Apr 02, 2017 15:52

Hallo Kurt,

das heißt, Du bist bei 2:1 bei einer effektiven Blende von ungefähr 8, dann kommt der Konverter dazu, schluckt 2 Blendenstufen, also effektiv etwas über 16, aber Maßstab 4:1. Nominell am Objektiv 2,8, unabgeblendet.
Bei Abblendung würde Beugung anfangen.
Deiner Schilderung nach hat das Objektiv 2 Stufen abgeblendet die beste Leistung. in Kombination mit dem Konverter geht das aber nicht.
Also fotografierst Du bei Offenblende, nominell 2,8, die aber bei einem Vergrößerungsobjektiv wie dem Rodagon eher zum Einstellen ist als zum Verwenden.
Der Konverter verhindert die Nutzung des Objektivs bei seiner Arbeitsblende.

Ich habe ein Apo-Digitar 5,6/80mm von Rosenstock, das ich bei 1:1 einsetze. Die Blende ist dann effektiv 11. Wenn ich nur eine halbe Blende abblende, erhalte ich Beugungsunschärfen, habe viele Versuche gemacht, bis ich herausgefunden habe, daß Schneider empfiehlt, ab 1:1 und größer das Objektiv nur bei Offenblende zu verwenden.
Wenn ich jetzt noch den Konverter dazwischen setzen würde, hätte ich eine relativ unattraktive effektive Blende 22.

Gruß, Martin
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Beitragvon Guppy » So Apr 02, 2017 16:37

Hallo Martin
Die Einstellblende 2.8 des Rodagon ergibt mit einem 2x Konverter eine höhere Auflösung,
man beachte, dass ich nie von einer besseren Abbildungsleistung gesprochen habe.
Wie erwähnt wirkt ein unbearbeiteter Bildauschnitt ohne Konverter schärfer und klarer.

Interessant ist, dass sich das Bild mit Konverter bei 4:1 abdunkelt, sich aber, wenn die Blende am Rodagon nicht verändert wird,
die rein optische Schärfentiefe und die Auflösung des Objektes nicht verändert,
denn der objektseitige Öffnungswinkel verändert sich nicht = gleiche Apertur = gleiche Auflösung!
Dies obwohl sich nach deiner Aussage, die wirksame Blende verändern sollte.

Kurt
Zuletzt geändert von Guppy am So Apr 02, 2017 17:54, insgesamt 7-mal geändert.
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Beitragvon komet » So Apr 02, 2017 20:48

Hallo Kurt,
daß das Bild ohne Konverter, aber auf nominell 5,6 abgeblendet, schärfer und klarer aussieht, wundert mich nicht. Die effektive Blende ist die gleiche wie mit Konverter, aber nicht abgeblendet.
Daß die Offenblende + Konverter eine höhere Auflösung hat, erstaunt mich.
Gruß, Martin
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Beitragvon Guppy » So Apr 02, 2017 21:57

Hallo Martin
Die offenere Blende bei gleichem freien Arbeitsabstand ergibt einen grösseren objektseitigen Öffnungswinkel,
was einer höheren Apertur und somit höherer Auflösung entspricht.
Rechenweise nach Mikroskopisch-Optischer Art.
http://www.mikroskopie.de/kurse/apertur.htm

Blendenzahl = 1 / ( 2 x NA )
NA = 1 / ( 2 x Blendenzahl)

Auflösung (LP/mm) = 1 / (Lichtwellenlänge (mm) / (2 x NA))

Kurt
Zuletzt geändert von Guppy am So Apr 02, 2017 22:39, insgesamt 4-mal geändert.
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Beitragvon Guppy » Di Apr 18, 2017 17:30

Hallo

Hier nun ein Vergleich mit und ohne Nikon 2 X Teleconverter TC 200, mit einem AF MICRO NIKKOR 105mm 1:1.8 D, an einer Nikon D810 (Vollformat).

Dies im Bereich der Makro-Fotografie, bei einem Abbildungsmassstab von 1:4 (Bildbreite 15cm) und mit 2 x Telekonverter bei Abbildungsmassstab von 1:2 (Bildbreite 7.5cm).
Der freie Arbeitsabstand von Frontlinse zu Objekt verändert sich durch den Konverter nicht und betrug immer etwa 45cm.
Ein Setup, so wie es hier häufig angewendet wird.

Ohne Konverter bei 1:4 beträgt die Auflösung des Objektes 20LP/mm,
mit 2 x Konverter bei 1:2, sind es 40LP/mm.

Es hat sich gezeigt, dass ohne Konverter die Auflösung bei Blende 8 und 5.6 saubere 20LP/mm beträgt. Mit dem 2 x Konverter und am Objektiv eingestellter Blende von, 8.0, 5.6, 4.0 und 2.8 wurde eine Auflösung von 40LP/mm erreicht. Der beste Kontrast und die beste Klarheit war bei den Blenden 5.6 und 4.0. Bei Blende 2.8 zeigte sich auch in der Bildmitte leichte Farbränder durch chromatische Aberration.
Allgemein war der Kontrast und die Klarheit mit Konverter etwas schwächer.
Meine Messungen sagen nichts über das Verhalten im Bereich des Bildrandes aus.

Hier zur Dokumentation die Bilder. Zuerst das unbeschnittene Bild, danach ein Ausschnitt aus dem Original mit einer Breite von 1200 Pixeln (ein Pixel des Kamerabildes entspricht einem Pixel auf dem Monitor).

Unbeschnittenes Bild ohne Konverter, Blende 8.
1_BL8_OhneKonverter.JPG (144.44 KiB) 126 mal betrachtet
1_BL8_OhneKonverter.JPG


Ausschnitt des Bildes ohne Konverter, Blende 8.
2_BL8_OhneKonverter_Ausschnitt.jpg (131.1 KiB) 126 mal betrachtet
2_BL8_OhneKonverter_Ausschnitt.jpg


Unbeschnittenes Bild mit Konverter, Blende 5.6..
3_BL5p6_mitKonverter.JPG (144.04 KiB) 126 mal betrachtet
3_BL5p6_mitKonverter.JPG


Ausschnitt des Bildes mit Konverter, Blende 5.6.
4_BL5p6_mitKonverte_Ausschnittr.JPG (210.56 KiB) 126 mal betrachtet
4_BL5p6_mitKonverte_Ausschnittr.JPG


Es zeigt sich klar, dass ein Konverter in diesem Bereich des Abbildungsmassstabes (1:4 auf 1:2), keine leere Vergrösserung macht,
sondern entsprechend dem Faktor des Konverters den Bildausschnitt verkleinert (das Objekt vergrössert)
und ebenfalls entsprechend dem Faktor des Konverters die Auflösung des Objektes erhöht.


Vergleiche betreffend der Schärfentiefe, habe ich nicht gemacht.
Mit dem 2 x Konverter bleibt der freie Arbeitsabstand gleich, erhöht sich also nicht so, wie wenn ein Objektiv mit doppelter Brennweite verwendet wird.

Ob nun ein Telekonverter optisch korrekt, die Brennweite tatsächlich erhöht lässt sich generell nicht sagen.
Verwendet man den 2 x Telekonverter im vergrössernden Bereich, ändert sich bei gleich eingestellter Blende am Objektiv,
weder die Auflösung noch die optische Schärfentiefe. Wird die Blende geöffnet, erhöht sich die Auflösung.
Dieses Verhalten deutet auf eine Brennweitenverlängerung hin, sofern die Blende entsprechend geöffnet wird.

Verwendet man den 2 x Telekonverter auf grössere Distanz, erhöht sich die Auflösung und die Schärfentiefe wird geringer aber nicht entsprechend dem Faktor des Telekonverters.

Verwendet man den 2 x Telekonverter in der Makrofotografie im Bereich eines verkleinernden Massstabes (1:4 zu 1:2), verdoppelt sich die Auflösung.
Entsprechen muss aber auch die Blende geöffnet werden, denn das gehört zur Brennweitenverlängerung dazu. Dies kompensiert dann auch den Lichtverlust.
Diese Erkenntnis ist somit für die Makro-Fotografie eine gute Nachricht.

Dies zeigt somit klar, dass allgemein gültige Aussagen nur "allgemein gültige Aussagen" sind und sie im konkreten Fall nur bedingt zutreffen.

Kurt
Zuletzt geändert von Guppy am Di Apr 18, 2017 17:32, insgesamt 1-mal geändert.
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