Telekonverter

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Beitragvon komet » So Mär 19, 2017 12:35

Hallo Kurt,

Deine Thesen zum Telekonverter in deinem Eröffnungsbeitrag widersprechen denen, die sonst in allen Lehrbüchern stehen. Sind das nur Deine persönlichen Erkenntnisse, oder kann man das auch irgendwo nachlesen?
Weiter oben schreibst Du, es ginge hier um Micro und Macrofotografie. Dafür würde ich selbst nie einen Telekonverter einsetzen, weil ich dann bei 1:1 schon bei Offenblende auf sehr kleine effektive Blenden komme, die schon Beugungsunschärfen erzeugen können.
Aber aus einem 2,8 300 ein 5,6 600 machen, das finde ich sinnvoll.

Gruß, Martin
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Beitragvon Guppy » So Mär 19, 2017 13:30

Hallo Martin
Genau so ist es, ich mache darauf aufmerksam, dass nach meinen Messungen, also nicht Thesen,
die Verwendung von Telekonvertern bei der vergrössernden Fotografie keinen Sinn macht.

Betreffend KOMPENDIUM ist mir gestern Abend ein Fehler aufgefallen.

Seite 53 im grau hinterlegten Bereich im 3. Absatz, 3. Zeile:
"... wird jedoch die Verschlusszeit um 1/2 LW auf ca. 1/90 Sek. verkürzt und......"
Die Verschlusszeit von 1/90 Sek. bezieht sich auf die vorher erwähnte Verschlusszeit von 1/125 und somit ist 1/90 Sek. NICHT eine Verkürzung sondern eine Verlängerung
und somit ist die Zeitangabe falsch, es sollte heissen:
"... wird jedoch die Verschlusszeit um 1/2 LW auf ca. 1/190 Sek. verkürzt und......"

Dies nur als Beispiel, die Autoren und das Buch sind deshalb nicht schlecht, sondern solche Fehler sind normal.
Ich schätze das Buch sehr, denn es enthält viele wertvolle Informationen.

Bücher, Lehrbücher und so auch Landkarten dienen als Orientierungshilfe, sie geben Hinweise.
Die Theorie in die Praxis umsetzen, prüfen, erleben, oder hingehen muss man selber.

Kurt
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Beitragvon komet » So Mär 19, 2017 14:27

Hallo Kurt,

ich glaube, daß das eher ein Schreibfehler ist und eigentlich bloß die 1 vergessen wurde. Aber selbst wenn nicht, würde ich nicht daraus folgern, daß alle Inhalte zweifelhaft sind. Ich glaube auch nicht, daß Nikon ein zweifelhaftes Buch abgesegnet hätte.
Ich dachte früher, man könne aus einem 50/1,4 mit einem 2fach-Konverter ein 100/2,8 machen. Daß der Konverter aber nur 2 überträgt und daraus ein 100/4 wird, habe ich aus dem Buch gelernt.
Du schreibst von einer Steigerung der Auflösung um 30%, nicht im Macrobereich, sondern Entfernung 8m.
Das wäre doch der Traum jedes Fotografen und würde den Konverterumsatz boomen lassen.


Gruß, Martin
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Beitragvon Guppy » So Mär 19, 2017 14:55

Hallo Martin
" bloß die 1 vergessen".
An dieser Stelle bedeutet das "1" volle 100, eine halb so lange Belichtungszeit
und die Korrektur geht in die falsche Richtung und das in einem Fachbuch.

Ich habe nie geäussert, dass ich alle Inhalte als zweifelhaft bezeichne!
Sondern ich erwähnte, dass es oft, auch in Fachbüchern Fehler gibt und man deshalb nicht alles unkritisch glauben sollte.
Ein 1.4 fach Konverter dunkelt das Bild um eine Blende ab, da doppelte Fläche; ein zweifach Konverter um 2 Blenden, da vierfache Fläche.
Eine Abdunkelung muss aber nicht unbedingt nur durch eine Veränderung der Blende/Brennweite erfolgen.
Ein Konverter ist für unterschiedliche Objektive ausgelegt und nicht speziell für ein Objektiv optimiert, deshalb kann es sein,
dass bei einem Objektiv eine leichte Fehlanpassung der Fall ist und somit die Auflösung nicht entsprechend einem Objektiv ist, das tatsächlich eine längere Brennweite besitzt.
Zusätzlich verschlechtert ein Konverter auch die anderen Eigenschaften eines Objektivs und somit werden alle Aberrationen besser sichtbar.

Qualitativ gute Konverter sind teuer und nicht universell einsetzbar. Viele Fotografen ziehen deshalb ein Objektiv mit höherer Brennweite vor.
Wobei nicht nur bei Hobby-Fotografen Konverter oft zur Anwendung kommen.

Kurt
Zuletzt geändert von Guppy am So Mär 19, 2017 15:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon komet » So Mär 19, 2017 15:06

Hallo Kurt,

ich meinte, es wurde "verkürzt" geschrieben und damit 1/190 gemeint aber aus Versehen 1/90 abgedruckt. Aber das ist nicht wichtig für unser Thema.
Also, den Traum einer Auflösungssteigerung durch einen Konverter gibt es Deiner Meinung nach doch nicht?

Gruß, Martin
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Beitragvon Guppy » So Mär 19, 2017 15:10

Hallo Martin
Ebenfalls zu meiner Verwunderung, kann sich unter bestimmten Umständen die Auflösung tatsächlich erhöhen.
Aber nicht generell!

Kurt
Zuletzt geändert von Guppy am So Mär 19, 2017 15:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Werner Buschmann » Di Mär 21, 2017 14:06

Hallo Kurt,

meine optische Kompetenz ist recht eingeschränkt.
Aber:

Ich habe jetzt nochmal länger recherchiert im deutschsprachigen und im
englischsprachigen Raum.

Überall finde ich, dass der Telekonverter die Brennweite verlängert
und die effektive Blende ebenfalls "negativ" beeinflusst.

Ich denke mal, dass das auch stimmt, da es mittlerweile Weitwinkelkonverter gibt,
die das Bildfeld (den Bildwinkel) erweitern, die Schärfentiefe vermindern UND die Belichtungszeit verkürzen.

Im Photokollegium von Jost J. Marchesi Band 3 finde ich ebenfalls unter 18.8.6
dass Telekonverter die Brennweiter verlängern und die Lichtstärke entsprechend verringern.
Zuletzt geändert von Werner Buschmann am Di Mär 21, 2017 14:11, insgesamt 1-mal geändert.
Der NABU hat eine Handlungsempfehlung für das Arbeiten in und an Gewässern (Klicken!) erstellt. Für alle Fotografen, die gegebenfalls beim Suchen nach Amphibien auch ihre Örtlichkeiten wechseln, kann das unter Umständen wichtige Hinweise geben.
Ich verstehe nicht, dass man solche Überlegungen in einem anderen Forum als lächerlich ansieht.

________________
Liebe Grüße Werner
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Beitragvon Guppy » Di Mär 21, 2017 14:58

Hallo Werner

Der Grund meines etwas provokativen Beitrages ist es, Erklärungen zu finden, die darauf hinweisen,
dass die Ergebnisse bei Anwendung im vergrössernden Massstab anders ausfallen wie bei der verkleinernden Fotografie,
oder dass ich einen gewaltigen Überlegungsfehler mache, das wäre nicht das erste Mal!

Nicht nur!
Denn ich habe Vergleichsaufnahmen mit einem Lattenzaun von der Seite gemacht und keinen markanten Unterschied,
bei einer Distanz von 3 Metern, fest stellen können. Der Bildausschnitt hat sich entsprechend verkleinert, aber die Schärfentiefe nicht sichtbar geändert.
Es geht darum, dass am Objektiv immer dieselbe Blende gewählt ist. Also keine Umrechnung entsprechend der Brennweitenverlängerung!
Die Öffnung der Blende in Millimeter bleibt gleich gross.
Hier liegt eventuell ein weiterer Hund begraben, dass sich die Blendenzahl bei grösserer Brennweite ja ändert, wenn der Blendendurchmesser in Millimeter gleich gross bleibt.
Bei gleich grosser Blendenzahl muss die Blendenöffnung bei höherer Brennweite grösser sein.
Bei einem 2fach Konverter wären das 2 Blenden und somit eine entsprechende Schärfentiefe verkürzung. Das ist klar sichtbar.
Ich habe es schon auf meiner Liste, dass ich an jeder Latte einen kleinen Zettel mit einem Auflösungstest (Striche) anbringe,
damit ich die durch unterschiedlich grosse Schärfentiefe entstehende Defokusierung messen kann.

Belege die sich auf optische Berechnungen bei normaler Fotografie, also verkleinernden Abbildungsmassstab beziehen,
da bin ich inzwischen sehr kritisch geworden, vor allem wenn diese unbesehen in die vergrössernde Fotografie übernommen werden.
Da ein unterschiedliches Verhalten nicht abrupt stattfinden wird, kann man annehmen, das die Makro Fotografie sich im Bereich befindet,
indem die Gesetzmässigkeiten schon ein etwas anderes Resultat liefert, wie die "normale" Fotografie (Distanz = 10 Meter bis unendlich).

Da es bei Konvertern um einen Effekt geht, der betreffend Bildausschnitt die gleiche Folge hat, wie eine Brennweitenverlängerung,
ist es nicht abwegig diesen Effekt als Brennweitenverlängerung zu bezeichnen, auch dann wenn dieser Effekt erst ab 10 Metern voll und ganz zutrifft.

Vermutlich geht es um zwei Effekte, die man trennen muss?

Man spricht davon, dass ein 2fach Konverter einen Helligkeitsverlust von 2 Blenden hat UND die Schärfentiefe mindert.
Richtig müsste es eventuell heissen: Ein 2fach Konverter mindert die Helligkeit um 2 Blenden ODER vermindert die Schärfentiefe.

Eventuell muss ich präzisieren:
Die Verwendung eines Telekonverters ändert die Schärfentiefe erst dadurch, wenn die Blende entsprechend der Verlängerung der Brennweite des Konverters,
in ihrer Öffnung (mm) vergrössert wird und somit der Helligkeitsverlust kompensiert wird.


Kurt
Zuletzt geändert von Guppy am Di Mär 21, 2017 15:23, insgesamt 6-mal geändert.
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Beitragvon komet » Di Mär 21, 2017 15:27

Hallo Kurt,

irgendwie kommt es mir so vor, als ob Du das Thema viel zu kompliziert angehst. Ich strenge mich echt an, ist aber schwer zu verstehen. Ich habe auch in der ganzen Literatur nirgends erfahren, daß sich die Auflösung steigern könnte.
Ein interessanter Telekonvertertest ist bei Traumflieger, vielleicht kennst Du den ja schon.

Gruß, Martin
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Beitragvon Guppy » Di Mär 21, 2017 15:51

Hallo Martin

Mein Ziel ist, das Ganze so zu verstehen, dass ich weiss, wie ich mein Setup mit Konverter einstellen muss, dass ich auch eine entsprechend höhere Auflösung messen kann.

Verwende ich ein Mikroskop Objektiv, kann ich die Blende des Objektivs nicht ändern.

Verwende ich aber das Rodenstock APO-Rodagon N 50mm, 1:2.8 mit Zwischenringen bei 2:1 und der optimalen Blende von 5.6, dann habe ich einen freien Arbeitsabstand von 60mm.
Verwende ich zusätzlich den 2fach Konverter erhalte ich einen halb so grossen Bildausschnitt, also einen Abbildungsmassstab von 4:1 bei einem freien Arbeitsabstand von minim unter 60mm,
aber keine Erhöhung der Auflösung.
Ändere ich nun mit dem 2fach Konverter die Blendenöffnung, indem ich sie um 2 Blenden öffne, also auf 2.8, ändert sich der freie Arbeitsabstand vermutlich nicht
und die Auflösung könnte sich steigern, das muss ich noch messen.
Wenn dem so wäre, hätte ich mit dem Telekonverter bei 4:1 einen extrem hohen freien Arbeitsabstand von 60mm,
nur mit Zwischenringen, also ohne Teleconverter, bei 4:1 habe ich einen freien Arbeitsabstand von 45mm.
Das wäre mein Ziel!

Weder Traumflieger noch sonst irgendwo im Internet noch in der Fachliteratur gibt es darauf eine Antwort!

Kurt
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