Die Strudelgalaxie mit 4 Stunden Belichtungszeit

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Beitragvon Peter Schmitz » Do Apr 13, 2017 22:45

M51, Messier 51 , Whirlpoolgalaxie, NGC 5194 oder auch Strudelgalaxie.

Alle Namen meinen das gleiche Galaxien Päärchen im Sternbild Jagdthund welches in intensiver Wechselbeziehung steht.
Ich hatte vor ein paar Tagen schon mal ein Bild von M51 gezeigt.

M 51 hat einen nahen Begleiter. Im NGC-Katalog (new general catalogue) trägt er die Nummer NGC 5195.
Das ist der helle Bereich im unteren Galaxienfeld.

Durch die Gezeitenwirkung mit NGC5195 entstehen in M51 überdurchschnittlich viele neue Sterne. Man kann sehr viele, sehr massenreiche, sehr junge Sterne dort finden.
Ihnen ist aber nur eine , für astronomische Maßstäbe, extrem kurze Lebensdauer von einigen Millionen Jahren vergönnt. Dann ist der Kernbrennstoff aufgebraucht und die Sterne werden in einer Supernova explodieren. Davon konnte man in M51 in den letzten Jahren drei Stück verfolgen. Das ergibt dann wieder diese schönen farbenprächtigen Nebel, die allerdings auch nur einige zehntausend Jahre zu sehen sind.

Letztendlich wird sich aus diesem Staub wieder ein Stern bilden, der, im Gegensatz zu den ersten Sternen die sich gebildet haben, auch Metalle bzw. schwere Elemente enthält.

(In der Astrononomie werden alle Elemente höher als Helium im Periodensystem als Metalle bezeichnet)

In der Akkreditinsscheibe dieser neue Sterne werden sich wieder Planeten bilden, manche in der habitablen Zone, wo sich Wasser und somit Leben bilden kann.
Ohne diesen Prozess würde es unsere Sonne mit ihren winzigen Planeten, von dem wir einen bewohnen, nicht geben.

Insofern sind wir gar nicht so fern von unserem Osterfest, wo die Wiederauferstehung der zentrale Inhalt ist.

Ich wünsche Euch frohe Ostertage
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Belichtungszeit: ca. 4 Stunden, Einzelaufnahmen a. 120 Sek.
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Peter



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Beitragvon nurWolfgang » Fr Apr 14, 2017 06:14

Hallo Peter

Beeindruckend, vor allem wenn man sich vorstellt das die meisten Atome von uns schon mal Teil einer Supernova waren.
Eine technische Frage wie entrauscht du deine Sternen Bilder und behältst dabei die ganz kleinen Sterne?

Gruß

Wolfgang
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Beitragvon Peter Schmitz » Fr Apr 14, 2017 09:22

Hallo Wolfgang,

das ist nicht ganz richtig. Nicht die meisten, sonder alle Atome in uns waren schon mal Teil einer Supernova. :wacko2:

Zum entrauschen: Da kommen mehrere Effekte zum Tragen, es gibt auch die verschiedensten Ursachen für das Rauschen-
Natürlich schon bei der Aufnahme auf möglichst viel Rauscharmut achten. D. h. bei der Canon max. ISO 800 (besser ISO 200) und bei der Sony A7 S max ISO 3200.
Bei der Aufnahme wird gedithert, d. h jede Aufnahme wir 1-2 Pixel zu vorherigen verschoben.
Dann das Stacken, mit jedem Bild das hinzugefügt wir reduziert sich das Rauschen deutlich.
Beim Stacken werden die Darks (mit gleicher Einstellung wie die Bilder nur mit geschlossener Kamera gemacht) vom Lightframe (der Aufnahme) subtrahiert. Das bringt auch viel, denn dadurch wird das thermische Rauschen verringert.

So kann man schon einiges tun, das das Rauschen reduziert ist, bevor es an die Bildbearbeitung geht.

Bei der Bildbearbeitung in den unterschiedlichsten Programmen gibt es unzählige Regler um das Rauschen zu reduzieren.
Da muss man viel probieren, was für Aufnahme A richtig ist, funktioniert bei Aufnahme B dann nicht mehr.
Meisten lege ich eine Maske an, die die Hellen Bereiche oder Nebel ausspart, so dass nur der dunkle Himmel entrauscht.
Zuletzt geändert von Peter Schmitz am Fr Apr 14, 2017 09:45, insgesamt 1-mal geändert.
Schöne Grüße aus Hildesheim



Peter







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Beitragvon MichaSauer » Fr Apr 14, 2017 09:26

Hallo Peter,

toll, wie Du diesen Strudel sichtbar machen konntest!

Was ist denn das für eine diagonale Linie im oberen linken Eck?

Viele Grüße
Michael
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Beitragvon Peter Schmitz » Fr Apr 14, 2017 09:45

Hallo Michael, das ist noch eine Satellitensprur die nicht ganz weg gerechnet ist.
Schöne Grüße aus Hildesheim



Peter







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Beitragvon Hans.h » Fr Apr 14, 2017 09:47

Hallo Peter,

4 Std. Belichtung.. :hilfe: Das übersteigt mein Vorstellungsvermögen um glatte 3Std. 50min.
Dann ist das also ein "Peter-Deep- Field"

Gefällt mir sehr gut. Besonders die winzigen HG. Galaxien, sehen geheimnisvoll aus.
Der Strudel ist auch sehr schön herausgearbeitet und die Materiebrücke zur Begleitgalaxie.

Natürlich musste ich wieder ein bisschen an Deinem Bild herumspielen.. :roll:
Hab´mal per´Fitswork den HG. schwarz gemacht und nochmal versucht zu entrauschen.
Leicht mit Deconvolution nachgeschärft und das Histogramm etwas angehoben....

Ist nur ein Versuch.Wenn ich´s löschen soll, gib einfach Bescheid.

Hans. :)
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Die Strudelgalaxie mit 4 Stunden Belichtungszeit

Beitragvon Gabi Buschmann » Fr Apr 14, 2017 12:24

Hallo, Peter,

ich kann deine Bilder immer nur mit offenem Mund bestaunen.
Weder fotografisch noch von der Sache her verstehe ich da
viel davon, aber ich immer wieder fasziniert.
Liebe Grüße Gabi

______________
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Beitragvon Peter Schmitz » Fr Apr 14, 2017 15:53

Hallo Hans,

Das Foto kann natürlich stehen bleiben. Jeder hat so seine eigene Bearbeitung. Deine ist deutlich rauschärmer, allerdings gehen auch ein paar feine Details im "Gezeitenschwanz" von NGC 5195 und in den anderen Hintergrund Galaxien verloren.

Ein richtig oder ein falsch gibt es da glaube ich nicht.
Ich habe das Bild mal bei astrobin astrometriert, dort kann man besser sehen, was sich da im Hintergrund noch alles tummelt. Die markierten Stellen sind allesamt Galaxien.
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Beitragvon nurWolfgang » So Apr 16, 2017 06:27

Hallo Peter

Vielen Dank für die Information, noch eine Frage welches program verwendest du.
Ich benutze als RAW Converter capture one pro, ein gutes program aber entrauschen kann man nur wenig.


Gruß

Wolfgang
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Beitragvon piper » So Apr 16, 2017 11:54

Hallo Peter,

wieder ein schönes Bild, dass durch die Bea
von Hans noch an Klarheit gewinnt.
Deinen informativen Begleittext habe ich wieder
sehr gern gelesen.
Liebe Grüße Ute


Die Freude am Kleinen ist die schwierigste Freude, denn es gehört ein großes Herz dazu.
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