endlich unendlich

Balgengeräte, Zwischenringe, Nahlinsen etc.
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Guppy
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Beitragvon Guppy » Di Feb 16, 2016 18:01

Hallo Ric

Ich bin absolut auch der Meinung, dass sich das projizierte Bild ebenfalls in der Unendlichkeit befindet.
Wo befindet sich nach deiner Meinung der Brennpunkt bei einem unendlich Objektiv? Laut Einstein ist das Weltall gekrümmt, parallele Strahlen kreuzen sich somit in der Unendlichkeit.
Wie soll ein Bild entstehen ohne Brennpunkt?
Wenn schon ein Bild nach 1mm vorhanden sein soll, weshalb benötigt es dann eine Tubuslinse?
Wo bringt man beim Mikroskop, ohne grossen Verlust der Bildqualität die Filter, Strahlteiler usw. an, vor oder nach der Tubuslinse?
"Eine Blende im Strahlengang verkleinert nur das Bildfeld und ändert die Tiefenschärfe nicht" wo befindet sich diese Blende, vor oder nach der Tubuslinse?
Vielen Dank für deine aufklärenden Antworten.

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Beitragvon Henk » Di Feb 16, 2016 20:01

hallo Guppy,
Brennweite und Vergrößerung (auf die optische Ebene bezogen) entsprechen einander - dazu gibt
es einige Tabellen der Firmen.Du weißt doch,als die neuen unendlichen Mikroskopobjekive auftauchten,
schraubte sie mancher an sein (endliches) Mikro und merkte das erst , als dies in den Foren diskutiert
wurde. J E D E S endliche und jedes unendliche Objektiv kannst Du im jeweils anderen System verwenden,
für das es nicht optimiert wurde, allerdings mit Verzicht auf Qualität. Kannst Du sofort überprüfen, anwenden
ist Deine Stärke . Ich halte simpel einen 'GF-Planachromat 12.5x/0,25 oo/- A' aus Jena unter die Lampe :
kein Unterschied zu einem Brennglas (Lupe).
[ Einfache Optik : Linsensysteme unterscheiden sich in der Brennweite.An deren Stelle kann angegeben werden
Dioptrie,Vergrößerung oder weiß ich was. ]
Ich mikroskopiere nicht . Ich mache Fotos mit einem 'Nikon L Plan 20x0.35 SLWD oo/EPI WD 24'.Bei geringem
Auflagemaß stört jenach Objekt die Bildfeldwölbung oder gar vignettieren ( bei Bildfeld > 5mm).
Bei einem Auflagemaß um 150mm ist die Bidfeldgröße ca.1,1mm - leider ist dabei fast immer ein Blitz nötig.
Der Strahlengang ist also keineswegs parallel,ich vermute die Bildfehler sind über diese Strecke (und weiter)
in der Projektion ein Produkt des Auflagemaß - und damit durch justieren nicht optimierbar wie bei endlichen
Mikroskopobjektiven oder Lupenobjektiven.Ein eindeutiger (allerdings fixer)Winkel ist im Strahlengang vorhanden.
Erst nach der Tubuslinse ist der Strahlengang parallel.Für Fotos brauch ich das nicht - je nach Sensor.
Diese Strecke kann man nun ohne Qualitätsänderung beliebig dehnen für multible Filter etc.
Die Blende muß in meinem Fall natürlich vor das Objektiv - bei WD 24mm kein Problem.
.
Mobiles stacken mit variablem Auszug ermöglicht mE. mit EINEM unendlich Objektiv (und dem 'richtigen' Sensor)
Bildbreiten ändern um ein vielfaches (leicht und handlich und billig ggf. ohne Tubuslinse). Und 'indoor' erst recht.
Das Stack-Programm muß dann allerdings die unterschiedlichen Projektionsgrößen ausgleichen.
.
Für Deine Geduld mit mir vielen Dank.

Ric
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Beitragvon Guppy » Di Feb 16, 2016 20:31

Hallo Ric

Vielen Dank für deine Erläuterung und ebenfalls für deine Geduld mit mir.
Es tut immer gut, etwas mehr von ausserhalb des Tellerrandes zu erfahren.
Da bei Versuchen bei mir, mit unendlich Mikroskop Objektiven ohne Tubuslinse, die Qualität der Bilder oft mangelhaft
war, habe ich sie dann so eingesetzt wie empfohlen und dabei gute Bilder erhalten.
Es scheint so, dass ich zu früh aufgegeben habe.
So habe ich auch keine Bilder mehr angefertigt, mit Luminar Objektiven vor einem 105mm Objektiv.
Objektive nach Spezifikation eingesetzt ergeben Bilder die absolut optimal sind.
Ich suche Lösungen die für eine DSLR, nach Möglichkeit Vollformat und Stacking tauglich sind, deshalb auch meine etwas
andere Beurteilung und Betrachtungsweise.

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Beitragvon Henk » Di Feb 16, 2016 20:32

Nachtrag:
Das bekannteste optische Sysrem mit dem Brennpunkt im Unendlichen nennen wir Fensterscheibe.
.
So hätte ich es einfacher sagen können.
Bin eben kein Optiker,
kein Lehrer.
.
Spaß muss sein
.
Guppy, lass Dich nicht ärgern
.
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Beitragvon Adalbert » Di Feb 16, 2016 22:07

Hallo Kurt, hallo Ric,
da das Problem mit der Brennweite bereits geklärt worden ist :-) und ich den Eindruck habe, dass Ihr beide Erfahrung
mit dem Unendlichen habt, würde ich Euch gerne eine Frage stellen.
In einigen Foren wird behauptet, dass die Vorsatzlinse Raynox DCR-250 genauso gut oder sogar besser als die originale
Tubuslinse von Nikon wäre.
Angenommen, dass das stimmt, in welcher Entfernung von dem Sensor (einer VF -Kamera) soll diese Raynox platziert
werden? Ich habe nur die Daten einer Original- Tubuslinse von Nikon gefunden.

Danke und Gruß,
Adi
Dateianhänge
Kamera: CANON EOS 6D
Objektiv: 100mm L
Belichtungszeit:
Blende:
ISO:
Beleuchtung:
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG):
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Hoehe):
Stativ: Manfrotto 190
---------
Aufnahmedatum:
Region/Ort:
vorgefundener Lebensraum:
Artenname:
kNB
sonstiges:
NIKON_TUBE_LENS_CFI60.jpg (30.01 KiB) 569 mal betrachtet
NIKON_TUBE_LENS_CFI60.jpg
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Beitragvon Guppy » Di Feb 16, 2016 23:13

Hallo Adi

Meine Zeit des Pröbelns mit unendlich Objektiven ist lange her, wie sich hier auch aus dem von mir berichteten und von
Ric präzisierten und richtig gestellten Zusammenhängen zeigt.
Ich halte mich deshalb zurück und wage keine Antwort auf deine Frage.
Es sind wieder Versuche z.B. mit dem NIKON CF Plan 5X/0.15 c ∞/0 BD DIC WD 12.0 nötig, damit ich wieder
verbindlich mitreden kann.

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Beitragvon Henk » Mi Feb 17, 2016 00:16

hallo Aldi,

ich verstehe nur einfache Systeme mit maximal einer linearen Variablen.

Gewölbte Bildfeldebenen werden mit keiner Vorsatzlinse korrigiert,ev.jedoch mit der Tubuslinse.
Nun,ich denke beim stacken ist das kein Thema.
Tubuslinsen bei Nikon haben mE. 200mm Brennweite.Schau die Dioptrien der Raynox nach und
rechne um in Brennweite.Der Abstand ist dann mE. im Verhältnis dieser Brennweiten anzupassen.
Bei stärkerer Brechung der Raynox folgt dann , das System wird kürzer. Der größere Durchmesser der Raynox
erlaubt einen größeren veränderlichen Abstand Objektiv - Raynox,also mehr Vergrößerung .Die stärkere Variabilität
des ABM hätte wieder ein etwas längeres System zur Folge.

Mit mehr Glas wird kein gutes Sysrem besser.

Bei meinem 17mm Sensor bilde ich 1 mm formatfüllend ab,ohne Tubuslinse, > 5mm geht nicht (s.o.).
Bei Kleinbild wäre alles zu verdoppeln ( bei halber Tiefenschärfe , das ist bei stacken kein Thema).
Vollformat ist für mich Großformat ,also 9''x12'' das sind ca 21x30cm (210x300mm).
Du meinst sicher das internationale 35mm Format (Leica/Kleinbid) - hat eben nicht nur Vorteile.

Jetzt hör ich auf zu spekulieren.

gute Nacht Ric
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Beitragvon Adalbert » Mi Feb 17, 2016 12:21

Hallo Kurt, hallo Ric,

danke für die Antworten!

Mittlerweile habe ich noch ein paar Dokumente zu dem Thema gefunden:
http://www.raynox.co.jp/german/video/pd ... eitung.pdf

http://www.edmundoptics.de/microscopy/i ... ?print=Pdf
Wahrscheinlich weiß der Hersteller nicht, dass diese Linse auch als eine Tubus-Linse verwendet wird :-(

Einige User haben sogar beide als DCR-150 und DCR-250 (normal und revers) ausprobiert.
http://extreme-macro.co.uk/extreme-macro-tube-lenses/

Manche machen die Entfernung zwischen dem Sensor und der Linse von dem Objektiv abhängig:
http://extreme-macro.co.uk/raynox-tube-lenses

Danke und Gruß,
Adi

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