Stacken mit deckglas-kor. Mikroskop-Objektiven ohne Deckglas

Balgengeräte, Zwischenringe, Nahlinsen etc.
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Stacken mit deckglas-kor. Mikroskop-Objektiven ohne Deckglas

Beitragvon Adalbert » Mi Feb 17, 2016 10:35

Hallo zusammen,
ich habe einige gute Stacks im Netz gefunden, die mit den deckglas-korrigierten Objektiven gemacht worden sind aber
ohne ein Deckglas zu benutzen.
Weiß jemand von Euch, mit welchen Objektiven das klappt und mit welchen das gar nicht geht?
Mich würde vor allem der Bereich über 20x interessieren.
Danke im Voraus.
Gruß,
Adi
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Beitragvon Guppy » Mi Feb 17, 2016 11:34

Hallo Adi
Bei 10:1 verwende ich das NIKON CFN, PLAN 10/0.30, 160/0.17 ohne Deckglas, das geht gut.
Wie es bei stärkerer Vergrösserung ist, habe ich nicht getestet.
Man sollte bei stärkerer Vergrösserung darauf achten, dass man auflicht Objektive verwendet, diese sind ohne Deckglas
gerechnet, Z.B. NIKON M Plan 20/0.4 LWD, 210/0.

Kurt
Im Alter werden auch die Gedanken schöner.
http://www.focus-stacking.com
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Beitragvon Adalbert » Mi Feb 17, 2016 12:34

Hallo Kurt,
super. Also es klappt doch :-)
Die M Plan‘s (LWD / ELWD) möchte ich erst (bzw. noch) nicht kaufen, weil sie ziemlich teuer sind :-(
Momentan habe ich ein Nikon CFI E-Plan 40x /0.65 / ∞ /0.17 im Auge, das aber
deckglas-korrigiert ist.
Bis jetzt habe ich die deckglas-korrigierten Objektive brav nur mit dem Mikroskop und einem Deckglas verwendet.
Danke und Gruß,
Adi
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Beitragvon makrosucht » Mi Feb 17, 2016 20:03

Hallo adi,

meines wissens besitzt das cfi e plan 40 einen
arbeitsabstand von 0.65mm.

es ist daher absolut nicht zum fotografieren geeignet

klick

die nikon m plan kannst du oft recht günstig in der
großen bucht kaufen und dann sind sie oft
deutlich günstiger wie dein neues 10er unendlich objektiv von nikon.

Du sagst immer das die m plans so teuer sind. Verstehe diese aussage immer nicht.
Das objektiv welches du gekauft hast und die welche du gerne kaufen willst sind
deutlich teurer. Zusätzlich benötigst du dann noch tubuslinsen....am besten die
originalen....

alleine dafür kannst du dir bei ebay schon 2-3 neuwertige nikon m plans kaufen.
Cheeeeeers....Alex :-)

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Beitragvon didi » Do Feb 18, 2016 14:18

Hallo Adi,

für "mit Deckglas" gerechnete Objektive würde ich ohne Deckglas nicht zum Fotografieren verwenden.

Selbst wenn man Metall- oder Gesteins-Strukturen unter dem Mikroskop mit Durchlicht-Objektiven betrachtet,
ist das Bild am Okular meist sehr enttäuschend.
Mit Auflicht-Objektiven bringt das Betrachten von Oberflächen viel mehr Kontrast und Schärfe!
Das sind jedenfalls meine Erfahrungen.

Deshalb habe ich auch noch keine Auflicht-Aufnahmen mit meinen für Deckglas gerechneten Objektiven gemacht. Warum auch?

Es gibt doch genügend Mikroskop-Objektive, die für extra die Auflicht-Mikroskopie ohne Deckglas gerechnet und gebaut
wurden!

Auch den von dir genannten Preisunterschied sehe ich nicht.
Sicher, die Nikon LWD / ELWD Auflicht-Objektive kosten schon mal 300 - 400 Euro.
Aber es gibt ja auch jede Menge Durchlichtobjektive, die weit über 1000 Euros kosten!

Es müssen ja auch nicht unbedingt Nikon-Objektive sein.
Auch von Zeiss-Jena gibt es gute bis sehr gute Auflicht-Objektive. Und die sind meist sehr günstig zu bekommen!

Wenn du bereits ein Objektiv für Deckglas hast, dann kannst du es natürlich probieren, damit ohne Deckglas zu arbeiten.

Aber wenn du erst eins kaufen willst, dann lass lieber die Finger davon!

In verschiedenen Mikroskopie-Foren kannst du Aufnahmen sehen, wo mit Durchlicht-Objektiven ohne Deckglas
Auflicht-Aufnahmen gemacht wurden.
Die Fotografen waren von der Bildqualität meist enttäuscht und haben nach ihren Fehlern gefragt.
Sie wurden dann auf das Fehlen des Deckglases hingewiesen.

Das Fehlen eines Deckglases verändert in der Regel den Strahlengang des mit-Deckglas-Objektives massiv zu ungunsten der
Bildqualität.
Wenn es in Einzelfällen doch zu brauchbaren Fotos kommt, wie z.B. bei Guppi, so sind das Ausnahmen.
In den meisten Fällen sind solche Aufnahmen flau und es fehlt an Schärfe.

Ein weiteres Manko der Durchlicht-Objektive hat Alex ja schon angesprochen: den viel zu niedrigen freien Arbeitsabstand!

Bei Durchlichtobjektiven nimmt der Abstand zum Deckglas mit steigender Vergrößerung stark ab.
Meistens geht es um Abstände von Bruchteilen eines Millimeters!
Das macht diese Objektive für die Auflichfotografie absolut unbrauchbar.
Denn wie soll man bei diesen geringen Abständen das benötigte Licht setzen?
Gruß, Uwe
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Beitragvon Adalbert » Do Feb 18, 2016 14:52

Hallo Alex, hallo Uwe,

danke für Eure Hinweise!

Mit den M Plans habe ich kein Glück gehabt.
Bei den 10x war der Startpreis meistens gegen 200 Euro, dann noch 40 Euro Versandkosten und 85 Euro Zollgebühren.
Und dazu noch häufig die Beschichtung der Frontlinse angefressen :-(
Deswegen habe ich aufgegeben.


Was mit dem Licht passiert ist schon klar. Hier sieht man das auch ganz gut:
http://www.mikroskopie.de/pfad/bildentstehung/elf.html
Mir geht es um die Objektive mit der NA > 0.25 und der Vergrößerung > 20x.


Die Stacks, die ich gesehen habe waren schon sehr gut.
Leider haben die Autoren nicht angegeben, ob sie diese Fotos mit einem Deckglas gemacht haben.
Kann man das irgendwie erkennen?

Meine Vermutung war, das es unter den deckglas-korrigierten Objektiven (mit NA > 0.25) doch einige gibt, die auch
ohne Deckglas verwendet werden können.

Wenn es um den kleinen Arbeitsabstand geht, da würde ich mit dem alten Trick mit der Blende in dem Lichtstrahl
wie in der Dunkelfeld-Mikroskopie probieren (mit dem kleinen Reflektor auf dem Objektiv), damit das Licht nicht flach
wirkt.
Das ist zwar etwas mühsam aber hoffentlich funktioniert es.

@UWE:
Welche Zeiss Objektive würdest Du mir empfehlen?
Was hältst Du von diesem:
http://www.ebay.de/itm/Carl-Zeiss-PLANA ... ZC0Vj801TQ

http://www.ebay.de/itm/Carl-Zeiss-Jena- ... Sw4HVWDoIc

bzw.
http://www.ebay.de/itm/401059446405?_tr ... EBIDX%3AIT


Danke und Gruß,
Adi
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DunkelFeldTrick.jpg (19.07 KiB) 1040 mal betrachtet
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Beitragvon didi » Mo Feb 22, 2016 21:44

Hallo Adi,

die Objektive von Carl Zeiss Jena, Planachromat HD 20x / 0.40 sind Auflichtobjektive mit 30 mm Einschraubgewinde.
Das HD 20x / 0.40 hat einen freien Arbeitsabstand von 2,6 mm, das nicht viel.

Bei den 5x und 10 x Objektiven aus der gleichen Serie ist mit ca. 12 mm freiem Arbeitsabstand das Licht leichter zu
händeln.

Die geforderten Preise sind allerdings ganz schön happig.
In der Bucht kann man solche Objektive immer wieder mal für unter 50 Euro bekommen.

Interessant sind auch einige der CF-Objektive mit 25 mm Einschraubgewinde.
Man muß aber immer darauf achten, welchen freien Arbeitsabstand sie haben.

Die Lichtführung deiner Zeichnung ist bekannt. Warum macht das wohl kaum jemand?
Gruß, Uwe
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Beitragvon Adalbert » Mo Feb 22, 2016 22:07

Hallo Uwe,

für 10x habe ich bereits ein CFI BE Plan von Nikon, das für mich absolut in Ordnung ist.
Jetzt bin ich auf der Suche nach 20x und 40x bzw. 50x.
Es stimmt, das HD 20x / 0.40 kann man auch billiger kriegen :-)
Der Arbeitsabstand von 2,6 mm ist hart an der Grenze aber zum Experimentieren wäre noch OK.
Nach CF-Objektiven mit 25 mm suche ich natürlich auch.
Neulich habe ich ein paar von CZJ mit M19 Gewinde gesehen.
Leider wird die Information über den Arbeitsabstand nicht angegeben.
„Warum macht das wohl kaum jemand?„

Vielleicht, weil es umständlich ist und es einfacher ist ein ELWD von Mitutoyo zu kaufen ?

Danke und Gruß,
Adi
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Beitragvon A_K » Fr Dez 16, 2016 18:13

Das Hauptproblem ist, dass die Motive ja nicht, wie in der Skizze angedeutet, punktförmig sind, sondern im Vergleich zur Frontlinse geradezu riesig und mehr oder weniger eben. Man kommt mit dem Lichtstrahl daher meistens garnicht in dem skizzierten Winkel am Motiv vorbei. Bei realen Motive die ja meistens uneben sind, stößt man meistens itgendwo an bevor die Schärfenebene überhaupt erreicht wird wenn der Arbeitabstand sehr kurz ist. Dann hilft einem auch die theortisch höhere Auflösung aufgrund der höheren Apertur nichts.
Zuletzt geändert von A_K am Fr Dez 16, 2016 18:14, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße,
Alexander
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Beitragvon Guppy » Fr Dez 16, 2016 19:09

Hallo Uwe, hallo Adi

"Warum macht das wohl kaum jemand?"

Weil das Licht dadurch für unsere Zwecke zu hart ist!

In der Mikroskopie versucht man mit allen Mitteln, mit Objektiv und Beleuchtung, den Kontrast zu verstärken.
In unserer Art der Auflicht Fotografie mit dem Ziel eines natürlich wirkenden Bildes, ist weiches, diffuses Licht gefordert und Objektive, die nicht kontrasthart Abbilden!

Bis zu einer Apertur von 0.3, sieht man keinen Unterschied, wenn bei Objektiven die eine Deckglasdicke angeben, das Deckglas weg gelassen wird,
es treten dadurch keine erkennbaren sphärischen Aberrationen auf!
Das ist keine Vermutung von mir, sondern unter den Mikroskopikern bekannt und so auch schon seit vielen Jahrzehnten in der Literatur nachzulesen!
z.B. auf Seite 169-170:
Die wissenschaftliche und angewandte Photographie
Herausgegeben von Kurt Michel
Zehnter Band
Kurt Michel
Die Mikrophotographie
Springer-Verlag Wien GmbH 1962
ISBN 978-3-662-27472-9

Kurt
Zuletzt geändert von Guppy am Fr Dez 16, 2016 19:19, insgesamt 1-mal geändert.
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