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Beitragvon ji-em » So Aug 14, 2016 15:45

Otto K. hat geschrieben:Quelltext des Beitrags Hallo Jean,

ich hatte mir deine Skizze vor meinem Kommentar nicht angesehen (du hast ja extra darauf hingewiesen vorher nicht die
anderen Kommentare zu lesen!).
Wenn ich mir deine Bilder ansehe bin ich mir auch ziemlich sicher dass wir eine ähnliche Vorgehensweise haben.

Meinen zweiten Kommentar hatte ich noch ergänzt um den Punkt an der Flügeloberkante nochmal zu erklären, der erscheint
mir noch wichtig um die SE festzulegen.
Bzgl. der Aufteilung der ST vor und hinter der SE hat Kathi grundlegend recht, dieser Umstand wirkt sich aber im Makrobereich
nicht wirklich aus. Bis zu einer ST von ca. 5mm sind die Bereiche vor und hinter der SE nahezu gleich. Um so größer die ST wird
um so mehr verschiebt sich das Verhältnis in die von Kathi beschriebene Richtung (1/3 vor und 2/3 hinter der SE).


Ich hatte den Punkt extra etwas detaillierter beschrieben weil du dein Bild im Portal eingestellt hast und hatte gehofft, dass es
dem einen oder anderen Anfänger vielleicht ein wenig hilft.

Aus meiner Sicht würde es auch Sinn machen wenn einer der Moderatoren den Punkt zu "Tipps und Tricks" verschiebt, da würde man
den Thread auch nach ein paar Wochen noch wiederfinden.


Hallo Otto,

... wieder was gelernt ... wusste das nicht, bezüblich die Verschiebung vom Verhältnis der ST ... Interssant !

Und wegen dem Verschieben im "Tipps und Tricks" ... sehe ich gar kein Problem. Nur zu .

Lieber Gruss
Jean
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Mein Kommentar wiederspiegelt nur meine momentane, bescheidene, persönliche Meinung.
Bitte, auf kein Fall, persönlich auffassen auch wenn ich mich irreführend mitgeteilt habe.
Ich lese lieber 2-3 aufrichtige, negative Kommentare ... als gar keine ! :-)
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Beitragvon Corela » So Aug 14, 2016 15:57

Hallo,

man kann diesn Thread zwar überall wiederfinden,
aber ich verschiebe ihn dann auf Wunsch von Jean zu "Tipps und Tricks"
lG
Conny

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Beitragvon rincewind » So Aug 14, 2016 21:23

Hoi Jean,

Ok zuerst die Theorie: eine Ebene wird durch 3 Punkte im Raum definiert.
Wie bekomme ich diese Ebene. Im Prinzip ganz einfach, ich bestimme die Lage aller Punkte im Raum die scharf werden sollen und bestimme die sogenannte Ausgleichsebene z.B . nach der Methode kleinste Summe der Fehlerquadrate. Macht jede Meßmaschine so .
Der maximale Abstand der Einzelpunkte zu der ermittelten Ebene entspricht der benötigten ST . Die optische Achse muß in der Richtung der Flächennormalen stehen.
Jetzt das Problem: auf meiner Makrowiese gibt es keinen Stromanschluss :D
Die Lösung: ich schau mir das Motiv an, richte die Cam so aus wie ich vermute das es richtig sein könnte und schau mir dann an ob wichtige Bildteile vor oder hinter der SE liegen und versuch dann Feintunig zu machen.

Und manchmal funktioniert es auch :)

LG Silvio
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Beitragvon Frank Ingermann » So Aug 14, 2016 23:57

Hallo zusammen,

ein sehr spannender Thread - Danke dafür an Jean und alle Mitleser/schreiber!

Eine These habe ich dazu, weiß aber ehrlich nicht, ob sie stimmt und in der Praxis relevant
ist: Ich gehe davon aus, das alles gleich "scharf" ist, was den gleichen Abstand zur
Frontlinse des Objektivs hat ( stimmt das? klingt auf jeden Fall vernünftig ;) )

Die Schärfe-"Ebene" ist dann aber nicht immer "eben" (i.S.v. sie ist nicht "plan" oder "flach") :

Diese "Ebene" ist eigentlich ein Ausschnitt aus einer Kugel :shock:

Bei langen Brennweiten macht das wohl wenig aus - da ist der Ausschnitt aus der Kugel
so klein, dass man ihn annäherungsweise als "flach" durchgehen lassen kann.

Je kürzer die Brennweite und der Motivabstand sind, um so mehr kommt der
Effekt zum tragen... dadurch kommen dann Motiv-Teile in die SE, die das
bei einer "flachen" SE nicht mehr sein würden (s.u.).

Ist das logisch, oder totaler Quatsch? :?:

lg, Frank
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Beitragvon rincewind » Mo Aug 15, 2016 07:53

Hallo Frank,

Die Wölbung der Linse hat eigentlich nichts mit der Abbildungsfläche zu tun. In der Optik spricht man sowohl von Bild -als auch von Abbildungsebene. Wo die zweite liegt hat eigentlich nur mit der Brennweite zu tun. Beim Konstruieren des Abbilds wird daher die Linse auch nur als eine Gerade die senkrecht zur optischen Achse liegt gezeichnet. Hierbei spielt es keine Rolle ob Du eine Konkav oder Konvexlinse hast , das Verfahren ist das Gleiche nur das "Vorzeichen" ein Anderes. D.h. Alle Punkte die in irgend einer räumlichen Konstellation zueinander stehen werden auch in dieser räumlichen Konstellation abgebildet. Der Chip ist eine Ebene, somit können auch nur Punkte die in einer Ebene liegen scharf abgebildet werden. Andernfalls würde Deine Optik verzerren. Ein Optisches System das z.B. im Rand unscharf abbildet erzeugt keine Abbildungsebene, es weißt einen Fehler auf. Eine Ausnahme bilden die asphärischen Linsen die in verschiedenen Querschnitten verschiedene Brennweiten besitzen, da ist dann der "Fehler" quasi Absicht. Falls ich heute Abend Zeit habe mache ich mal eine Skizze.


LG Silvio
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Beitragvon Otto K. » Mo Aug 15, 2016 09:13

Hallo Frank,

Silvio's Erklärung kann ich mich anschließen.

Wo deine Gedanken aber eine Rolle spielen ist die Belichtung auf dem Sensor, vielleicht hast du dich davon irritieren lassen.
Wenn das Licht aus der hintersten Linsengruppe austritt in Richtung Sensor tritt ein Fehler in der Form auf, dass das Licht
länger braucht um die Randbereiche des Sensors zu erreichen als die Sensormitte, sichtbar wird das für uns in Form der Vignette
(Randabdunklung).
Bei gleicher Optik ist die Randabdunklung bei Digitalkameras deutlich stärker als bei vergleichbaren Analogkameras. Das kommt daher,
dass das Filmkorn Licht aus beliebiger Einfallsrichtung aufnehmen konnte, der Sensor einer Digitalkamera aber nur senkrecht ein-
fallendes Licht aufnimmt. Auf dieser Eigenschaft der Sensoren beruht ja auch die Forderung nach Objektiven mit sogenannter
telezentrischer Konstruktion für die Verwendung an Digitlkameras.
Dieser Punkt erklärt auch warum die Vignette bei Vollformatkameras deutlich stärker ausfällt als bei APS-Kameras.

Mit der Schärfe der Abbildung und der Lage der SE hat das aber nichts zu tun.
Viele Grüße

Otto
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Beitragvon ULiULi » Mo Aug 15, 2016 09:30

Hallo Jean,

ich habe jetzt erst diesen Thread angeklickt und längst nicht alles gelesen.
Die Lösung stelle ich mir etwa so vor, wie Du sie weiter oben skizziert hast.
Im Hinterkopf muss man dabei noch eine optische Gesetzmäßigkeit haben.
Vor der SE nimmt der Schärfeeindruck viel schneller ab als hinter der SE.
Wenn demnach die kleinen Füßchen eher in der Unschärfe landen als flächige
Teile des Flügels, ist das m.E. die bessere Variante. Da das Ergebnis auch
stark davon abhängt, wie weit die Blende geschlossen wird, muss wohl auch
oft ein Kompromiss hinsichtlich der Strukturiertheit des Hintergrundes getroffen
werden um eine optimale Wirkung des Gesamtbildes zu bekommen.

LG / ULi
„Ängste haben den Vorteil, dass sie das Denken überhaupt blockieren.“ Prof. Rainer Mausfeld
https://youtu.be/Rk6I9gXwack?t=2323
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Beitragvon ji-em » Mo Aug 15, 2016 09:42

Hallo Frank, Otto, Uli, Silvio und alle andere Mitleser ...

Danke Frank, für deine Hypothese die ich mich spontan angeschlossen hätte ...
Danke an Silvio der uns von diese "Irrweg" gerettet hat ... :D
Danke Otto ... Bei dein Kommentar habe ich wieder was gelernt ... wie Vignettierungen entstehen können ...
Danke Uli ... ja ... das sehe ich auch so. Ist zwar ein optische, gestalterische Gesetzmässigkeit ... aber eben,
die zählt, obwohl sie absolut nichts mit Pysik zu tun hat ! Noch so'n schönes Beispiel, das zeigt, wie sehr
Fotografie sehr subjektiv ist.

Lieber Gruss ...wünsche Euch eine glückliche Woche.

Jean
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Beitragvon Guppy » Mo Aug 15, 2016 09:57

Hallo Jean
Das oft gewünschte Freistellen ist hier etwas stark.
Mit einer Crop Kamera muss optisch weniger vergrössert werden
und dadurch ist die Schärfentiefe bei gleichem Bildausschnitt grösser,
was hier sicher nicht störend ist.
Ev. ein 150mm oder 100mm Objektiv verwenden.

Kurt
Zuletzt geändert von Guppy am Mo Aug 15, 2016 10:10, insgesamt 2-mal geändert.
Eine Theorie stimmt nur, wenn sie sich in der Praxis bestätigt.
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Beitragvon Werner Buschmann » Mo Aug 15, 2016 15:44

Hallo Jean,

ich schließe mich Silvio an.

Durch den Liveview bei 5 facher Vergrößerung habe ich eine Groborientierung
ob die Sensorausrichtung parallel zum gewünschten Schärfekorridor liegt.
Bei Unsicherheit kontrolliere ich wichtige Kontrollpunkte bei 10facher Vergrößerung
im Liveview, indem ich zwischen den festgelegten Punkten bei der gewählten
Vergrößerung skrolle. Der Joystick der 5D2 ist mir dabei ein wichtiges Instrument.

Bin froh, dass Otto sich eingeschaltet hat.
Vieles was wir so als optische Gesetzmäßigkeiten von uns geben ist oft nur eine Daumenregel
für bestimmte optische Anwendungsbereiche.
Der NABU hat eine Handlungsempfehlung für das Arbeiten in und an Gewässern (Klicken!) erstellt. Für alle Fotografen, die gegebenfalls beim Suchen nach Amphibien auch ihre Örtlichkeiten wechseln, kann das unter Umständen wichtige Hinweise geben.
Ich verstehe nicht, dass man solche Überlegungen in einem anderen Forum als lächerlich ansieht.

________________
Liebe Grüße Werner

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