Die Farbe der fast ausgebrannten Stellen

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Die Farbe der fast ausgebrannten Stellen

Beitragvon Sven A. » Di Mai 24, 2016 20:11

Moin moin,
@Stephan: ich dachte ja erst es handele sich um einen Schreibfehler aber nun weiß ich bescheid.
Mein zweiter Gedanke ging in Richtung des Berufes des Melkers, also die Person, welche Tiere melkt, die ihrerseits das Gras mähten
oder gar einen Schafsmelker :DD man ist das wieder unterirdisch.... :pardon:


@all: natürlich habt ihr recht, es ist nicht wirklich etwas ausgebrannt nur knapp davor, weiß ich eigentlich auch,
schließlich habe ich auch nach Histogramm belichtet. Seit wir uns ausführlich über ETTR ausgetauscht haben, kenne ich auch RAW Digger.

Was die Bedienung mittels Punkt angeht, ja stimmt auch, ist einfacher, wenn man es kennt.
Ich kenne diesen Punkt erst seit letzem Jahr, habe ihn auch schon fast wieder vergessen :DD
Finde es auch per Bild-Tutorial kompliziert zu erklären.
Man kommt aber schneller an sein Ziel :DH:

Diese Methode kann auch beim Entrauschen eines Bildes hilfreich sein, so denke ich, muss es aber noch an einem geeigneten Bild ausprobieren.
Es gibt ja Luminanzrauschen und Farbrauschen und bezüglich Farbrauschen kann es sein, dass ein Sensor in einem Farbkanal mehr rauscht
als in anderen Farbkanälen. Wäre vermutlich nur für Spezialfälle eine Option, halt was zum Spielen ;-)

Danke für Eure Kommentare und viele Grüße
Der Määäheutiker
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Beitragvon Guppy » Di Mai 24, 2016 22:17

Hallo Sven und natürlich auch hallo Stephan (allerdings nicht so stark Stephan, aber dennoch mit ph).
Weder bin ich Physiker noch Mäeutiker, sondern schlichtweg faul.
Sven, deine Erklärung ist einleuchtend und ich habe sie in dieser Art auch schon gehört, aber wieder vergessen.
Beim Lesen des Satzes "Die Wege des Lichtes innerhalb eines Blattes sind vielfältig." ist mir zusätzlich wieder eingefallen, dass ich darüber einen hoch spannenden, sogar mir verständlichen Bericht gelesen habe.
Seit einiger Zeit bin ich pensioniert und vermisse manchmal die klugen Köpfe die einst um mich herum waren.
Nun habe ich, verwunderlich ist es nicht, erfahren, dass ich hier im Forum einen mindestens gleichwertigen Ersatz habe.
Ich bedanke mich für diese vorzügliche und sympathische Dienstleistung.
Es liegt somit nur an mir, zu fragen und ich werde geholfen.
Ja, Stephan deine klugen Wörter erweitern nicht nur meinen Horizont, ebenfalls, vielen Dank.

Kurt
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Beitragvon rincewind » Di Mai 24, 2016 22:34

Hallo Sven,

danke nochmal für Deine Erläuterungen, schön anschaulich ohne zuviel Wissenschaft erklärt.

Ich frage mich allerdings gerade ob "Kurts Kiste" einmal ähnlich bekannt sein wird wie "Schrödingers Katze" und was wäre
wenn man diese aus ihrer Kiste hinausnehmen und in Kurts Kiste hineinsetzen würde. Wäre es dann in der Kiste solange dunkel bis ein
Beobachter hineinsehen würde ? und welche Farbe hätte das Licht wenn dieser Beobachter farbenblind wäre ? :?: :wink:
Oder hängt das von der Farbe der Katze ab ? Mist Schrödinger hat nirgends etwas über die Farbe der Katze verlauten lassen.

SO KANN ICH NICHT ARBEITEN

LG Silvio
Zuletzt geändert von rincewind am Di Mai 24, 2016 22:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Guppy » Mi Mai 25, 2016 10:45

Hallo Silvio
Schrödingers Katze sowie das EPR-Paradoxon liebe ich, da es zeigt wie unser falsches Weltbild, doch für uns simple Gestalten funktioniert.
Die Erklärung von Sven ist wirklich gut!
Kurt :)
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Beitragvon Sven A. » Mi Mai 25, 2016 11:08

Moin Kurt,
immer gern zu Diensten :-) Wer mir derart schmeichelt, dem erkläre ich gerne die Welt oder zumindest diesen winzigen kleinen Teil, welcher mir bekannt ist :mail1:

Moin Silvio, moin Alle,
damit "Kurts Kiste" ebenso bekannt wird, müsste Kurt in die selbige gehen und diesen Überlagerungszustand erfahren, das wünsche ich ihm nicht :DD
Ob er dann davon berichten kann, wenn wir durch den Filter gucken? :wacko2:

Da Hunde offenbar auch Gras und Bäume sehen können, würde ein farbenblinder Kurt das Licht des grünen Filters sicherlich grau sehen.
Im Gedankenexperiment war bei mir Schrödingers Katze immer schwarz, also würde sie sich erwärmen wenn auch langsam und sie wäre auch dann noch warm, wenn man in die Kiste hineinblick und feststellt, dass sie nicht lebt. :crazy: Jetzt wirds komisch, lassen wir das lieber :laugh3:

Eine andere Frage des Farbensehens finde ich auch interessant. Ich sehe eine braune Kuh, weil sie braun ist und die Sonne scheint.
Mein Auge wandelt das farbige Licht in eletrische Signale um. Mein Hirn erzeugt aus diesen elektrischen Signalen wiederum ein virtuelles Bild,
also dass was ich sehe wird von meinem Hirn erzeugt. Da ich sehen kann, muss ich also ein Hirn haben, das ist schon mal nicht schlecht :DD
Nun die Frage: hat das Bild in meinem Kopf die gleichen Farben wie in deinem Kopf?
Erläuterung: Als Kind lernen wir, dass die Kuh braun ist. Was unser Hirn daraus macht, muss aber nicht braun sein, diese könnte auch Lila sein,
nur dass meine lila Kuh ich als braune Kuh abgespeichert habe. Könntest du das Bild sehen, dass ich von der Kuh im Kopf habe,
wärest du vielleicht erstaunt und würdest mir sagen, dass diese doch Lila sei.
Ich sehe einen roten Luftballon, also in meinem Hirn wird er rot dargestellt. Du siehst ihn auch aber er wird von deinem Hirn blau dargestellt,
nur dass du gelernt hast, das man das Blau in deinem Hirn als rot bezeichnet :DD
Die Frage ist also, sehen wir alle gleich oder stellt sich für jeden diese bunte Welt anders dar, nur merken wir es nicht, weil man uns sagt wie die Farben benannt werden :wacko2:

Jetzt bin ich gespannt, ob ihr mich verstanden habt und auf eure Gedanken :dance3:

Es grüßt die virtuelle Hebamme
Zuletzt geändert von Sven A. am Mi Mai 25, 2016 11:12, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitragvon Guppy » Mi Mai 25, 2016 14:24

Hallo Sven
Mein Verständnis ist voll bei dir und deinen Gedankengängen.
Ich denke, dass es Unterschiede gibt und nicht alle Menschen die Farben gleich interpretieren.
Das äussert sich indem die Beziehung von Farben zueinander von Menschen unterschiedlich erkannt wird.
Wenn Menschen die Farben frei wählen können, wählen die einen beim Malen, Farben die harmonisch zueinander stehen und andere verwenden Farben, die keine Beziehung zueinander haben.
Die einen haben ein Gefühl für Farben, die anderen weniger.
Das mag ja gehen, kann auch eine Empfindungssache sein, einige mögen poppig mehr wie harmonie.
Jedoch erkennen die poppig ausgerichteten oft nicht, dass die harmonisch gewählten Farben eine Verwandtschaft zueinander besitzen.
So kann auch eine Farbschwäche beim Sehen damit zusammenhängen, dass der betrffende Mensch in der frühen Kindheit nicht durch unterschiedliche Farben gefordert wurde.
So gibt es auch Farben die wirklich unterschiedlich gesehen werden. Der eine bezeichnet sie als ein Grün-Ton und ein anderer bezeichnet die Farbe als ein Blau-Ton.
Es sind ja nicht nur die feinen Farbtöne die unterschiedlich empfunden werden, sondern auch reine Farben.
Als Extrem, ein Rotblinder kann Rot nicht von Grün differenzieren. Das ist extrem, es gibt aber vermutlich alle Zwischenstadien auch, die nicht nur durch stark reduziertes Farbsehen bedingt sind.
Ich habe das in Malkursen schon oft gesehen, dass beim Malen, die Pinsel in die falschen Farbtöpfe zurückgetan wurden. Die Gründe sind unterschiedlich, doch bei einigen Leuten sehr auffällig.
Ich denke, dass solche Ausnahmen, die Annahme begünstigen, dass Farben nicht immer gleich interpretiert werden.
So landen oft die Pinsel der gesehenen Farbe, in unserem Kopf, ebenfalls im falschen Farbtopf.

Kurt
Zuletzt geändert von Guppy am Mi Mai 25, 2016 14:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Sven A. » Mi Mai 25, 2016 18:25

Moin Kurt,
was du beschreibst geht mehr in die Richtung von leicht verschobener Farbwahrnehmung, wie sie zwischen Mann und Frau bestehen.
"Schaaaahatz, soll ich das blaue oder das grüne Kleid anziehen?" "Welches blaue Kleid? Die sind doch beide Grün!" "Quatsch, das ist blau, du hast ja keine Ahnung..."
So oder in ähnlicher Form hat das sicher jeder schon mal erlebt. Vielleicht war das Kleid türkis :DD
In deinem Fall können die Leute verschiedene Farben oder Farb nuoncen nicht unterscheiden.

In meinem Gedankenspiel sehe ich eine Lila Kuh und du eine braune Kuh. Wir beide sind uns sicher und einig, dass die Kuh braun ist.
Schließlich habe ich gelernt, dass die Kuh braun ist. Wann immer ich einen lila Gegenstand sehe, werde ich behaupten er sei braun
und du wirst mir zustimmen. Ich sehe eine Wiese in allen erdenklichen rottönen und werde sagen " sieh dir die vielen grüntöne an, ist das nicht herrlich"
Du siehst die Grüntöne tatsächlich. Ich weiß nicht, dass andere Menschen eine komplett andere Farbwahrnehmung haben.
Man könnte es als Übersetzungsfehler des Hirns benennen. Wie bekomme ich raus, ob meine Farben auch deine sind?
Ich sehe was, was du nicht siehst :DD

Gruß
Sven
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Beitragvon rincewind » Mi Mai 25, 2016 21:41

Hallo Sven, hallo Kurt,

Ist schon interessant wie ähnlich die Gedankengänge sind mit denen man sich so beschäftigt.
Vielleicht ganz interessant für Winterabende: In seinem Werk "über die Seele" beschäftigt sich Aristoteles eingehend u.a. mit der Funktion und dem Wirken der Sinnesorgane ( Seele ist hier etwas anders gemeint als die Bedeutung des Wortes heute). Natürlich geht er dabei auch auf das Sehen ein, wobei Überlegungen das das Auge im Prinzip wie ein Sender wirkt heute eher belächelt werden, aber abgesehen davon sehr interessant. Das Ganze gibt es übrigens auch als sehr kostengünstige Reclam Ausgabe.

LG Silvio
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Beitragvon ji-em » Mo Sep 19, 2016 07:47

Hoi Sven,
Sehr interessant !
Aber ein Teil "Überstrahlung" finde ich als Lichtspiel willkommen ...
Fragt sich immer wie viel ?
Gruss,
Jean
Vergleichen macht vieles klar ... ! :-)
Mein Kommentar wiederspiegelt nur meine momentane, bescheidene, persönliche Meinung.
Bitte, auf kein Fall, persönlich auffassen auch wenn ich mich irreführend mitgeteilt habe.
Ich lese lieber 2-3 aufrichtige, negative Kommentare ... als gar keine ! :-)
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Beitragvon Achim.KB » Do Dez 15, 2016 20:33

StephanFingerknoten hat geschrieben:Quelltext des Beitrags Ich gebe aber zu: so richtig Spaß hatte ich dann ab "Kurts Kiste" (nicht zu verwechseln mit seiner "Büchse der Pandorra"). An den Physiklehrer glaube ich nicht, aber an den Mäeutiker.

@Stephan,
du kennst Wörter :) Hut ab, mußte Dr G... bemühen.

Sven A. hat geschrieben:Quelltext des Beitrags In meinem Gedankenspiel sehe ich eine Lila Kuh und du eine braune Kuh. Wir beide sind uns sicher und einig, dass die Kuh braun ist.
Schließlich habe ich gelernt, dass die Kuh braun ist. Wann immer ich einen lila Gegenstand sehe, werde ich behaupten er sei braun
und du wirst mir zustimmen. Ich sehe eine Wiese in allen erdenklichen rottönen und werde sagen " sieh dir die vielen grüntöne an, ist das nicht herrlich"
Du siehst die Grüntöne tatsächlich. Ich weiß nicht, dass andere Menschen eine komplett andere Farbwahrnehmung haben.
Man könnte es als Übersetzungsfehler des Hirns benennen. Wie bekomme ich raus, ob meine Farben auch deine sind?
Ich sehe was, was du nicht siehst :DD


Hallo Seven,

ist ja lustig, das gleiche habe mich auch schon gefragt und bis jetzt keine richtige Antwort bekommen.

Wenn ich mit das mal stark vereinfacht überlege ist doch der Weg: Licht mit einer bestimmten Wellenlänge (=Farbe) trifft auf die Netzhaut. Wenn die Linse und die Hornhaut gesund ist sollte bei jedem Menschen die Wellenlänge nicht verändert werden. Bis jetzt müsste es gleich sein. In der Netzhaut wird durch chemische Reaktionen, ausgelöst von der Energie des Lichtes, ein elektrisches Signal erzeugt. Jetzt ist die Frage ob bei allen Menschen dieses Signal gleich ist. Da die chemischen Prozesse gleich sind, sollte das Signal gleich sein. Aber die Konzentration der an der Reaktion beteiligten Moleküle könnten sich unterscheiden und deshalb könnte das Signal sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Als nächsten leitet der Sehnerv das Signal an das Gehirn weiter. Kann hier das Signal noch verändert werden? Ich bin mir nicht sicher. Im Gehirn wird es dekodiert und mit dem erlernten Wissen (interne Datenbank) verglichen und Bingo weißt du die Farbe des Lichtes.
Nach meiner Meinung gibt es realistische Chancen, dass meine Kuh braun und deine Lilla ist.
Man müsste die Signale bei verschieden Menschen vergleichen die am Gehirn ankommen ob diese bei allen exakt gleich sind oder sich unterscheiden.

Soweit meine Überlegungen. Ich kenne leider keinen Neurobiologen.

VG
Achim

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