Defraktion des Sigma 150mm 2.8 Makro an der Nikon D700

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hs57
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Defraktion des Sigma 150mm 2.8 Makro an der Nikon D700

Beitragvon hs57 » 20. Apr 2010, 10:01

Hallo Philipp,

Du hast Dir da viel Mühe gegeben mit deiner Blenden-Reihe.
Ich habe zwar nur das Sigma 180/3.5 Macro an meiner Pentax K-7,
und hatte an meiner vorherigen Nikon D300 das Nikon Micro Nikkor 200/4.
Und meine Erfahrungen stimmen mit Deinen überein, deswegen verwende
ich im praktischen Einsatz als maximale Arbeitsblende die "Blende 16".

LG
Hartmut
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Beitragvon Guppy » 20. Apr 2010, 13:10

Hallo Philipp
Unter "Defraktion" findest du im Internet nicht viel, suchst du aber unter "Beugungsunschärfe" oder "Förderliche Blende" ist das Internet gerammelt voll mit Berichten und Informationen (so auch dieses Forum).

Viel Spass beim Lesen.

Kurt
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Beitragvon Reinold » 20. Apr 2010, 13:22

Hallo Philipp,
ein eindrücklicher Test! So schlimm hätte ich mir die Beugung
nicht vorgestellt!
Gruss reinold
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Beitragvon ClimberM » 20. Apr 2010, 13:32

Guppy hat geschrieben:Hallo Philipp
Unter "Defraktion" findest du im Internet nicht viel, suchst du aber unter "Beugungsunschärfe" oder "Förderliche Blende" ist das Internet gerammelt voll mit Berichten und Informationen (so auch dieses Forum).

Viel Spass beim Lesen.

Kurt

Hallo Zusammen,

wenn dann hieße es "Diffraktion".

Sorry,
Peter
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Beitragvon Guppy » 20. Apr 2010, 18:13

Hallo Peter
Die Zeit, als ich versuchte durch Fachwörter meine Fachkenntnis zu beweisen ist vorbei.
Heute möchte ich verstanden werden, meine Aufmerksamkeit richtet sich vor allem an Junge, Einsteiger und Anfänger.
Wo es geht vermeide ich fremdsprachliche Ausdrücke. Dies auch in meinem Beruf, der IT Branche (EDV Bereich).

Schöne Zeit, mit passenden deutschen Worten

Kurt
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Beitragvon Guppy » 20. Apr 2010, 22:37

Hallo Doris, hallo Philipp ...?
Das Foto Objektiv gibt es in unterschiedlichen Ausführungen:
Weitwinkel, Normal, Tele und verstellbarer Brennweite (Zoom).
Alle Objektive besitzen die Möglichkeit eine Schärfedistanz einzustellen (von ca. 0.5 Meter bis Unendlich (Arbeitsdistanz)).
Sie besitzen ebenfalls eine Blende mit welcher die Helligkeit und die Schärfentiefe gewählt werden kann.
Im Makrobereich ab einem Abbildungsmassstab über 1:1 (also in Richtung 100:1) stellt man die Schärfe vor allem mit der Arbeitsdistanz ein, die Schärfeeinstellung mit dem Objektiv (von ca. 0.5 Meter bis Unendlich) bewirkt, je höher der Abbildungsmasstab ist, immer weniger.
Zusätzlich zur Arbeitsdistanz, bedingt durch die Beugungsunschärfe wird (muss) die optimale (maximale) Schärfe mit der Blende eingestellt.
Lupenobjektive besitzen keine Möglichkeit mit einem Schärfeeinstellungsring die Arbeitsdistanz zu wählen. Sie besitzen jedoch noch eine Blende.
Mikroskopobjektive besitzen weder eine Möglichkeit die Arbeitsdistanz zu wählen (Schärfeeinstellungsring) noch besitzen sie eine Blende (die Schärfentiefe ist nicht wählbar und somit fix).
Hieraus wird klar, dass der Abbildungsmassstab bei Foto-Objektiven, bei normalem Gebrauch keine grösseren Probleme für die Optik schafft. Mit der Blende stellt man die gewünschte Schärfentiefe ein und die Lichtmenge wird mit der Belichtungszeit geregelt.
Bei Makro Aufnahmen mit Lupenobjektiven (bedingt durch die Beugungsunschärfe) muss die "Förderliche Blende" (schärfste Abbildung) mit der Blende gewählt werden. Dazu gibt es Tabellen, die leider oft nicht zutreffen, da bei diesen Abbildungsmassstäben oft Zwischenringe oder Balgen verwendet werden, die die Brennweite und somit auch den Blendenwert verändern. Versuchsaufnahmen, wie du sie angefertigt hast, geben verlässlichen Aufschluss darüber welche Blende die schärfste ist. Leider ist bei der schärfsten Blende die Schärfentiefe oft nicht die gewünschte Schärfentiefe, sie ist um einiges kleiner wie bei geringerer Vergrösserung.
Noch schlimmer ist es bei noch grösserem Abbildungsmassstab (über 10:1), mit Mikroskop-Objektiven. Hier kann man weder die Arbeitsdistanz noch die Blende wählen. Hier ist man absolut in der Zange der optischen Gegebenheiten. Die Helligkeit wird über die Lichtquelle geregelt und die Schärfentiefe ist fest gegeben.
Mikroskop-Objektive sind in diesem Bereichen optimiert, da bei diesen Abbildungsmassstäben optisch kein grosser Spielraum mehr besteht.
Je mehr man vergrössert umso mehr wird man ein Opfer der optischen Gesetze und die Schärfentiefe wird geringer.
Bei flachen Objekten (Dünnschnitte) ist dies kein unüberwindbares Problem, möchte man aber Aufnahmen in hoher Vergrösserung von Objekten anfertigen die sich in ihrer Höhe stark unterscheiden, wäre mehr Schärfentiefe erwünscht.
Würde man die Blende schliessen, würde die Schärfentiefe grösser, jedoch allgemein das Bild unschärfer.
Der einzige Weg, zu mehr Schärfentiefe wurde uns durch die digitale Fotografie gegeben. Denn sie ermöglicht uns mit Computer die scharfen Bereiche mehrerer Bilder mit unterschiedlichem Schärfebereich in einem Bild zu vereinen.
Deep focus fusion (DFF) oder Focus stacking wird diese Technik genannt.
Da ich kein geübter Schreiberling bin, hoffe ich, dass du doch einige Zusammenhänge verstehen kannst.
Der langen Rede kurzer Sinn:
Je stärker vergrössert wird, umso mehr wird die Schärfe mit der Blende eingestellt (und natürlich mit dem Arbeitsabstand).

Kurt
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Beitragvon ClimberM » 25. Apr 2010, 14:26

Guppy hat geschrieben:Hallo Peter
Die Zeit, als ich versuchte durch Fachwörter meine Fachkenntnis zu beweisen ist vorbei.
Heute möchte ich verstanden werden, meine Aufmerksamkeit richtet sich vor allem an Junge, Einsteiger und Anfänger.
Wo es geht vermeide ich fremdsprachliche Ausdrücke. Dies auch in meinem Beruf, der IT Branche (EDV Bereich).

Schöne Zeit, mit passenden deutschen Worten

Kurt

Hallo Kurt,

dem Autor des Ursprungspostings ist ein leidlicher Fehler passiert indem er aus der Erinnerung eine falsche Begrifflichkeit assoziierte. Es macht keinen Sinn die Welt damit zu bereichern.

Diffraktion kommt aus dem lateinischen und setzt sich aus "dis" "auseinander" und "frangere" "brechen" zusammen. Defraktion mit lateinisch "de" "von, über" ist einfach falsch!
Als deutscher Begriff wäre Beugung passend.

IT-Literatur sollte man falls es geht in der Originalsprache häufig Englisch lesen, da spätestens nach der dritten Übersetzung in der der jeweilige Autor meint für feststehende Fachbegriffe eine eigene Eindeutschung präsentieren zu müssen die babylonische Sprachverwirrung perfekt wird.

Und gerade "Jungen, Einsteigern und Anfängern" sollte man nicht falsches "vorschreiben". Daher habe ich mich aufgerafft auf den Fehler hinzuweisen.

Beste Grüße
Peter
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Beitragvon Guppy » 25. Apr 2010, 14:53

Hallo Peter

Du hast natürlich Recht. Man sollte es dennoch nicht zu eng sehen, deutsche Wörter verwenden und es mit Frendwörtern nicht übertreiben, um verständlich zu bleiben.
Fremdwörter werden oft falsch gebraucht und das macht dann Schule. In Artikeln die von Fachleuten geschrieben sind, wimmelt es oft von Fachausdrücken, so dass die eigentliche Botschaft nicht für Jedermann erkennbar ist.
Ich wollte sagen, dass es dienlich ist, wenn ein passender deutscher Ausdruck besteht, wir diesen verwenden.

Kurt

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