Kleiner Rauch-Sackträger - Psyche casta

Interessante Beobachtungen aus dem Leben unserer Makromotive oder unserer Naturmotive mit dokumentarischem Charakter
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StefH
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Kleiner Rauch-Sackträger - Psyche casta

Beitragvon StefH » 16. Jun 2007, 13:37

Mal wieder was aus unserem Garten (ca.40 qm tobende Biologie)

Ich hatte letztens ein seltsames Objekt an der Bergenie entdeckt. Sah "selbstgebastelt" aus. Ich schaute immer mal wieder nach und irgendwann sah ich was: Einen Falter (das Mädel hat keine Flügel und sieht wurmartig aus, hat aber Beine), den kleinen Rauch-Sackträger

Die Familie der Psychiden sind kleine Falter deren Mundwerkzeuge stark zurückgebildet sind. Die Weibchen sind im Gegensatz zu den Männchen oft ungeflügelt. Die Männchen sind dunkel, aber ohne Flügelzeichnung.
Die Raupen besitzen beißende Mundwerkzeuge.

Die Raupen bauen sich einen Sack aus Pflanzenteile oder Sandkörnern, sie fressen aus dem Sack heraus. Die Häutungen und Verpuppung finden auch in diesem Sack statt. Die Raupe vergrößert im Laufe ihres Wachstums desn Sack ständig.
Vor der Verpuppung spinnt die Raupe das vordere Ende an der Unterlage fest. Sie dreht sich dann in dem Sack, so daß sie dann später aus dem hinteren Ende schlüpfen kann. Die Larven überwintern, das Larvenstadium kann auch mehrere Jahre dauern.

Die Weibchen bleiben nach dem Schlüpfen auf dem Sack sitzen. Sie locken die Männchen über Pheromone an.
Die Lebensdauern sind sehr kurz, die Weibchen leben nur wenige Tage, die Männchen nur wenige Stunden.

Ich werde die Augen weiter offen halten, ob ich wieder mal einen davon entdecke...
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psychecasta_2840.jpg (107.47 KiB) 3141 mal betrachtet
psychecasta_2840.jpg
Zuletzt geändert von StefH am 28. Apr 2008, 09:37, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von Stefanie
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Beitragvon Andreas » 16. Jun 2007, 13:42

Eine überaus interessante Dokumentation. Ich hätte dieses Tierchen mit Sicherheit für eine Raupe gehalten - ein Schmetterling ohne Flügel wäre für mich unvorstellbar gewesen.

Gruß Andreas
Im Zweifel entscheide man sich für das Richtige.
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Beitragvon SilkeP. » 17. Jun 2007, 09:19

Interessant, ich hätts auch für eine Raupe gehalten, danke
Liebe Grüße, Silke
(Meine Fotos sind meist Naturdokumente, ab und zu beeinflusste Natur, wenn ich den ein oder anderen Halm auf die Seite biege oder abschneide...)
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Beitragvon Werner Buschmann » 17. Jun 2007, 22:15

Stefanie.

Aufmerksam beobachtet.
Sehr interessant.

Werner
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Liebe Grüße Werner
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Beitragvon Gabi Buschmann » 25. Jun 2007, 21:11

Stefanie,
toll, was du alles so entdeckst!
Danke für die interessanten Infos.
Gabi
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Beitragvon thothie » 26. Jun 2007, 23:09

Interessant, dazu fällt mir ein, daß die Larven der Langhornmotten ja auch so nen Pflanzensack basteln.

Gehören die der gleichen Gattung an?
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Beitragvon StefH » 27. Jun 2007, 06:38

Beide gehören zur Unterordnung Glossata. Aber wie die mit einander verwandt sind, keine Ahnung.
Viele Grüße von Stefanie
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Beitragvon StefH » 28. Apr 2008, 09:03

Mal wieder hochkram...
Heute früh habe ich eine Kleine Rauch-Sackträger-Raupe gefunden. Hätte nie gedacht, daß sie so flott ist in ihrem Blockhaus :shock: Sie war ca. 1cm lang (der Sack). Von 30 Bildern sind 2 halbwegs was geworden, die möchte ich euch zeigen.
Beim ersten Bild krabbelte sie unterhalb des Blattes, deswegen ist das so komisch von der Farbe her.
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Kamera:Sony A100
Objektiv:Sigma 105/2.8
Belichtungszeit:1/15s
Blende:6.3
ISO:200
Beleuchtung:Schatten
Bildausschnitt ca.:40%
Stativ:jepp
DSC01516.jpg (191 KiB) 2622 mal betrachtet
DSC01516.jpg
Kamera:Sony A100
Objektiv:Sigma 105/2.8
Belichtungszeit:1/8s
Blende:9.0
ISO:200
Beleuchtung:Schatten
Bildausschnitt ca.:40%
Stativ:jepp
DSC01532.jpg (180.5 KiB) 2622 mal betrachtet
DSC01532.jpg
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Beitragvon Frank Divossen » 28. Apr 2008, 12:27

Hallo Stefanie,

die Raupe hat da eine interessante Behausung. Diesen Rauch-Sackträger kannte ich bisher nicht. Danke für diese tolle Dokumentation und Bilder.
Ich schlafe nur einmal im Jahr

Liebe Grüße

Frank
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Beitragvon claus1958 » 30. Apr 2008, 07:49

Hallo Stefanie,

das ist eine sehr schön gemachte Dokumentation mit viel erklärendem Text !
Es ist schon erstaunlich wie sich das alles verhält. Der Großteil des Lebens findet im Larvenstadium (wie so oft) statt. Für uns Menschen ist das irgendwie schwer vorstellbar, wenn man darüber nachdenkt wirkt so etwas irgendwie traurig, das für uns die Imago irgendwie immer als das 'Ziel' des Lebens erscheint. Noch ausgeprägter empfinde ich das bei der Eintagsfliege...
LG Claus

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