Ich hab mich auch für die D70 entschieden, aber mir die Entscheidung ziemlich schwer gemacht, indem ich mir in tagelanger Arbeit alle möglichen Details abgewogen habe.
Bei der D70 vermisse ich die Spiegelvorauslösung, und ich finde es auch reichlich beschissen, daß Nikon die nicht nachrüsten will, wo das doch nur ein Software-Update erfordern würde.
Ansonsten finde ich die D70 klasse. Die Canon 350D hat immer noch keine Spotmessung, darauf kann ich einfach nicht verzichten. In schwierigen Situationen, wenn die Matrixmessungen versagen, braucht man die. Man muss natürlich auch wissen, wie man die dann verwendet, aber das kann man ja nachlesen und gilt nicht nur für Digitalkameras seit Jahrzehnten.
Den Unterschied in der Auflösung 6 gegen 8 Mio Pixel finde ich nicht so dramatisch. Erst die 12-16 Mio von den D2X/1DsMkII sind wieder eine andere Kategorie, die wirklich einen Unterschied macht.
Das Kit-Objektiv ist auch ein großer Unterschied. Das DX 18-70 von Nikon ist wirklich nicht schlecht, das behält und benutzt man. Das 18-55 von Canon ist derart lichtschwach und flau, das ist echt nur eine Dreingabe für den Anfang, und dafür rausgeworfenes Geld.
Als Alternative zur D70 hatte ich dann nur noch die Canon 20D mit dem 17-85 erwogen, aber das ist preislich eine andere Kategorie, dafür konnte ich für die Nikon auch noch gleich ein Makro, Zweitakku, Fernauslöser und ein Stativ kaufen.
Die D70 hat auch noch die Blitzsynchronisation bis 1/500, das hat keine andere Kamera, jedenfalls keine von Canon.
Und dann sind da noch die Userberichte auf dpreview.com. Die Canon-User berichteten von diversen Problemen, vor allem mit der Schärfe, und mein Händler konnte das bestätigen. Und wenn Du so ein Exemplar erwischst, dann tauscht Canon die nicht um, nein, sie wird repariert. Das heisst, Du kaufst die Kamera, stellst das am ersten Tag fest und dann ist sie erstmal 6 Wochen in Reparatur. Na danke. Bei Nikon war nicht ein einziger Bericht zu finden, der einen Mangel bei einer neuen Kamera beschrieb. Auch das deckte sich mit den Erfahrungen meines örtlichen Händlers, der jeweils 5-6 Stück pro Woche und Modell verkauft.
Wenn man so unterwegs ist, sieht man die meisten Profis mit Canon fotografieren. Bezüglich der verfügbaren Optiken ist Canon halt überlegen derzeit, die ganzen langen Festbrennweiten mit Stabilisator und DO-Technik kann Nikon nicht bieten. Dafür hat Nikon jetzt das AF-S VR 4,0/200-400. Unsäglich auch, daß Nikon selbst immer noch keine AF-Zwischenringe anbietet.
Ansonsten nehmen die sich nichts vom System her. Bei Nikon brauchst Du je nach Objektiv andere Telekonverter (zumindest wenn Du die von Nikon nimmst), dafür kann man bei Canon die EF-S Objektive nicht auf den analogen und älteren digitalen Kameras verwenden, die man daher nicht als Zweitgehäuse nehmen kann. Und so ist mal der eine, mal der andere Hersteller besser.
Die Sigma-Objektive sind eine Bereicherung für alle Systeme. Die gibts aber auch für Pentax und Minolta, allerdings geht dann oft der HSM-Antrieb nicht oder irgendwelche anderen schönen Features.
Wenn Du nicht planst, bei einem System lange Zeit zu bleiben und richtig in die Optiken zu investieren, dürften die Kamera-Features natürlich mehr ins Gewicht fallen. Wenn das so ist, empfehle ich, auf
www.dpreview.com die fraglichen Modelle nebeneinander zu vergleichen (da gibts so eine Vergleichstabellenfunktion) und von den Favoriten dann die detaillierten Tests komplett zu lesen.
Maik