Lucanus cervus - Hirschkäfer

Die mit weltweit nur 100 Arten eher kleine Familie ist in Deutschland mit nur 7 Arten vertreten. Schröter sind mittelgroße bis sehr große Tiere mit oft ausgeprägtem Sexualdimorphismus, bei dem die Männchen auffällige Strukturen am Kopf zeigen. Der Lebenszyklus ist stark an Totholz gebunden. Alle Arten in Deutschland stehen unter besonderem Schutz.

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Lucanus cervus - Hirschkäfer

Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:18

Lucanus cervus - Hirschkäfer



Familie:
FAMILIE
Gattung:
GATTUNG
Art:
ART








Wissenswertes:
Die Käfer ernähren sich während ihres etwa 4 bis 6-wöchigens Lebens vor allem von Pflanzensäften von alten Eichen, die sie fliegend aufsuchen. Beide Geschlechter treffen an solchen Saftmalen der Bäume aufeinander. Begegnen sich zwei oder mehr Männchen der Art tragen sie harte Kämpfe um anwesende Weibchen aus, bei denen die gewaltigen Kiefer zum Einsatz kommen. Sofort nach der Paarung der Käfer sucht das Weibchen einen Platz zur Eiablage wie alte Laubbaumstämme oder Wurzelstümpfe in der unmittelbaren Umgebung. Das Weibchen gräbt sich bis zu einem Meter tief ein und legt hier 12-14 Eier unterirdisch an die Wurzel. Die Larven ernähren sich vom Holz der Wurzel und erreichen innerhalb von fünf bis sechs Jahren eine Größe von annähernd zehn Zentimetern. Im Herbst, verlässt die Larve das Holz, gräbt sich im Boden ein und verpuppt sich dort. Der Käfer schlüpft noch im selben Jahr, überwintert jedoch noch in der Puppenwiege und kommt erst im Sommer an die Oberfläche.
Merkmale:
Das bis zu 75 mm lange Männchen ist mit seinen großen, rötlich-schwarzen Kieferzangen unverkennbar und allgemein bekannt. Die Flügeldecken des bis zu 40 mm langen Weibchen, dessen Kieferzangen deutlich dezenter ausfallen, sind meist rötlich und zeigen einen ausgeprägt aufgeschlagenen Flügeldeckenrand. gelegentlich kommen auch ganz schwarze Tiere vor. Die Flügeldecken sind fein lederartig strukturiert und zeigen an den Rändern deutliche Hochwölbungen. Das ebenso wie die Elytren strukturierte Halsschild ist in der Regel schwarz gefärbt.
Verwechslungsarten:
Das Männchen ist unverwechselbar. Das Weibchen kann mit dem männlichen Balkenschröter (Dorcus parallelopipedis) verwechselt werden. Der Balkenschröter hat jedoch niemals rötliche Flügeldecken. Der weibliche Hirschkäfer hat zudem einen deutlich stärker gewölbten Flügeldeckenrand. Die Flügel zeigen eine lederartig strukturierte Oberfläche, die beim Balkenschröter eher grob punktiert erscheint. Der Balkenschröter ist zudem insgesamt deutlich flacher.
Lebensraum:
Der Käfer ist in ganz Mitteleuropa anzutreffen. Er kommt vor allem in alten Eichenwäldern bzw. alten eichenreichen Laubmischwäldern vor.
Aktivitätsmaximum:
Juni bis Juli, klimabedingt regional unterschiedlich.
Ernährungsweise:
pflanzlich Larven an Wurzelholz alter Laubbäumen, vor allem Eiche; Käfer lecken Pflanzensäfte von Laubbäumen
Gefährdung:
Der Käfer steht laut Bundesartenschutzverordnung unter Naturschutz und wird in den Roten Listen meist als stark gefährdet (Anhang 2) gelistet. Der Grund für den Bestandsrückgang ist ein Rückgang an geeigneten Brutstätten.
Besonderheiten:
Der Hirschkäfer ist unsere größte einheimische Käferart.


Artbeschreibung: Frederik f56 (AGEID3024) (bearbeitet durch Ajott (AGEID6829))




Fotograf:
Danijel (AGFID852)
Aufnahmeland:
Kroatien
vorgefundener Lebensraum:
Eichenwald Totholz
Aufnahmedatum:
21.06.2008
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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:18

Zusatzinformation:
Dieses Weibchen weicht von der Regefarbgebung ab - die Flügeldecken sind schwarz und nicht rotbraun.





Fotograf:
Thorsten (AGFID372)
Aufnahmeland:
Deutschland
Bundesland/Kanton:
Niedersachsen (Göhrde)
vorgefundener Lebensraum:
Alter Eichenwald
Aufnahmedatum:
08.07.2007
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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:18


Zusatzinformation:
Die Kieferzangen des Hirschkäfers dienen den Männchen im Kampf um ein Weibchen als mächtige Waffe. Wenn die Männchen sich begegnen kommt es zu einem erbitterten Kampf, bei welchem die Männchen versuchen, den anderen zum Rückzug zu veranlassen oder ihn vom Baum zu werfen. Dabei können sich die Tiere schwere Verletzungen der Flügeldecken und des Abdomens zufügen.
Artbeschreibung:
Frederik f56 (AGEID3024)





Fotograf:
Danijel (AGFID852)
Aufnahmeland:
Kroatien
vorgefundener Lebensraum:
Eichen-Mischwald
Aufnahmedatum:
21.06.2008
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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:19





Fotograf:
Joker (AGFID697)
Aufnahmeland:
Deutschland
Bundesland/Kanton:
Bayern
vorgefundener Lebensraum:
Garten
Aufnahmedatum:
02.07.2008
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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:19





Fotograf:
Thorsten (AGFID372)
Aufnahmeland:
Deutschland
Bundesland/Kanton:
Baden-Württemberg (Weisweil)
vorgefundener Lebensraum:
Rheinauen
Aufnahmedatum:
23.06.2004
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hirschkaefer_3_146.jpg (247.85 KiB) 228 mal betrachtet
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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:19


Zusatzinformation:
Das Bild zeigt eine Kümmerform des Hirschkäfers. Die Mandibeln sind deutlich schlechter ausgebildet als bei normal entwickelten Hirschkäfermännchen. Es wird davon ausgegangen, dass die Kümmerform Ergebnis einer suboptimalen Entwicklung ist, wenn zum Beispiel die Larve sich im Holz einer nicht geeigneten Baumart entwickelt bzw. allgemein zu wenig Nahrung gefunden hat. In der Folge ist es als unwahrscheinlich anzusehen, dass sich das Tier gegen ein voll entwickeltes Männchen beim typischen "Duell" durchsetzen kann. Bemerkenswert ist auch noch, dass es sich um die Farbvariante mit schwarzen Flügeldecken handelt.
Artbeschreibung:
Frederik f56 (AGEID3024)





Fotograf:
Thorsten (AGFID372)
Aufnahmeland:
Kroatien
vorgefundener Lebensraum:
Pinienwald
Aufnahmedatum:
28.06.2009
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lucanus_cervus_f_capreolus2_107.jpg (247.28 KiB) 228 mal betrachtet
lucanus_cervus_f_capreolus2_107.jpg
Zuletzt geändert von Ajott am 13. Okt 2017, 04:51, insgesamt 4-mal geändert.

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