Unbekannter Parasit einer Blattwespe
Verfasst: 4. Aug 2007, 13:02
Ich wollte mit dem Telekonverter eigentlich die winzige Blattwespe
fotografieren, die auf einer gelben Blüte saß bzw. da ständig in Bewegung war.
Erst beim längeren Blick durch die Linse sah ich den riesigen Parasiten,
den sie auf dem Rücken mit sich herumtrug.
Der saß keineswegs still da, sondern pulsierte und bewegte sich ebenfalls.
Er war weitgehend transparent, ich hatte das Gefühl, er ist durchsichtig und
ich kann im Inneren das Pulsieren sehen.
Irgendwann verließ er die Blattwespe - auf dem vorletzten Bild zu sehen, verkroch
sich dann aber ziemlich schnell.
Zurück blieb eine bewegungslose Blattwespe, die wohl völlig erschöpft war. Keine
Ahnung, wie lange der Parasit schon auf ihr war und ob er evt. Eier in sie abgelegt hat.
Hat jemand so etwas schon mal gesehen bzw. kann es identifizieren?
Leider sind durch die Bewegung der Wespe und die schlechten Lichtverhältnisse
die Bilder nicht besonders scharf geworden - auf die Idee, zu blitzen, bin ich
in der Situation leider gar nicht gekommen.
Habe ziemlich große (oder kleine) Ausschnitte gemacht und kräftig geschärft.
Gabi
edit (aufgrund des Hinweises von Stefanie füge ich hier einen Wikipedia-Artikel über die Larven der Schwebfliegen
ein):
Im Gegensatz zu den erwachsenen Tieren (Imagines) ist die Lebensweise der Larven vielfältiger. Sie unterscheiden sich vor allem
in der Wahl der Nahrung und sind entsprechend unterschiedlich gestaltet. So lebt etwa die Larve von Eristalis tenax in stark
verschmutzten Wasserpfützen und stellt einen Zeigerorganismus für diese Gewässer dar. Viele andere Arten sind als Larven Blattlausfresser,
wobei die Spezifität relativ wenig ausgeprägt ist. Zwar bevorzugen die Pipiza- und die Cnemodon-Arten wachsabscheidende Läuse während
etwa die Syrphus-Arten diese meiden, eine weitere Auswahl gibt es jedoch nicht.Insgesamt lassen sich die Schwebfliegenlarven in drei
ökologische Kategorien einteilen, an die sie jeweils optimal angepasst sind:
Die erste Gruppe besteht aus Arten, die sich von Pflanzenresten, Faulschlamm, Detritus und Pflanzensäften ernährt.
In diese Gruppe gehören etwa die Larven der Chrysogaster-Arten in feuchte Erde, Rhingia-Arten und die Kleine Mistbiene (Syritta pipiens)
im Kot verschiedener Säugetiere (Koprophagie) und Microdon-, Chrysotoxum-, Mallota-, Cerioides-, Zelima-, Spilomyia- und Ferdinandea-Arten
in feuchtem Holzmehl oder -mulm. Die nacktschneckenartigen Microdon-Arten leben auffällig häufig im Bereich von Ameisenbauten, werden
dort aber nicht attackiert. Temnostoma vespiforme lebt in selbstge"frästen" Gängen morscher Birkenstämme und Brachypoda bicolor
und Eristalis tenax sind Schlamm- und Detritusfresser in sehr feuchter Erde und in Jauchepfützen.
Die zweite Gruppe umfasst klassische Pflanzenfresser, also Arten, die sich von frischem pflanzlichen Material ernähren. Sie sind häufig
Minierer und Pflanzensaftschlürfer. In diese Gruppe gehört etwa die Narzissenfliege (Lampetia armipes).
Die dritte Gruppe beinhaltet räuberisch lebende Larven. Hierunter fallen die Volucella-Arten, die in Nestern von Hummeln, Hornissen
und Wespen leben und hier teilweise von pflanzlichem Abfall und teilweise von ihren "Gastgebern" leben. Xanthrandus comptus und
Syrphus tricinctus fressen Blattläuse und saugen auch größere Raupen von Schmetterlingen und Blattwespen (Afterraupen) aus.
Memesbrina-Arten jagen im Dung nach den Larven anderer Fliegen und Syrphunigritarsis-Arten fressen die Eier und später auch
die Larven spezifischer Blattkäfer. Etwa 100 Arten in Mitteleuropa sind Blattlausjäger und jagen in der Dämmerung nach ihrer Beute,
die sie mit den kräftigen Mundwerkzeugen attackieren und aussaugen. Dabei frisst eine Larve bis zu 100 Blattläuse pro Tag.
fotografieren, die auf einer gelben Blüte saß bzw. da ständig in Bewegung war.
Erst beim längeren Blick durch die Linse sah ich den riesigen Parasiten,
den sie auf dem Rücken mit sich herumtrug.
Der saß keineswegs still da, sondern pulsierte und bewegte sich ebenfalls.
Er war weitgehend transparent, ich hatte das Gefühl, er ist durchsichtig und
ich kann im Inneren das Pulsieren sehen.
Irgendwann verließ er die Blattwespe - auf dem vorletzten Bild zu sehen, verkroch
sich dann aber ziemlich schnell.
Zurück blieb eine bewegungslose Blattwespe, die wohl völlig erschöpft war. Keine
Ahnung, wie lange der Parasit schon auf ihr war und ob er evt. Eier in sie abgelegt hat.
Hat jemand so etwas schon mal gesehen bzw. kann es identifizieren?
Leider sind durch die Bewegung der Wespe und die schlechten Lichtverhältnisse
die Bilder nicht besonders scharf geworden - auf die Idee, zu blitzen, bin ich
in der Situation leider gar nicht gekommen.
Habe ziemlich große (oder kleine) Ausschnitte gemacht und kräftig geschärft.
Gabi
edit (aufgrund des Hinweises von Stefanie füge ich hier einen Wikipedia-Artikel über die Larven der Schwebfliegen
ein):
Im Gegensatz zu den erwachsenen Tieren (Imagines) ist die Lebensweise der Larven vielfältiger. Sie unterscheiden sich vor allem
in der Wahl der Nahrung und sind entsprechend unterschiedlich gestaltet. So lebt etwa die Larve von Eristalis tenax in stark
verschmutzten Wasserpfützen und stellt einen Zeigerorganismus für diese Gewässer dar. Viele andere Arten sind als Larven Blattlausfresser,
wobei die Spezifität relativ wenig ausgeprägt ist. Zwar bevorzugen die Pipiza- und die Cnemodon-Arten wachsabscheidende Läuse während
etwa die Syrphus-Arten diese meiden, eine weitere Auswahl gibt es jedoch nicht.Insgesamt lassen sich die Schwebfliegenlarven in drei
ökologische Kategorien einteilen, an die sie jeweils optimal angepasst sind:
Die erste Gruppe besteht aus Arten, die sich von Pflanzenresten, Faulschlamm, Detritus und Pflanzensäften ernährt.
In diese Gruppe gehören etwa die Larven der Chrysogaster-Arten in feuchte Erde, Rhingia-Arten und die Kleine Mistbiene (Syritta pipiens)
im Kot verschiedener Säugetiere (Koprophagie) und Microdon-, Chrysotoxum-, Mallota-, Cerioides-, Zelima-, Spilomyia- und Ferdinandea-Arten
in feuchtem Holzmehl oder -mulm. Die nacktschneckenartigen Microdon-Arten leben auffällig häufig im Bereich von Ameisenbauten, werden
dort aber nicht attackiert. Temnostoma vespiforme lebt in selbstge"frästen" Gängen morscher Birkenstämme und Brachypoda bicolor
und Eristalis tenax sind Schlamm- und Detritusfresser in sehr feuchter Erde und in Jauchepfützen.
Die zweite Gruppe umfasst klassische Pflanzenfresser, also Arten, die sich von frischem pflanzlichen Material ernähren. Sie sind häufig
Minierer und Pflanzensaftschlürfer. In diese Gruppe gehört etwa die Narzissenfliege (Lampetia armipes).
Die dritte Gruppe beinhaltet räuberisch lebende Larven. Hierunter fallen die Volucella-Arten, die in Nestern von Hummeln, Hornissen
und Wespen leben und hier teilweise von pflanzlichem Abfall und teilweise von ihren "Gastgebern" leben. Xanthrandus comptus und
Syrphus tricinctus fressen Blattläuse und saugen auch größere Raupen von Schmetterlingen und Blattwespen (Afterraupen) aus.
Memesbrina-Arten jagen im Dung nach den Larven anderer Fliegen und Syrphunigritarsis-Arten fressen die Eier und später auch
die Larven spezifischer Blattkäfer. Etwa 100 Arten in Mitteleuropa sind Blattlausjäger und jagen in der Dämmerung nach ihrer Beute,
die sie mit den kräftigen Mundwerkzeugen attackieren und aussaugen. Dabei frisst eine Larve bis zu 100 Blattläuse pro Tag.