Orchis spitzelii | Spitzels Knabenkraut
Verfasst: 7. Aug 2016, 00:02
Hallo Ihr Lieben,
es wird mal wieder Zeit für eine kleine Orchideen-Doku von mir. Ich möchte Euch eine Orchidee vorstellen,
die bisher nicht im Forum gezeigt wurde. Der Grund dafür ist sicher, dass die Art im deutschsprachigen Raum
Europas extrem selten ist. In D ist der letzte Beleg 100 Jahre alt und aus Österreich und der Schweiz sind,
jeweils, nur ein stabiles Vorkommen bekannt.
Dieses Jahr bin ich mit meinem Bruder aufgebrochen um den Standort in Österreich aufzusuchen. Für mich
war es auch das erste „Techtelmechtel“ mit dieser, wirklich wunderschönen, Orchidee, dementsprechend
aufregend war der Ausflug. Das Vorkommen in Österreich liegt in einem touristisch gut erschlossenen Gebiet,
aber man muss den Aufstieg schon „mögen“
Und so wurden die Wanderer auf dem Weg nach oben immer
weniger, bis wir schliesslich die letzten ca. 200 Höhenmeter alleine zurück legten.
Am Standort trafen wir dann aber zwei weitere Orchideenfreunde und konnten mit Gleichgesinnten ein nettes
Gespräch führen. Die Jungs waren aus dem erweiterten Bekanntenkreis von Norbert Griebl, den der ein oder
andere sicher als Buchautor über die Orchideenwelt Österreichs kennt.
Ein paar Infos zu Orchis spitzelii:
Im weitesten Sinne wird O. spitzelii bei O. patens eigeordnet, mit den bei uns vorkommenden Orchis der
militaris oder mascula Gruppe hat sie also erstmal nur bedingt was zu tun. Interessant ist das Verbreitungsgebiet,
das sich über unterschiedlichste Biotope und auch Höhenbereiche erstreckt. So liegen die Vorkommen in Österreich
und der Schweiz durch aus am Berg
ebenso verhält es sich im französischen Vercors oder dem italienischen Trentino,
auf der schwedischen Insel Gotland kann man O. spitzelii allerdings auf Meereshöhe mit Brandung im Hintergrund fotografieren.
Die Standorte können Kiefern-, Buchen- und Mischwäldern sein, Almwiesen oder felsige vegetationsarme Berghänge.
Einzig Kalk scheint eine Voraussetzung für das Wachstum zu sein.
Es wird vermutet, dass das heterogene Verbreitungsgebiet ursächlich damit zu erklären ist, dass die Art ursprünglich
über ein sehr großes Verbreitungsgebiet hatte und dass z.B. der Standort auf Gotland ein Reliktstandort aus den
frühen Tagen der Art ist.
Als Bestäuber fungieren Hummeln und Wildbienen.
Als Hybriden sind folgende beschrieben:
• Orchis patens × Orchis spitzelii
• Orchis mascula × Orchis spitzelii
• Orchis purpurea × Orchis spitzelii
• Orchis pallens × Orchis spitzelii
• Orchis mascula × Orchis spitzelii
• Orchis provincialis × Orchis spitzelii
• Orchis olbiensis × Orchis spitzelii
(Für die Spezialisten noch der Hinweis: Ich finde es schon interessant, dass Hybriden sowohl mit der militaris-Gruppe
als auch der mascula-Gruppe bekannt sind, da die beiden Gruppen miteinander nicht hybridisieren.)
Die Bilder die ich machen konnte sind für mich nur bedingt befriedigend gewesen, aber das Wetter hat nicht wirklich
mitgespielt und die körperliche Erschöpfung ist dann auch ein Faktor der nicht zu unterschätzen ist.
Ich hoffe Euch gefallen die Bilder dennoch ein wenig.
lg
Flo
P.S.: Kleiner Hinweis noch zum Standort. Der Bestand machte einen soliden Eindruck, wir haben sicher 60 Pflanzen
gefunden, ich denke eine ausgiebige Suche hätte bestimmt eine dreistellige Individuenzahl ergeben. Die Pflanzen
standen alle in einem Heidekrautpolster. Wohl beeinflusst das das Klima so positiv, dass die Pflanzen vor dem
Erfrieren geschützt werden.
es wird mal wieder Zeit für eine kleine Orchideen-Doku von mir. Ich möchte Euch eine Orchidee vorstellen,
die bisher nicht im Forum gezeigt wurde. Der Grund dafür ist sicher, dass die Art im deutschsprachigen Raum
Europas extrem selten ist. In D ist der letzte Beleg 100 Jahre alt und aus Österreich und der Schweiz sind,
jeweils, nur ein stabiles Vorkommen bekannt.
Dieses Jahr bin ich mit meinem Bruder aufgebrochen um den Standort in Österreich aufzusuchen. Für mich
war es auch das erste „Techtelmechtel“ mit dieser, wirklich wunderschönen, Orchidee, dementsprechend
aufregend war der Ausflug. Das Vorkommen in Österreich liegt in einem touristisch gut erschlossenen Gebiet,
aber man muss den Aufstieg schon „mögen“
weniger, bis wir schliesslich die letzten ca. 200 Höhenmeter alleine zurück legten.
Am Standort trafen wir dann aber zwei weitere Orchideenfreunde und konnten mit Gleichgesinnten ein nettes
Gespräch führen. Die Jungs waren aus dem erweiterten Bekanntenkreis von Norbert Griebl, den der ein oder
andere sicher als Buchautor über die Orchideenwelt Österreichs kennt.
Ein paar Infos zu Orchis spitzelii:
Im weitesten Sinne wird O. spitzelii bei O. patens eigeordnet, mit den bei uns vorkommenden Orchis der
militaris oder mascula Gruppe hat sie also erstmal nur bedingt was zu tun. Interessant ist das Verbreitungsgebiet,
das sich über unterschiedlichste Biotope und auch Höhenbereiche erstreckt. So liegen die Vorkommen in Österreich
und der Schweiz durch aus am Berg
auf der schwedischen Insel Gotland kann man O. spitzelii allerdings auf Meereshöhe mit Brandung im Hintergrund fotografieren.
Die Standorte können Kiefern-, Buchen- und Mischwäldern sein, Almwiesen oder felsige vegetationsarme Berghänge.
Einzig Kalk scheint eine Voraussetzung für das Wachstum zu sein.
Es wird vermutet, dass das heterogene Verbreitungsgebiet ursächlich damit zu erklären ist, dass die Art ursprünglich
über ein sehr großes Verbreitungsgebiet hatte und dass z.B. der Standort auf Gotland ein Reliktstandort aus den
frühen Tagen der Art ist.
Als Bestäuber fungieren Hummeln und Wildbienen.
Als Hybriden sind folgende beschrieben:
• Orchis patens × Orchis spitzelii
• Orchis mascula × Orchis spitzelii
• Orchis purpurea × Orchis spitzelii
• Orchis pallens × Orchis spitzelii
• Orchis mascula × Orchis spitzelii
• Orchis provincialis × Orchis spitzelii
• Orchis olbiensis × Orchis spitzelii
(Für die Spezialisten noch der Hinweis: Ich finde es schon interessant, dass Hybriden sowohl mit der militaris-Gruppe
als auch der mascula-Gruppe bekannt sind, da die beiden Gruppen miteinander nicht hybridisieren.)
Die Bilder die ich machen konnte sind für mich nur bedingt befriedigend gewesen, aber das Wetter hat nicht wirklich
mitgespielt und die körperliche Erschöpfung ist dann auch ein Faktor der nicht zu unterschätzen ist.
Ich hoffe Euch gefallen die Bilder dennoch ein wenig.
lg
Flo
P.S.: Kleiner Hinweis noch zum Standort. Der Bestand machte einen soliden Eindruck, wir haben sicher 60 Pflanzen
gefunden, ich denke eine ausgiebige Suche hätte bestimmt eine dreistellige Individuenzahl ergeben. Die Pflanzen
standen alle in einem Heidekrautpolster. Wohl beeinflusst das das Klima so positiv, dass die Pflanzen vor dem
Erfrieren geschützt werden.