Serengeti in der Kiesgrube
Verfasst: 22. Jul 2020, 15:36
Hallo zusammen,
in "meiner" Kiesgrube gibt es eine Stelle, an der der Sand richtig festgetrampelt ist. Ein Besuch in der Serengeti kann nicht spannender sein, als sich hier eine Weile hinzuhocken und Augen und Ohren aufzusperren. Der Boden ist übersät mit Löchern verschiedenster Durchmesser. Manche in der Art von Vulkanschloten in der Mitte aufgeworfener kleiner Sandhügel. Die Öffnungen führen zu Verstecken von Larven oder zu Nestern diverser Insekten, die diese in der Tiefe angelegt haben.
Am Boden gehen die Sandlaufkäfer auf Jagd. Dabei machen sie offenbar auch vor ihrem eigenen Nachwuchs nicht halt, der seinerseits in seinen Erdröhren auf Beute lauert.
Ameisen wuseln auf Nahrungssuche umher. Wildbienen bauen und versorgen ihre Nester...
Die Knotenwespen kommen langsam im Tiefflug zu ihren Nestern zurück, schwer mit Larvenproviant beladen. Je nach Art besteht der Proviant entweder aus Rüsselkäfern (Sandknotenwespe (Cerceris arenaria)) oder kleinen Wildbienen (Bienenjagende Knotenwespe (Cerceris rybyensis)).
Nach der Landung in unmittelbarer Nähe des Nestes werden die erbeuteten Stücke unverzüglich unter die Erde verbracht.
Die auffällig hübschen, kleinen Sand-Goldwespen (Hedychrum nobile) patrouillieren zwischen den Nestern der Knotenwespen hin und her. Sie dringen in deren Nester ein, um ein Ei darin abzulegen. Die Larven der Goldwespen ernähren sich von den Larven der Knotenwespen und offenbar auch von deren Larvenproviant. Natürlich bleibt es nicht aus, dass sie dabei auf die eigentliche Besitzerin treffen, die geeignete Maßnahmen ergreift, um den Eindringling los zu werden. Immer wieder sieht man Goldwespen bedröppelt aus den Nesteingängen hervorstürzen. Offensichtlich sind sie aber gut auf die Stechattacken der "Gastgeberin" vorbereitet. Die empfindlichen Beine werden In ihre konkave Hinterleibs-Unterseite eingezogen und dann kugelt sich das Insekt zusammen. Der Körpers ist so gut gepanzert, dass ihnen die Stiche der Knotenwespe meist nichts anhaben können.
Nach einigen Minuten starten die Knotenwespen wieder zur Jagd - oder zur Nahrungssuche. Wenn sie das Nest verlassen haben, umkreisen sie den Nesteingang und prägen sich das Umfeld genau ein, damit sie ihn bei der Rückkehr wiedererkennen. Einige Meter weiter blühen verschiedene Kräuter, auf denen man die beiden Kontrahenten bei der Futtersuche antreffen kann - sie ernähren sich von Blütenstaub und Nektar.
Gruß Herbert
in "meiner" Kiesgrube gibt es eine Stelle, an der der Sand richtig festgetrampelt ist. Ein Besuch in der Serengeti kann nicht spannender sein, als sich hier eine Weile hinzuhocken und Augen und Ohren aufzusperren. Der Boden ist übersät mit Löchern verschiedenster Durchmesser. Manche in der Art von Vulkanschloten in der Mitte aufgeworfener kleiner Sandhügel. Die Öffnungen führen zu Verstecken von Larven oder zu Nestern diverser Insekten, die diese in der Tiefe angelegt haben.
Am Boden gehen die Sandlaufkäfer auf Jagd. Dabei machen sie offenbar auch vor ihrem eigenen Nachwuchs nicht halt, der seinerseits in seinen Erdröhren auf Beute lauert.
Ameisen wuseln auf Nahrungssuche umher. Wildbienen bauen und versorgen ihre Nester...
Die Knotenwespen kommen langsam im Tiefflug zu ihren Nestern zurück, schwer mit Larvenproviant beladen. Je nach Art besteht der Proviant entweder aus Rüsselkäfern (Sandknotenwespe (Cerceris arenaria)) oder kleinen Wildbienen (Bienenjagende Knotenwespe (Cerceris rybyensis)).
Nach der Landung in unmittelbarer Nähe des Nestes werden die erbeuteten Stücke unverzüglich unter die Erde verbracht.
Die auffällig hübschen, kleinen Sand-Goldwespen (Hedychrum nobile) patrouillieren zwischen den Nestern der Knotenwespen hin und her. Sie dringen in deren Nester ein, um ein Ei darin abzulegen. Die Larven der Goldwespen ernähren sich von den Larven der Knotenwespen und offenbar auch von deren Larvenproviant. Natürlich bleibt es nicht aus, dass sie dabei auf die eigentliche Besitzerin treffen, die geeignete Maßnahmen ergreift, um den Eindringling los zu werden. Immer wieder sieht man Goldwespen bedröppelt aus den Nesteingängen hervorstürzen. Offensichtlich sind sie aber gut auf die Stechattacken der "Gastgeberin" vorbereitet. Die empfindlichen Beine werden In ihre konkave Hinterleibs-Unterseite eingezogen und dann kugelt sich das Insekt zusammen. Der Körpers ist so gut gepanzert, dass ihnen die Stiche der Knotenwespe meist nichts anhaben können.
Nach einigen Minuten starten die Knotenwespen wieder zur Jagd - oder zur Nahrungssuche. Wenn sie das Nest verlassen haben, umkreisen sie den Nesteingang und prägen sich das Umfeld genau ein, damit sie ihn bei der Rückkehr wiedererkennen. Einige Meter weiter blühen verschiedene Kräuter, auf denen man die beiden Kontrahenten bei der Futtersuche antreffen kann - sie ernähren sich von Blütenstaub und Nektar.
Gruß Herbert