Amazonen in Mainfranken
Verfasst: 18. Nov 2009, 19:52
In dieser Doku möchte ich euch eine unserer interessantesten einheimischen Ameisenarten vorstellen:
Die Amazonenameise Polyergus rufescens (Latreille 1798).
Die Art gehört wie die Waldameisen (Formica) oder die Rossmeisen (Camponotus) zur Unterfamilie der Schuppenameisen (Formicinae).
Gemeinsame Merkmale sind der eingliedrige, schuppenförmige Petiolus zwischen Thorax und Abdomen sowie der fehlende Stachel. Statt diesem besitzen sie eine Säuredrüse, die am Gasterende im von einem runden Haarkranz umgebenen Acidoporus mündet.
Die Arbeiterinnen von P. rufescens sind rot bis rotbraun gefärbt und 5 bis 7 mm lang, zwei von ihnen sind auf Bild 1 zu sehen.
Bild 2 zeigt das Portrait einer Arbeiterin, auf dem das auffälligste Merkmal dieser Art zu sehen ist:
Die langen, zu Dolchen umgebildeten Mandibeln.
Diese sind eine Anpassung an die Lebensweise dieser Art, handelt es sich bei Polyergus doch um spezialisierte Sklavenjäger.
Als Sklaven werden dabei die Arbeiterinnen einiger kleinerer Formicaarten (Subgenus Serviformica) gehalten.
Diese übernehmen im Nest der Amazonen die Brutpflege & Nahrungsbeschaffung.
Die Amazonenameisen selbst sind dazu nicht mehr fähig und müssen gefüttert werden.
Bild 3 zeigt eine Arbeiterin von Polyergus rufescens mit einer Sklavenameise, vermutlich Formica cunicularia.
Die Sklavenameisen werden als Larven oder Puppen aus ihren Heimatnestern geraubt.
Dazu schwärmen zunächst einzelne Aufklärerinnen aus dem Polyergus-Nest aus und suchen ein geeignetes Formica-Nest.
Wird eine Aufklärerin von den Formica entdeckt, wird sie mit äußerster Aggressivität attackiert.
Bleibt sie jedoch unentdeckt, kehrt sie zu ihrem Nest zurück und rekrutiert bis zu 1500 ihrer Artgenossinnen.
Diese Armee marschiert dann zum Formica-Nest, wobei sie sich anhand des polarisierten UV-Lichtes am Himmel orientiert.
Das angegriffene Nest wird meist kampflos geplündert, da die Formica-Arbeiterinnen durch ein Propagandapheromon vertrieben werden. Leistet doch mal eine Widerstand, wird sie durch einen Biss in die Kopfkapsel schnell niedergemacht.
Die Puppen und Larven im letzten Entwichlungsstadium werden anschließend von den Polyergus exakt auf der Anmarschroute ins eigene Nest transportiert (Bild 4).
Die Formica schlüpfen im Nest der Amazonenameisen und versorgen diese und ihre Brut wie ihr eigenes Volk.
Die Amazonenameise ist eigentlich in ganz Deutschland zerstreut verbreitet, sie zu finden ist allerdings nicht so einfach.
An den Nestern sind meist nur die Sklaven zu sehen und man kann sie daher leicht mit einem Formica-Nest verwechseln.
Auffällig sind nur die an heißen Tagen nachmittags bis abends stattfindenden Raubzüge - einen kleinen Eindruck von dem was man mit dem bloßen Auge sehen kann liefert Bild 5.
Quellen:
Seifert, B. Ameisen; Naturbuch Verlag, 1996.
http://de.wikipedia.org/wiki/Amazonenameise
P.S.: Ein "Kuss" einer Amazonenameise geht im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut!
Die Amazonenameise Polyergus rufescens (Latreille 1798).
Die Art gehört wie die Waldameisen (Formica) oder die Rossmeisen (Camponotus) zur Unterfamilie der Schuppenameisen (Formicinae).
Gemeinsame Merkmale sind der eingliedrige, schuppenförmige Petiolus zwischen Thorax und Abdomen sowie der fehlende Stachel. Statt diesem besitzen sie eine Säuredrüse, die am Gasterende im von einem runden Haarkranz umgebenen Acidoporus mündet.
Die Arbeiterinnen von P. rufescens sind rot bis rotbraun gefärbt und 5 bis 7 mm lang, zwei von ihnen sind auf Bild 1 zu sehen.
Bild 2 zeigt das Portrait einer Arbeiterin, auf dem das auffälligste Merkmal dieser Art zu sehen ist:
Die langen, zu Dolchen umgebildeten Mandibeln.
Diese sind eine Anpassung an die Lebensweise dieser Art, handelt es sich bei Polyergus doch um spezialisierte Sklavenjäger.
Als Sklaven werden dabei die Arbeiterinnen einiger kleinerer Formicaarten (Subgenus Serviformica) gehalten.
Diese übernehmen im Nest der Amazonen die Brutpflege & Nahrungsbeschaffung.
Die Amazonenameisen selbst sind dazu nicht mehr fähig und müssen gefüttert werden.
Bild 3 zeigt eine Arbeiterin von Polyergus rufescens mit einer Sklavenameise, vermutlich Formica cunicularia.
Die Sklavenameisen werden als Larven oder Puppen aus ihren Heimatnestern geraubt.
Dazu schwärmen zunächst einzelne Aufklärerinnen aus dem Polyergus-Nest aus und suchen ein geeignetes Formica-Nest.
Wird eine Aufklärerin von den Formica entdeckt, wird sie mit äußerster Aggressivität attackiert.
Bleibt sie jedoch unentdeckt, kehrt sie zu ihrem Nest zurück und rekrutiert bis zu 1500 ihrer Artgenossinnen.
Diese Armee marschiert dann zum Formica-Nest, wobei sie sich anhand des polarisierten UV-Lichtes am Himmel orientiert.
Das angegriffene Nest wird meist kampflos geplündert, da die Formica-Arbeiterinnen durch ein Propagandapheromon vertrieben werden. Leistet doch mal eine Widerstand, wird sie durch einen Biss in die Kopfkapsel schnell niedergemacht.
Die Puppen und Larven im letzten Entwichlungsstadium werden anschließend von den Polyergus exakt auf der Anmarschroute ins eigene Nest transportiert (Bild 4).
Die Formica schlüpfen im Nest der Amazonenameisen und versorgen diese und ihre Brut wie ihr eigenes Volk.
Die Amazonenameise ist eigentlich in ganz Deutschland zerstreut verbreitet, sie zu finden ist allerdings nicht so einfach.
An den Nestern sind meist nur die Sklaven zu sehen und man kann sie daher leicht mit einem Formica-Nest verwechseln.
Auffällig sind nur die an heißen Tagen nachmittags bis abends stattfindenden Raubzüge - einen kleinen Eindruck von dem was man mit dem bloßen Auge sehen kann liefert Bild 5.
Quellen:
Seifert, B. Ameisen; Naturbuch Verlag, 1996.
http://de.wikipedia.org/wiki/Amazonenameise
P.S.: Ein "Kuss" einer Amazonenameise geht im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut!

