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Neozephyrus quercus - Blauer Eichenzipfelfalter

Verfasst: 2. Jul 2011, 20:56
von Petra L
Hallo zusammen,

vielleicht habt Ihr es mitbekommen. Am Sonntagmorgen in Hillscheid habe
ich auf dem Weg zu einem Kaffee den Blauen Eichenzipfelfalter gesehen
und versucht, ihn ohne Brille und ohne Stativ abzulichten (weil verliehen :roll: ).
Das ist mir mehr schlecht als recht gelungen ;) Ich verlink ihn hier nochmal für alle,
die ihn nicht (komplett) gesehen haben.

Diesen Flieger sieht man äussert selten bis gar nie nicht,
da sein Lebensmittelpunkt sich in den Kronen von Eichen
befindet...

Nun, heute... auf dem Weg nach Hause... sah ich im Augenwinkel
etwas im Gebüsch hocken. Fast Ton in Ton mit dem Ansitz (Brombeergebüsch).

War es letztes Mal finsterer Wald, so forderte mich dieses Mal
volle Sonne auf einem kleinen Fleck des Ansitzes heraus...

Ich hab mindestens drei Mal hingeschaut, weil ich nicht wusste, was ich da sah.
Erst gab es nämlich "geöffnete Flügel". Und die waren alles andere als "heile".
Nach einer Weile hat der Flieger dann die Flügel geschlossen...
Und dann hättet Ihr, wäret Ihr dabei gewesen, das Greenhorn mit offenem
Mund darstehen sehen können :shock:

Die Bilder sind nicht perfekt, aber die muss ich Euch einfach zeigen.
Binnen einer Woche zweimal denselben seltenen Flieger zu sehen...
Das kann auch ein Greenhorn alleine nur schwer verkraften ....

Viel Freude beim Anschauen und Mitfreuen.

Netten Gruss
Petra

Verfasst: 3. Jul 2011, 07:33
von Silvia H.
Hallo Petra,
was für ein Glück. (das Glück ist mit dem/der Tüchtigen :wink: )
Der sieht aber schon ganz schön zerfleddert aus.
Eindrucksvolle Doku und das 3. in einer sagenhaften Schärfe.
Danke fürs Zeigen.
Lieben Gruß
Silvia

Verfasst: 3. Jul 2011, 09:53
von jochen rodenkirchen
Hallo Petra,

der Falter hatte Glück und konnte sich noch einmal aus einem
Vogelschnabel freiflattern. Ein schönes Dokument darüber, wie
es in der Natur zugeht. Prima, daß Du die Aufnahmen noch
nachgeschoben hast.
Grüße aus Erftstadt
Jochen

Verfasst: 3. Jul 2011, 16:07
von Maring
Hallo Petra,

schön das du den zerrupften Falter ein paar Bilder
abgeluxt hast. Das 3. ist besonders interessant.

Viele Grüße

Ingrid

Verfasst: 4. Jul 2011, 12:59
von ULiULi
Hallo Petra,

da kann ich Dich ja nur beglückwünschen.
Das dritte Foto mit den Haaren auf den Augen beeindruckt besonders.
Schade, dass das Licht gerade so hart war, sonst hätte man sicher noch
mehr Details erkennen können. Ist aber auch so schon klasse.
Beim zweiten Foto finde ich den Schreckenfühler witzig. Ganz schön belebt,
Dein Revier.

Danke für's zeigen / ULi

Verfasst: 5. Jul 2011, 18:38
von Gabi Buschmann
Hallo, Petra,

das ist ja ein Ding, dass du diesen seltenen Falter so kurz
hintereinander an völlig verschiedenen Orten gefunden hast.
Dieser hier ist wahrscheinlich derselbe, und er ist nur deshalb
so zerfleddert, weil er dir aus Hillscheid gefolgt ist und auf
diesem Flug einiges durchzustehen hatte :-) .
Vielen Dank fürs Zeigen!

Gabi

PS: Die Haare auf den Augen sehen klasse aus!

Verfasst: 5. Jul 2011, 21:01
von harai
Hallo Petra,

ja Glück muß man haben und es war auf Deiner Seite. Trotz des harten Lichtes hast Du die Qualität doch recht gut hinbekommen. Leider gibt es diese Jahr hier kaum Falter, noch nicht mal die am häufigsten auftreten.

Verfasst: 6. Jul 2011, 20:41
von Goldauge
wirklich ein Glücksfall ....... daß Du den so ohne Zipfel überhaupt erkannt hast.... :wink:

und schön abgelichtet ist er doch auch - besonders, wie schon erwähnt, das letzte Foto vom Auge....

Verfasst: 22. Jul 2011, 11:24
von Makrotom
Hallo Petra,

ein denkwürdiger Fund. Die Angabe von Forster dass die Falter sich vorwiegend in Baumkronen aufhalten, ist eine Momentaufnahme ! In den Morgenstunden kommen sie zum Boden um zu saugen und können am späten Nachmittag erneut in Bodennähe (in der Sonne spielend) angetroffen werden. Erst mit dem Untergang der Sonne verschwinden sie wieder. Am häufigstern kann man sie morgens zwischen 10 und 11 Uhr antreffen. Mittags hält sich quercus im Schatten und zwar im Gras an nassen Stellen auf. In trockenen Jahren sammeln sie sich gerne an Pfützen oder verbliebenen Schlammstellen. Ich zitiere eine Beobachtung von F.Vogel aus Hardheim: "Im Jahr 1983 herrschte zur Flugzeit von quercus so trocken heißes Sommerwetter, dass Zehntausende dieses Falters Hardheims Laubwälder bevölkerten. Sie saßen vor allem auf gelbblütigen Pflanzen und stockwerkartig übereinander auf allerlei Laubwerk."
Ich glaube ich muß einmal (nach dreißig Jahen !) überprüfen ob der Falter in Hardheim noch fliegt :idea: .

LG
Thomas

Verfasst: 22. Jul 2011, 11:58
von Petra L
Hallo Thomas,

vielen Dank für Deine interessanten Erläuterungen. Von der Tageszeit her
passen beide Funde zu Deinen Ausführungen. Den Ersten fand ich um 8 Uhr herum (Hillscheid)
im noch dunklen Wald, den Zweiten am Vormittag, ich glaube so gegen 11 Uhr
am besonnten Waldrand. Falls Du tatsächlich mal nach Hardheim fahren solltest,
freue ich mich schon auf Deinen Lagebericht :)

Netten Gruss
Petra