Spinnen im Haus Teil 1
Verfasst: 15. Mai 2007, 23:34
Hi, vom schlechten Wetter getrieben, hab ich mich in den letzten Tagen im Haus auf die Suche gemacht und beschlossen (mindestens) eine Doku über Spinnen im Haus zu machen. (Man findet eigentlich immer was und oft auch interessante Szenen)
Manche Spinnenarten leben schon seit Menschengedenken synanthrop, als in menschlichen Behausungen. Sie genießen den Schutz eines festen Gebäudes, wenngleich die Bewohner sie nicht immer gerne sehen.
Das Paradebeispiel unbeliebter Hausspinnen sind die Arten der Gattung Tegenaria, die wir als die typischen „Hausspinnen“ bezeichnen. Sie werden in der Regel sehr groß, sind dunkel und haben lange haarige Beine ( Der Albtraum vieler Hausfrauen und auch -männer).
Tegenaria atrica, die wohl häufigste der drei „Hausspinne“ der Gattung der Trichternetzspinnen wird als Weibchen fast 2cm lang (ohne Beine), die Männchen wirken durch die langen Beine oft noch größer. Sie wandern auch gern im Haus herum um Weibchen zu suchen und sind dann oft in Badewannen anzutreffen. Atrica wirkt wie in Bild 1 zu sehen recht duster und bedrohlich, erst im Portrait (Bild 2) sieht man die „Schönheit“ der Details. Aber das muss ich gerade euch nicht erzählen.
Bild 3 zeigt auch eine sehr häufige, allerdings wesentlich kleinere „Hausspinne“, die Fettspinne Steatoda bipunctata (hier ein Männchen). Die sehr anspruchslose Art gehört zur Familie der Kugelspinnen und ist damit eine weitläufige Verwandte der berüchtigten schwarzen Witwe. Einer Schwesternart Steatoda paykulliana wird eine ebenfalls recht unangenehme Bisswirkung nachgesagt. Die Fettspinne allerdings ist für den Menschen absolut harmlos. Ihr Gift scheint aber für Arthropoden doch recht wirksam zu sein, sodass sie sich auch an größere Insekten heranwagt. Im Bild sieht man eine große Holzschlupfwespe, die sich im Raumnetz der Fettspinne verfangen hat und nun von Steatoda attackiert wird. Nach zehn Minuten war allerdings der Kampf vorbei und die Wespe konnte sich befreien ohne gebissen worden zu sein.
Als letzte Art für heute möchte ich noch einen Neubürger vorstellen, den kürzlich schon ein Forumsuser (ich glaub Holger) gezeigt hat. Deshalb auch nur nochmal kurz das Besondere an der Uloborus plumipes (Wie ich lernen konnte auch Federfußspinne genannt): Sie war ursprünglich rein tropisch, vor einigen Jahrzehnten dann auch im Mittelmeerraum verbreitet. Seit ungefähr 1990/91 breitete sie sich dann auch in Mitteleuropa vor allem in den Beneluxstaaten, dann auch in Deutschland aus. Allerdings kommt sie nur in Gewächshäusern, Wintergärten und Gartencentern vor, sie verbreitet sich wohl äußerst erfolgreich mit Pflanzentransporten. Interessant ist auch die Tatsache, dass die Spinne zu einer der ganz wenigen ungiftigen Spinnenfamilien (Kräuselradnetzspinnen) gehört. Der Name rührt daher, dass sie auf ihre Radnetze keine Leimtröpfchen aufbringen, sonder so ne Art Kräuselwolle, in der sich dann die Insekten verheddern. Bild 4 und 5 zeigt das Weibchen bei der Bewachung seines Kokons, einmal seitlich, einmal frontal.
So das waren nun 3 ganz banale, häufige Arten im Haus, die hier nur leben, weil sie auf Dauer Futter finden. Das sollte jeder bedenken, der „Hausspinne“ rausschmeißt oder tötet. Damit erhöht er automatisch die Häufigkeit von verschiedenen Insekten (Silberfischchen,Fliegen, Mücken) und Asseln.
Ich hoffe, die Bilder sind anschaubar und der Text nicht zu langweilig!
LG Jürgen
Manche Spinnenarten leben schon seit Menschengedenken synanthrop, als in menschlichen Behausungen. Sie genießen den Schutz eines festen Gebäudes, wenngleich die Bewohner sie nicht immer gerne sehen.
Das Paradebeispiel unbeliebter Hausspinnen sind die Arten der Gattung Tegenaria, die wir als die typischen „Hausspinnen“ bezeichnen. Sie werden in der Regel sehr groß, sind dunkel und haben lange haarige Beine ( Der Albtraum vieler Hausfrauen und auch -männer).
Tegenaria atrica, die wohl häufigste der drei „Hausspinne“ der Gattung der Trichternetzspinnen wird als Weibchen fast 2cm lang (ohne Beine), die Männchen wirken durch die langen Beine oft noch größer. Sie wandern auch gern im Haus herum um Weibchen zu suchen und sind dann oft in Badewannen anzutreffen. Atrica wirkt wie in Bild 1 zu sehen recht duster und bedrohlich, erst im Portrait (Bild 2) sieht man die „Schönheit“ der Details. Aber das muss ich gerade euch nicht erzählen.
Bild 3 zeigt auch eine sehr häufige, allerdings wesentlich kleinere „Hausspinne“, die Fettspinne Steatoda bipunctata (hier ein Männchen). Die sehr anspruchslose Art gehört zur Familie der Kugelspinnen und ist damit eine weitläufige Verwandte der berüchtigten schwarzen Witwe. Einer Schwesternart Steatoda paykulliana wird eine ebenfalls recht unangenehme Bisswirkung nachgesagt. Die Fettspinne allerdings ist für den Menschen absolut harmlos. Ihr Gift scheint aber für Arthropoden doch recht wirksam zu sein, sodass sie sich auch an größere Insekten heranwagt. Im Bild sieht man eine große Holzschlupfwespe, die sich im Raumnetz der Fettspinne verfangen hat und nun von Steatoda attackiert wird. Nach zehn Minuten war allerdings der Kampf vorbei und die Wespe konnte sich befreien ohne gebissen worden zu sein.
Als letzte Art für heute möchte ich noch einen Neubürger vorstellen, den kürzlich schon ein Forumsuser (ich glaub Holger) gezeigt hat. Deshalb auch nur nochmal kurz das Besondere an der Uloborus plumipes (Wie ich lernen konnte auch Federfußspinne genannt): Sie war ursprünglich rein tropisch, vor einigen Jahrzehnten dann auch im Mittelmeerraum verbreitet. Seit ungefähr 1990/91 breitete sie sich dann auch in Mitteleuropa vor allem in den Beneluxstaaten, dann auch in Deutschland aus. Allerdings kommt sie nur in Gewächshäusern, Wintergärten und Gartencentern vor, sie verbreitet sich wohl äußerst erfolgreich mit Pflanzentransporten. Interessant ist auch die Tatsache, dass die Spinne zu einer der ganz wenigen ungiftigen Spinnenfamilien (Kräuselradnetzspinnen) gehört. Der Name rührt daher, dass sie auf ihre Radnetze keine Leimtröpfchen aufbringen, sonder so ne Art Kräuselwolle, in der sich dann die Insekten verheddern. Bild 4 und 5 zeigt das Weibchen bei der Bewachung seines Kokons, einmal seitlich, einmal frontal.
So das waren nun 3 ganz banale, häufige Arten im Haus, die hier nur leben, weil sie auf Dauer Futter finden. Das sollte jeder bedenken, der „Hausspinne“ rausschmeißt oder tötet. Damit erhöht er automatisch die Häufigkeit von verschiedenen Insekten (Silberfischchen,Fliegen, Mücken) und Asseln.
Ich hoffe, die Bilder sind anschaubar und der Text nicht zu langweilig!
LG Jürgen