Milbenalarm - Update 11-08
Verfasst: 24. Jun 2007, 00:28
Hi, heut mal wieder ne kleine Doku:
Ich weiß nicht ob`s euch auch so geht, aber ich hab so den Eindruck als wären heuer mehr Tiere von Milben befallen, als normal. Milben sind ja Spinnentiere, die sich mit Ausnahme mancher Milbenlarven durch den Besitz von 8 Laufbeinen auszeichnen. Alle Milben sind Säftesauger, manche an Pflanzen, andere an Tieren. Uns Makrofotografen fallen meist Vertreter der zweiten Gruppe auf, wenn sie an den Gelenkhäuten und den Flügeln anderer Arthropoden sitzen. Manche Arten lassen sich von ihren Wirten nur transportieren, man bezeichnet das als Phoresie. Milbenkunde ist übrigens eine Wissenschaft für sich, sodass eine Bestimmung nach einem Foto bis auf wenige Ausnahmen unmöglich ist.
Bild 1 zeigt die Larven einer Wassermilbenart, die man sehr oft an Libellen (im Bild das Weibchen der Becherazurjungfer) findet. Leider gibt die Literatur wenig Hinweise ob es sich hier um Phoresie oder Schmarotzertum handelt. Die Libelle schien jedenfalls nicht sehr beeindruckt von ihren blinden Passagieren.
Die zweite gezeigte Art hat aber eindeutige Saugabsichten, ist also ein echte Schmarotzer.
Bild 2 zeigt den ersten Befall bei einer Gespinstblattwespe. Die drei Milben waren ständig auf der Larve unterwegs und suchten offensichtlich geeignete Stellen zum Saugen.
Bild 3 zeigt eine befallene Krabbenspinne der Gattung Xysticus. In den 25 Jahren in denen ich mich mit Webspinnen befasse, habe ich noch keinen derartigen Befall gesehen. Die Spinne befand sich allerdings bereits im Todeskampf, was man an den charakteristisch gekrümmten Beinen erkennen kann. Ich kann nicht sagen, ob die Milben dafür verantwortlich waren oder ob die Spinne nur wegen ihrer Schwäche befallen worden ist.
Bild 4 und 5 zeigt die gleiche Milbenart auf einer weiteren Raupe, allerdings in einer erschreckend großen Anzahl. Die Raupe, die sehr gut getarnt im Farnkraut saß, fiel mir nur wegen ihres roten „Belages“ auf. Eigenartigerweise zeigte sie trotz Massenbefall noch einen erstaunlichen Appetit.
Oben rechts habe ich im Bild Nr.5 noch die erwachsene Milbe eingeblendet, deren Larven in den Fotos 2-5 abgebildet sind. Die erwachsene Rote Samtmilbe lebt im Moos in der Laubstreu, aber auch an Mauern und ernährt sich von anderen kleinen Bodentieren und Insekteneiern. Sie ist sehr häufig und neben der Zecke unsere größte Milbe.
LG Jürgen
Ich weiß nicht ob`s euch auch so geht, aber ich hab so den Eindruck als wären heuer mehr Tiere von Milben befallen, als normal. Milben sind ja Spinnentiere, die sich mit Ausnahme mancher Milbenlarven durch den Besitz von 8 Laufbeinen auszeichnen. Alle Milben sind Säftesauger, manche an Pflanzen, andere an Tieren. Uns Makrofotografen fallen meist Vertreter der zweiten Gruppe auf, wenn sie an den Gelenkhäuten und den Flügeln anderer Arthropoden sitzen. Manche Arten lassen sich von ihren Wirten nur transportieren, man bezeichnet das als Phoresie. Milbenkunde ist übrigens eine Wissenschaft für sich, sodass eine Bestimmung nach einem Foto bis auf wenige Ausnahmen unmöglich ist.
Bild 1 zeigt die Larven einer Wassermilbenart, die man sehr oft an Libellen (im Bild das Weibchen der Becherazurjungfer) findet. Leider gibt die Literatur wenig Hinweise ob es sich hier um Phoresie oder Schmarotzertum handelt. Die Libelle schien jedenfalls nicht sehr beeindruckt von ihren blinden Passagieren.
Die zweite gezeigte Art hat aber eindeutige Saugabsichten, ist also ein echte Schmarotzer.
Bild 2 zeigt den ersten Befall bei einer Gespinstblattwespe. Die drei Milben waren ständig auf der Larve unterwegs und suchten offensichtlich geeignete Stellen zum Saugen.
Bild 3 zeigt eine befallene Krabbenspinne der Gattung Xysticus. In den 25 Jahren in denen ich mich mit Webspinnen befasse, habe ich noch keinen derartigen Befall gesehen. Die Spinne befand sich allerdings bereits im Todeskampf, was man an den charakteristisch gekrümmten Beinen erkennen kann. Ich kann nicht sagen, ob die Milben dafür verantwortlich waren oder ob die Spinne nur wegen ihrer Schwäche befallen worden ist.
Bild 4 und 5 zeigt die gleiche Milbenart auf einer weiteren Raupe, allerdings in einer erschreckend großen Anzahl. Die Raupe, die sehr gut getarnt im Farnkraut saß, fiel mir nur wegen ihres roten „Belages“ auf. Eigenartigerweise zeigte sie trotz Massenbefall noch einen erstaunlichen Appetit.
Oben rechts habe ich im Bild Nr.5 noch die erwachsene Milbe eingeblendet, deren Larven in den Fotos 2-5 abgebildet sind. Die erwachsene Rote Samtmilbe lebt im Moos in der Laubstreu, aber auch an Mauern und ernährt sich von anderen kleinen Bodentieren und Insekteneiern. Sie ist sehr häufig und neben der Zecke unsere größte Milbe.
LG Jürgen