Waldrand

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Waldrand

Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:17

Als Waldrand werden Übergangszonen von geschlossenen Baumbeständen zu offenen, waldlosen Flächen bezeichent, wobei der Übergang bei lichter werdenden Baumbeständen fließend sein kann. In diesem Fall kann meist zwischen einem äußeren Krautsaum mit Gräsern, Blüten und Kräutern, einem Strauchgürtel mit Jungbäumen und Sträuchern und dem Waldmantel, der durch die Randbäume des Waldes markiert wird unterscheiden.

Mit dem Übergang von Wald zum Offenland ändert sich nicht nur die Zusammensetzung der Pflanzenwelt, sondern auch das Auftreten von Tierarten und die Komposition des Bodens. Typisch für diese Saumgesellschaften ist ein im Vergleich zu den umliegenden Habitaten sehr hoher Artenreichtum, der sowohl Arten des Waldes, des umliegenden Offenlandes und speziell angepassten Saumarten einen Lebensraum gibt. Viele Arten suchen im bewaldeten Schutz und Unterschlupf während sie zur Nahrungsaufnahme täglich gezielt in den offenlandigeren Bereich ziehen. Dazu gehören Fledermäuse, Reh- und Rotwild, Füchse, Waldeidechsen (Zootoca viviparus) oder Ringelnattern (Natrix natrix), die sich im Windschutz des Waldes sonnen. Viele Schmetterlinge, Wildbienen oder Käfer nisten hier oder suchen nach Nahrung und nutzen die optimale Kombination aus Schutz und Sonne.

Es können zwei verschiedene Grundtypen von Waldrändern unterschieden werden.
  • Die meisten heutigen Waldränder in Deutschland sind künstlichen Ursprungs und durch die Zerteilung eines einstmals zusammenhängenden Waldgebietes entstanden. Diese Kulturbedingen Waldränder entstehen wo die Offenlandnutzung wie Siedlungsräume, landwirtschaftliche Flächen oder Infrastruktur an die Waldnutzung grenzen. Wird die Nutzung der Flächen aufgegeben entstehen in der Folge sich ausdehnende, besonders struktur- und artenreiche Sukzessionswaldränder. Ungepflegt sind sie oft nur kurzlebig und durchlaufen eine suzessiven Wuchsfolge, die in der Regel in der Ausdehnung der ursprünglichen Waldfläche endet.
  • Der zweite Waldrandtyp ist der Naturbedingten Waldrand. Er entsteht an natürlichen Wachstumsgrenzen wie alpinen Baumgrenzen, Gewässerrändern, Mooren oder Felslandschaften.


Beitragsersteller: Ajott (AGEID6829)
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