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Welche Vorteile hat ein Balgengerät / Balgen ?

Verfasst: 14. Feb 2009, 12:04
von mayuka2
Hallo.

Habe schon den ganzen Vormittag das Forum durchsucht, aber die Informationen zu Balgengeräten bzw. Automatik-Balgen halten sich doch arg in Grenzen.

Ich überlege, ob ich mir das Novoflex Balgengerät zulegen sollte. Da ich noch keine Zwischenringe habe, wäre ich damit um einiges flexibler. Wichtig ist mir, dass die Objektiv-Daten an die Kamera übertragen werden. Wenn der Autofokus auch noch funktionieren würde, wäre das prima.

Eine Frage die sich mir stellt. Wie schälgt sich so ein Balgengerät zusammen mit dem MP-E 65 Lupenobjektiv im Vergleich zu den anderen konventionellen Makros (70, 100, 150)?

Hoffentlich sind hier genügend Spezialisten anwesend, dir mir weiterhelfen können. Scheinbar ist ein Balgen schon Experten-tauglich. :shock:

Grüße, Monika

Verfasst: 15. Feb 2009, 12:58
von mayuka2
Phyto57 hat geschrieben:Hallo Monika
Der Balgon macht wie die Zwischenringe eine Auszugsvergrößerung, ist dabei aber flexibel. Die Objektivdatenübertragung ist nur bei Canon möglich. Bei Nikon nicht auch wenn das Ding Automatikbalgon heisst. Ich benutze entweder mein 105er micro daran oder wenns dann gans groß werden soll, ein WW in Retrostellung zb. Das 28mm 2.8 , oder das 20mm 2.8 D bis 20:1. Die Handhabung ist so aufwendig, das Ich diese Kombinationen nur zu Hause nutze. Wenn du das MP-E 65 hast und ausnutzt frage ich mich was du dann noch zusätzlich mit dem Balgon abbilden willst. Wie die beiden sich kombinieren kann ich nicht sagen aber bedenke Der Balgon Schluckt neben viel Licht auch Tiefenschärfe, der Arbeitabstand wird minimal und das MP-E 65 ist nicht bekannt für besonders viel Tiefenschärfe und einen großen Arbeitsabstand.Ich füge ein Ausschnit eines 20 Euroscheins mit Balgon und 28mm in Retrostellung. Du siehst dieschärfe wird schwierig. Mit mehr geduld ist da warscheinlich mehr drin.


Erstmal vielen Dank für die Antwort.

Mit einer geringen Schärfentiefe habe ich eigentlich keine Probleme, da ich die Ergebnisse sowieso stacken muss. Dank Live View ist mir auch ein dunkler Sucher egal. Einzig das Wackeln ist schwierig und stört bei so hohen Maßstäben natürlich arg.

Die Frage ist, ob sich die Anschaffung wirklich lohnt und wie sehr die Ergebnisse sich bei höherer Einstellung verschlechtern.

Was genau heißt denn "Automatik" bei Canon? Kann ich denn auch die Blende verstellen oder muss ich alles manuell machen? Ich hatte auch mal einen Retro-Ring ausprobiert, allerdings habe ich dort sämtliche Einstellungen verloren und konnte selbst die Blende nicht mehr einstellen... Was mir dann doch zu kompliziert war.

Und wie verhält sich der Balgen mit einem Sigma 150er Makro? Funktioniert der AF weiterhin? Kann ich zumindest noch die Blende einstellen?

Verfasst: 15. Feb 2009, 20:17
von Werner Buschmann
Hallo Monika.

Hier mal ein Link auf Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Balgenger%C3%A4t

Glaube nicht, dass hier in diesen Forum ein aktiver
Fotograf draußen in der Natur mit einem Balgengerät
rumrennt, um Insekten zu fotografieren.
Das ist ziemlich umständlich.
Ich glaube nicht, dass die Kombi MPE 65 plus Balgengerät
funktioniert.
In der Bedienungsanleitung zum MPE 65 ist der zusätzliche Einsatz von
Zwischenringen nicht erwähnt. Bei anderen Objektiven tut das
Canon sehr wohl.

Beim MPE 65 hast du bei Blende 5,6 und ABM von 5:1 gerade mal eine
Schärfentiefe von 1/10mm.
Der Arbeitsabstand beträgt dann noch 4 cm.
Willst du mit einem Balgengerät noch näher ran?
Wie bekommst du dann das Licht auf dein Motiv?

Werner

Verfasst: 16. Feb 2009, 11:50
von mayuka2
Werner Buschmann hat geschrieben:Der Arbeitsabstand beträgt dann noch 4 cm.
Willst du mit einem Balgengerät noch näher ran?
Wie bekommst du dann das Licht auf dein Motiv?


Ein gutes Argument! Daran hatte ich noch gar nicht gedacht... Das schließt also auch Zwischenringe für das MP-E automatisch aus. Welche Möglichkeiten gibt es denn überhaupt noch, um die Vergrößerung des MP-E zu erhöhen? Ich würde Maßstäbe bis 7:1 oder 8:1 benötigen. Oder muss ich da was ganz anderes einsetzen?

Aber zumindest mit dem 70er bzw. dem 150er Sigma sollte ein Balgengerät doch wunderbar harmonieren oder?

PS: Ich möchte damit keine Insekten oder lebendige Dinge fotografieren. Den extrem hohen Maßstab benötige ich für Technik-Fotografien, die ich nebenbei noch betreibe.

Verfasst: 17. Feb 2009, 18:16
von Werner Buschmann
Hallo Monika.

Hotte hat hier irgendwo ein Link
auf Makrolinsen gesetzt.
Danach musst du mal suchen.

Wahrscheinlich gibt es extra Linsen
für ein Balgengerät.

Werner

Verfasst: 19. Feb 2009, 22:37
von mayuka2
Welche Maßstäbe würde man denn in etwa mit einem Balgen an einem 70er oder dem 150er erreichen?

Verfasst: 20. Feb 2009, 18:18
von mayuka2
Ok danke euch erstmal. Das mit dem Cropfaktor ist so eine Sache.... Ich benutze ja Vollformat. Also schätze ich, dass der Cropfaktor bei den Nikon-Modellen schon in der Formel einberechnet war (1.5)? So würde ich dann auf etwas geringere Werte kommen.

Mir stellt sich jedoch die Frage, ob die Abbildungsleistung der Objektive bei maximalen Auszug noch ausreicht, oder ob die bereits sichtbar matschige Bilder liefern. Carlo, kannst du darüber etwas aussagen, wie sich das 90er verhält?

Verfasst: 20. Feb 2009, 19:54
von mayuka2
Vielen Dank. Das schaut schonmal vielversprechend aus.

Verfasst: 22. Feb 2009, 15:41
von Guppy
Bei einem Zwischenring von 50cm und dem AF MICRO NIKKOR 105mm 1:2.8 D erreicht man einen Abbildungsmasstab von 8:1 bei einem Arbeitsabstand von etwa 70mm. Die Schärfentiefe ist aber so gering, dass es nur Sinn macht, wenn man mehrere Bilder anfertigt und sie stackt mit einer Deep Focus Fusion Software. Das geht natürlich nur mit sich nicht bewegenden Objekten.
Schon bei einem Micro-NIKKOR-P Auto 1:3.5 f=55mm ist der Arbeitsabstand bei hoher Vergrösserung extrem klein, es lässt sich nicht richtig Licht setzen!

Verfasst: 23. Feb 2009, 22:28
von Stuessi
hier meine Zusammenstellung für Minolta/Sony Kameras. (Halbformat)