Max hat geschrieben:hier liegt wie so oft der kapitale Irrtum über Abbildungsmaßstand und
foramtfüllend vor.
Abbildungsmaßstab ist unabhängig vom Aufnahme-(Bild-) Format und exakt das Verhältnis eines Gegenstandes auf der Abbildung zu seiner natürlichen Größe.
1:1 heisst also, der Gegenstand ist in natura so groß, wie er auf der Bildfläche abgelichtet wird. Ist die Bildfläche kleiner als der Gegenstand, wird natürlich nur ein Ausschnitt erfaßt.
Formatfüllend ist, wenn der Gegenstand mit einer seiner Seiten das Bildformat vollstöndig ausfüllt. Das kann er bei einem
ABM von 1:100 genau, wie bei 5:1.
Max
Hallo Max,
das "wie so oft" und "kapitale[r] Irrtum" ist ja schon nicht von schlechten Eltern (Du meinst ja sicher mich damit, dass ich da also völlig falsch liege ?)
Ich möchte aus Gründen der Zeitersparnis daher auf meine ausführlichen Postings zu dem Thema hier im Posting verweisen.
Und dann müssten sich ja auch Firmen wie Nikon und Olympus irren, obwohl man ja nicht gerade behaupten kann, dass da nur Anfänger sitzen !?
Beide Firmen weisen auf ihren Webportalen und im Informationsmaterial zu ihren Kameras und besonders den Makroobjektiven darauf hin, dass der AM /
ABM formatbezogen ist, 1:1 also je nach Sensorgröße Unterschiedliches vom Motiv abbildet (s. Olympus 2.0/50er Makro in der olypedia: Objektfeldabmessungen 17,3x13 mm entsprechen am FT-Sensor AM/
ABM 1:1 und KB 2:1).
Deshalb wird dort auch immer zum AM/
ABM das Aufnahmeformat mitangegeben (mit dem Zusatz "entspricht ...").
Um denselben Bildeindruck von einer Fliege zu bekommen, muss man also mit Sensor x einen anderen AM über Auszüge/optische Vorsätze etc. herstellen als mit einem Sensor y - das betont besonders Nikon, die ja verschiedene Sensorgrößen (APS-C UND KB) im Angebot haben (man spricht von sogenannten AM/
ABM-Äquivalent).
Der AM/
ABM ist formatbezogen, 1:1 wird erreicht, wenn ein Motivausschnitt den Sensor bis an den Rand (also formatfüllend) ausfüllt. Das war auch schon zu Analogzeiten so (MF/KB), derselbe Balgenauszug/dieselbe Makrobrennweite brachte z.B. mit Tamron-Adaptal-Bajonettsystem bei einem bestimmten AM/
ABM unterschiedliche Bilder, je nachdem, an welcher Kamera das montiert war.
Ich kann das auch praktisch nachvollziehen, arbeite ich doch mit einem Novoflex-Balgen, den ich an meine "alte" OM-4ti Diafilmkamera noch genauso anschließen kann wie an meine "moderne" Olympus E-3-
DSLR. An der KB-Kamera bekomme ich das Bild der Fliege nur dann genauso wie am FT-Sensor, wenn ich an der KB-Kamera den Balgen so verändere, dass ich bei AM 2:1 bin.
Auch bei der Definition des AM/
ABM in der Literatur ist das so:
Diagonale des Sensors geteilt durch Diagonale des Objektfeldes ergibt den AM/
ABM.
Eine Fliege mit etwas Luft drumherum auf einer rechteckigen Fläche 17,3 x 13 mm ergibt mit der FT-Kamera genau den AM 1:1 , mit einer 24x36 Diafilm-Kamera sind es aber rechnerisch (Bildeindruck ist ja derselbe) 2:1 (Diagonale 43,26 : 21,64mm)
(kleine Abweichungen entstehen durch das unterschiedliche Seitenverhältnis von 3:2 zu 4:3).
Ich hoffe, ich hatte Dich in Deiner Kritik jetzt auch richtig verstanden.
viele Grüße
Michael Lindner