dmachaon hat geschrieben:Meine Fragen:
- Schneider-Kreuznach Componon, Rodenstock (Apo) Rodagon, Nikon EL sind gute Optiken?
- soweit ich das verstanden habe, liefert ein Vergrößerungsobjektiv mit 50mm Brennweite in Retrostellung direkt am Bajonett
ca. 1:1, mit einem Satz ZR komme ich gerademal auf 2,5:1. Ein Balgen ist mir allerdings, so fürchte ich, zu undhandlich, daher: welche Brennweite empfehlt ihr? Es gibt ja ein Rodenstock 28mm 4.0? Damit müsste ich mit ZR locker auf
ABM 2:1-5:1 kommen?
- bei welchen Bildweiten lande ich eigentlich hier? Ich hatte gehofft, Abstand zum Motiv zu gewinnen, aber die VGO muss ich ja auch bei
ABM > 1:1 in Retrostellung verwenden, richtig?
Mein Plan: ein weitwinkliges VGO guter Qualität, dazu ein passender Filterring mit Retroadapter und das ganze einfach ans Bajonett flanschen?
Mein Favorit wäre also eine Lösung á la:
- komfortabler Arbeitsabstand (mind. 3-5cm)
-
ABM mind. 2:1 bis 4:1
- Investitionsvolumen max. 200€
Hallo Daniel,
grundsätzlich sind
VG-Objektive hervorragend für Makrofotos geeignet, die optische Leistung der oben aufgeführten sechslinsigen Typen übertreffen oftmals die von System-Makroobjektiven. Ganz besonders gilt das für die Apo-Ausführungen, die allerdings immer noch relativ teuer sind.
Der Arbeitsabstand (Gegenstandsweite s) wird in erster Linie natürlich von der Brennweite bestimmt. Große Brennweite, großer Arbeitsabstand.
Ich habe es mal mit meinem EL-Nikkor 2,8/50 am Balgen ausprobiert (umgekehrt montiert). Mit vollem Auszug (
ca. 130mm) ergibt sich eine Bildweite s' (Blendenebene bis Sensor) von
ca. 190mm und eine Gegenstandsweite s (Blendenebene bis Objekt) von
ca. 60mm, also etwa 40mm lichter Abstand. Der Abbildungsmaßstab ist 3:1. Dieser Aufbau entspricht also weitgehend deinen Vorstellungen.
Die Ergebnisse lassen sich anhand der Linsengleichungen nachvollziehen, wenn die entsprechenden Werte eingegeben werden. Die Gleichungen gelten streng genommen nur für dünne Linsen, liefern aber auch bei Objektiven brauchbare Ergebnisse. Die ganze Sache ist ein Kompromiß zwischen Abbildungsmaßstab und Arbeitsabstand. Mit einem 28er Rodagon machst du sicher nichts falsch bei großen Abbildungsmaßstäben.
VG-Objektive sind "ziemlich" symmetrisch aufgebaut, die Wirkung einer Umkehrung ist daher relativ begrenzt, sie schadet aber natürlich auch nicht. Der Hauptvorteil bei dem EL-Nikkor liegt eher darin, daß mehr Platz für die Beleuchtung bleibt, wenn die Hinterlinse zum Objekt zeigt.