Fotografie von Faltern auf Weidenkätzchen
Verfasst: 29. Mär 2012, 20:10
Hallo zusammen,
sicher interessiert den einen oder anderen User, wie ich zu diesen Bildern komme.
Manche denken vielleicht, dass diese Bilder fast unmöglich seien, nur weil sie im Forum kaum zu sehen sind.
Ich will euch mal meine Vorgehensweise schildern:
1. Wenn die Weiden im März und April blühen, muss man besonders geeignete Bäume aufsuchen
(viele Blüten in der bevorzugten Arbeitshöhe, auf gute Freistellbarkeit der Zweige achten, am besten am Ortsrand oder weiter außerhalb).
Weidenkätzchen locken viele Falter an (hauptsächlich die Überwinterer Kl. Fuchs und Tagpfauenauge).
2. Vormittags ist die beste Zeit. Dann sind sie hungrig und wärmebedürftig, so dass sie die Flügel weit öffnen.
Nachmittags ist zwar auch nicht schlecht, aber dann sitzen sie öfter auch nur am Boden in der Sonne, weil sie vielleicht nicht mehr so hungrig sind.
Die Sonne sollte möglichst im Rücken des Fotografen sein. Gegenlicht erzeugt fast immer zu dunkle Falter.
3. Freihandfotografie üben, denn mit Stativ braucht man meistens zu lange mit den genauen Einstellungen
(außer man würde sich nur auf einen einzigen Zweig konzentrieren, aber dann kann man evtl. sehr lange auf einen Falter warten).
4. Belichtungszeiten möglichst kurz wählen, da man über 1/400 Sek. schnell viele unscharfe Bilder bekommt.
Je nach Freistellungsmöglichkeit und Belichtungszeit eine geeignete Blende wählen - oft ca. 5 bis 8.
Mit der neuen Stacktechnik ist man bei der Blende etwas unabhängiger. Aber für einen Stack dürfen sich die Falter nicht bewegen.
Das ist leider nur selten der Fall, denn sie bewegen sich fast immer beim Saugen an den Blüten.
Mit etwas Glück und Ausdauer funktioniert aber auch Stacking immer wieder sehr gut.
Die Vorteile sind dann durchgehende Schärfe und trotzdem ein schöner ruhiger HG.
5. Wenn die Falter kommen, abwarten bis sie sich günstig setzen, langsam aber gezielt anpirschen,
manuell oder mit AF scharf stellen, Ausschnitt wählen, perfekt ausrichten und abdrücken, wenn die gewünschte Pose gezeigt wird.
Die Falter bewegen sich ständig und immer wieder andere Perspektiven entstehen. Leider auch viel Ausschuss, aber immer wieder klappt es.
Sie bleiben oft recht lange sitzen, wenn sie mal Nektar saugen. Man kann teilweise sehr nah heran, sie wirken gar nicht mehr scheu bzw. aufmerksam.
Ihr seht also, dass diese Bilder kein Hexenwerk sind, sondern vielleicht sogar folgerichtig entstehen, wenn man diesen "Plan" beachtet.
Ähnlich funktioniert auch die Fotografie von Faltern auf anderen Büschen und Bäumen
(z. B. blühende Obstbäume, Schlehen oder auch beim Sommerflieder).
Auch bei Wiesenblumen könnte man ein bisschen so ähnlich vorgehen.
Ich hoffe, es war interessant für euch. Was haltet ihr von meiner Strategie?
Edit 30.3.25:
Anbei noch ein gelungenes Beispielfoto aus dem März 2023:
sicher interessiert den einen oder anderen User, wie ich zu diesen Bildern komme.
Manche denken vielleicht, dass diese Bilder fast unmöglich seien, nur weil sie im Forum kaum zu sehen sind.
Ich will euch mal meine Vorgehensweise schildern:
1. Wenn die Weiden im März und April blühen, muss man besonders geeignete Bäume aufsuchen
(viele Blüten in der bevorzugten Arbeitshöhe, auf gute Freistellbarkeit der Zweige achten, am besten am Ortsrand oder weiter außerhalb).
Weidenkätzchen locken viele Falter an (hauptsächlich die Überwinterer Kl. Fuchs und Tagpfauenauge).
2. Vormittags ist die beste Zeit. Dann sind sie hungrig und wärmebedürftig, so dass sie die Flügel weit öffnen.
Nachmittags ist zwar auch nicht schlecht, aber dann sitzen sie öfter auch nur am Boden in der Sonne, weil sie vielleicht nicht mehr so hungrig sind.
Die Sonne sollte möglichst im Rücken des Fotografen sein. Gegenlicht erzeugt fast immer zu dunkle Falter.
3. Freihandfotografie üben, denn mit Stativ braucht man meistens zu lange mit den genauen Einstellungen
(außer man würde sich nur auf einen einzigen Zweig konzentrieren, aber dann kann man evtl. sehr lange auf einen Falter warten).
4. Belichtungszeiten möglichst kurz wählen, da man über 1/400 Sek. schnell viele unscharfe Bilder bekommt.
Je nach Freistellungsmöglichkeit und Belichtungszeit eine geeignete Blende wählen - oft ca. 5 bis 8.
Mit der neuen Stacktechnik ist man bei der Blende etwas unabhängiger. Aber für einen Stack dürfen sich die Falter nicht bewegen.
Das ist leider nur selten der Fall, denn sie bewegen sich fast immer beim Saugen an den Blüten.
Mit etwas Glück und Ausdauer funktioniert aber auch Stacking immer wieder sehr gut.
Die Vorteile sind dann durchgehende Schärfe und trotzdem ein schöner ruhiger HG.
5. Wenn die Falter kommen, abwarten bis sie sich günstig setzen, langsam aber gezielt anpirschen,
manuell oder mit AF scharf stellen, Ausschnitt wählen, perfekt ausrichten und abdrücken, wenn die gewünschte Pose gezeigt wird.
Die Falter bewegen sich ständig und immer wieder andere Perspektiven entstehen. Leider auch viel Ausschuss, aber immer wieder klappt es.
Sie bleiben oft recht lange sitzen, wenn sie mal Nektar saugen. Man kann teilweise sehr nah heran, sie wirken gar nicht mehr scheu bzw. aufmerksam.
Ihr seht also, dass diese Bilder kein Hexenwerk sind, sondern vielleicht sogar folgerichtig entstehen, wenn man diesen "Plan" beachtet.
Ähnlich funktioniert auch die Fotografie von Faltern auf anderen Büschen und Bäumen
(z. B. blühende Obstbäume, Schlehen oder auch beim Sommerflieder).
Auch bei Wiesenblumen könnte man ein bisschen so ähnlich vorgehen.
Ich hoffe, es war interessant für euch. Was haltet ihr von meiner Strategie?
Edit 30.3.25:
Anbei noch ein gelungenes Beispielfoto aus dem März 2023:
