Hallo Jean,
auf Deine Fragen wirst Du so viele unterschiedliche Antworten bekommen, dass es Dich sicherlich noch mehr verwirren wird.
Das herangehen ein Foto zu erstellen ist so individuell wie das fotografieren selber.
An Deinen Bildern sieht man sehr gut, wohin Deine Gedankengänge gehen, genau das ist, was jeder für sich selber, entscheiden und vor allem verantworten muss.
Für mich selber habe ich beschlossen, die Gegebenheiten so zu nehmen, wie ich sie vorfinde, so ist es nun mal.
Ich sehe mich als Beobachter und möchte nicht aktiv eingreifen.
Alleine über meinen letzten Satz kann man schon eine Grundsatzdiskussion führen, wenn ich da schon so herum trample greife ich ja schon aktiv ein.
Ich sehe mich, als Mensch, aber auch als Teil der Natur, ein Reh/Schwein oder sonst was
wird man sicherlich auch nicht verurteilen, dass es ein schwer erarbeitete Spinnennetze oder sogar eine kleine Schnecke zerstört hat.
Ich würde aber nicht 50 cm um mein Motiv alles niedermähen, nur um das Motiv besser freistellen zu können, da versuche ich es lieber mit einer anderen Position.
Diese Woche hatte ich ähnliche Gedankengänge, es ging um die Diskussion über Ringelnattern.
Ab und an kann ich so einige Dinge nicht so recht nachvollziehen, störe ich das Tier durch meine Anwesenheit? Ändere deshalb das "natürliche" Verhalten?
Ja, natürlich mache ich das, jeden Tag aufs Neue und das nicht nur bei Tieren. Durch meine Anwesenheit beeinflusse ich auch das Verhalten meiner Mitmenschen in gewisser Weise,
mal zum positiven mal nicht.
Es kommt auch immer darauf an mit welchem Tier man es zu tun hat, ein Beispiel - Wo fotografiert man am besten Spatzen? Sicherlich nicht auf meiner Wiese,
denn dort sind sie so scheu, dass ich sogar mit 600 mm an APS-C mich schwer tun würde.
In Zoo oder Tierparks sieht das schon anders aus, dort sind die Kleinen so zahm das man sie schon mit dem Makroobjektiv fotografieren kann.
Und will man die netten Gesellen mit dem Weitwinkel fotografieren fahrt man zum Drive In von .....
Was ich damit sagen möchte, in meinem bevorzugtem Fotografier-Gebiet herrscht solch ein Treiben von Spaziergängern und Hunden samt Besitzer, dass sogar die dortigen Ringelnattern sehr zutraulich sind.
An manch eine kann ich mit Hund, in zwei Metern Abstand, vorbei gehen, ohne sie zu stören. Sie beobachtet uns genau und gut ist.
Ob dieses Verhalten von stadtnahen Tieren nun gut oder weniger gut ist.....
Nun bin ich aber etwas abgeschweift, zurück zu Deinen Bildern

Ob jemand das Motiv seiner Begierde so umsetzt wie Du es in Deinen Bildern zeigst, muss jeder für sich selber entscheiden, solange es nicht in einem Naturschutzgebiet geschied.
Wohin uns das bringt ist eine andere Sache.
Natürlich sieht das Motiv, so wie auf Deinem zuletzt gezeigten Bild "imposanter" aus, da kann ein Bild vom gleichen Motiv in mitten des Grases nicht mithalten.
Ich DANKE Dir für das Zeigen Deiner Bildbeispiele, sie sagen im Grunde doch alles!