Schlüpfende Gemeine Keiljungfer
Verfasst: 13. Mai 2026, 17:06
Neulich in den Brennnesseln am Ufer der Rems ... .
Als 2007 meine Libellenleidenschaft begann, war die Gemeine Keiljungfer an der Rems noch quasi verschwunden.
Das passierte im 20. Jahrhundert mit der Einleitung vieler Industrie- und Manufaktur-Schadstoffe in den Fluss. Der Fluss war
regelrecht vergiftet. Die Gemeine Keiljungfer war dort aufgrund dessen Anfang des 21. Jahrhunderts (spätestens seit den 70er Jahren
des 20. Jahrhunderts) ausgestorben.
Über den Neckar wanderten Individuen mit der immer sauberer werdenden Rems wieder ein, und so wies ich sie um 2010 mit ersten
Exuvienfunden erstmals nach. 2011 machte ich erste Fotos von einzelnen adulten Exemplaren, in den Folgejahren nahmen
die Exuvienfunde und Beobachtungen von "Frischlingen" nach dem Jungfernflug und adulten Männchen zu, allerdings gefühlt sehr
schleppend und prozentual oft wenig signifikant, teils auch mit Jahren, in denen die Zahlen rückläufig waren. In den letzten 3-4 Jahren
konnte ich immer mehr schlüpfende Tiere und mehr Exuvienfunde verzeichnen und dieses Jahr nun gab es massives Schlupfgeschehen
mit 60 Exemplaren auf einem sehr guten Abschnitt von 50 m des Flusses innerhalb von 3 Schlupftagen. Man muss dazu aber wissen, dass
sie bekannter Maßen erstaunlich synchron schlüpfen, d. h. dass bei dieser Art üblicher Weise weit über 90% aller Schlupfe an sehr wenigen
Tagen innerhalb nicht einmal einer Woche stattfinden.
Teils waren an einzelnen Brennesselpflanzen bis zu 2-3 Exuvien zu finden, und an einem Tag fand ich zwei schlüpfende Larven an einer
Pflanze, die eine gerade festgemacht, die andere bereits aus der Larvenhülle heraus.
Die Emergenz war natürlich nicht an allen Stellen so massiv, aber meine Freude über diese signifikante Zunahme und die Intensität auf
diesem Abschnitt - angesichts allgemein sinkender Insektenzahlen - ist natürlich sehr groß.
Hier also zwei Fotos eines schlüpfenden Männchens. Das erste in der ersten Schlupfphase, in welcher der Kopf und die Brust mit Flügeltaschen
bereits heraus sind und die Beine gerade herausgezogen werden. Danach eines während der ersten Ruhephase, welche bei den anderen
Libellenfamilien außer den Flussjungfern (Gomphidae), zu welchen die Keiljungfern ja gehören, kopfüber nach hinten überhängend durch-
geführt werden. Flussjungfern verbringen diese erste Pause quasi "stehend" bzw. aufrecht in der Exuvie, wie man hier sehen kann.
Als 2007 meine Libellenleidenschaft begann, war die Gemeine Keiljungfer an der Rems noch quasi verschwunden.
Das passierte im 20. Jahrhundert mit der Einleitung vieler Industrie- und Manufaktur-Schadstoffe in den Fluss. Der Fluss war
regelrecht vergiftet. Die Gemeine Keiljungfer war dort aufgrund dessen Anfang des 21. Jahrhunderts (spätestens seit den 70er Jahren
des 20. Jahrhunderts) ausgestorben.
Über den Neckar wanderten Individuen mit der immer sauberer werdenden Rems wieder ein, und so wies ich sie um 2010 mit ersten
Exuvienfunden erstmals nach. 2011 machte ich erste Fotos von einzelnen adulten Exemplaren, in den Folgejahren nahmen
die Exuvienfunde und Beobachtungen von "Frischlingen" nach dem Jungfernflug und adulten Männchen zu, allerdings gefühlt sehr
schleppend und prozentual oft wenig signifikant, teils auch mit Jahren, in denen die Zahlen rückläufig waren. In den letzten 3-4 Jahren
konnte ich immer mehr schlüpfende Tiere und mehr Exuvienfunde verzeichnen und dieses Jahr nun gab es massives Schlupfgeschehen
mit 60 Exemplaren auf einem sehr guten Abschnitt von 50 m des Flusses innerhalb von 3 Schlupftagen. Man muss dazu aber wissen, dass
sie bekannter Maßen erstaunlich synchron schlüpfen, d. h. dass bei dieser Art üblicher Weise weit über 90% aller Schlupfe an sehr wenigen
Tagen innerhalb nicht einmal einer Woche stattfinden.
Teils waren an einzelnen Brennesselpflanzen bis zu 2-3 Exuvien zu finden, und an einem Tag fand ich zwei schlüpfende Larven an einer
Pflanze, die eine gerade festgemacht, die andere bereits aus der Larvenhülle heraus.
Die Emergenz war natürlich nicht an allen Stellen so massiv, aber meine Freude über diese signifikante Zunahme und die Intensität auf
diesem Abschnitt - angesichts allgemein sinkender Insektenzahlen - ist natürlich sehr groß.
Hier also zwei Fotos eines schlüpfenden Männchens. Das erste in der ersten Schlupfphase, in welcher der Kopf und die Brust mit Flügeltaschen
bereits heraus sind und die Beine gerade herausgezogen werden. Danach eines während der ersten Ruhephase, welche bei den anderen
Libellenfamilien außer den Flussjungfern (Gomphidae), zu welchen die Keiljungfern ja gehören, kopfüber nach hinten überhängend durch-
geführt werden. Flussjungfern verbringen diese erste Pause quasi "stehend" bzw. aufrecht in der Exuvie, wie man hier sehen kann.