Hallo Uwe
Dieses thema hatte ich in ähnlicher form hier im forum
schon einmal angesprochen. Das was dich vielleicht zwickt,
ist aus meiner sicht KEIN makroforum-problem, sondern in
sämtlichen fotoforen, in dem die naturfotografie besprochen
wird findet man diese entwicklung. Ich gehe sogar weiter
und sage nicht nur "zu
ebv-lastig", sondern allgemein zu
TECHNIKlastig. Dass dies der allgemeine trend ist, war mir
schon bevor ich hier in diesem forum einstieg bewusst.
Fragen wie....
- mit welchen achromaten hast du das bild geschossen?
- mit welchem programm kann man am besten entrauschen?
- welche ist die geeignetste makroausrüstung für anfänger?
- 105mm vs. 150mm - welches ist die bessere wahl?
- converter oder zwischenringe?
- wie vermeide ich
twa's?
- und und und....
...sind zwar fragestellungen, die in einem fotoforum durchaus
ihren platz haben sollten, doch in einer derartigen dominanz,
empfinde ich sie dann doch als etwas zu techniklastig. Den
austausch bezüglich der natur oder die schilderungen unserer
erlebnisse in der natur oder das interesse hinsichtlich der abge-
lichteten motive kommen für mein gusto viel zu kurz.
Ich gebe mal ein beispiel:
Als ich neu hier im forum war, kommentierte ich eine insektenart,
die noch nicht häufig abgelichtet wurde. Das bild und vorallem das
motiv begeisterte mich. Leider war das bild schon einige wochen alt,
sodass ich gebeten wurde, nur aktuelle bilder zu kommentieren.
Meine öffentliche begeisterung und ein weiterer ausstausch bezüglich
der abgelichteten art, wurden somit beschnitten. Die begründung war:
Man will sehen, inwiefern ein fotograf sich entwickelt und das kann
man nicht, wenn man alte fotos aus der mottenkiste holt. Hm?! Auch
die bitte, nur aktuelle bilder ins forum zu stellen, gehen in die selbe
richtung - entwicklung der fototechnik, bildgetsaltung,
EBV!
Ja, es gibt hier eine anzahl von usern, von denen ich weiß, dass für
sie die naturfotografie viel mehr ausmacht als auschließlich die tech-
nische seite. Sie interessieren sich für arten, ihre verbreitung, für öko-
logische zusammenhänge, ihre taxonomie, ihre bestandsentwicklung
usw.. Aber ich weiß auch, dass es eine vielzahl von usern gibt, die da-
hingehend kaum interesse zeigen und sich in der technik sozusagen
verrennen und verlieben. Und das ist ein trend, der aus meiner sicht
an vielen newcomern unbewusst weiter gegeben wird. Finde ich schade!
(Natur)fotografie ist mehr... begeisterung, erleben und genießen.
Wer das kann, wird geschöpfe, aber auch bilder, mit noch anderen
augen sehen.
Ich möchte meine zeilen nicht falsch verstanden wissen. Das forum ist
toll, ich fühle mich auch wohl ... die positiven dinge überwiegen ganz
klar, aber genau dieses thema stimmt mich dann doch manchmal ein
kleines bisschen nachdenklich.
@Jeanette:
Klar ist die
ebv ein bestandteil in der digitalen fotowelt. Und unbestritten
kann man durch sie bilder optimieren. Doch die technik allein macht noch
lange kein gutes bild. Diejenigen, die es fotografisch und gestalterisch
faustdick hinter den ohren haben und zudem zum richtigen zeitpunkt am
richtigen ort waren, werden viel weniger
ebv anwenden müssen, als viel-
fach angenommen wird bzw. wurde.
EBV ist nur ein baustein. Fotografische
und gestalterische fehler kann man durch sie nur aufschminken, aber keines-
falls beheben.
so long...