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Elefantenohren blühen wieder ...

Verfasst: 24. Okt 2020, 15:39
von miclindner
Hallo liebe Foto-Gemeinde,

Ich wollte ausprobieren, was besser funktioniert: modernes (Makro)Objektiv ohne weiteres Zubehör und beabsichtigten ABM durch Herausschneiden realisieren oder uraltes Objektiv am Balgengerät und gleich den ABM direkt aus der Kamera

Dafür musste eines meiner Elefantenohren :laugh3: herhalten, die gerade wieder blühen. Zur Technik: modernes M.Zuiko Makro 3.5/30 mm oder der OM-Makro-Objektivkopf 38 mm (beides mal Olympus) am Balgengerät (Novoflex Balom-AS), Kamera Olympus OMD EM10-MK3 (Stativ Novoflex Triopod, Kugelkopf Classicball CB-3 Novooflex, kein Blitz)

Entscheiden könnt Ihr ... (ich habe meine Wahl aber getroffen: trotz des größeren Aufwandes - ich mache mein Foto lieber direkt vor Ort und schneide nachher nicht mehr gerne am Foto herum; man sieht es ja, beim nachträglichen Croppen in der EBV kann man an der Orientierung des Motives nicht mehr viel ändern; beim 30er Makro mit AF zeigt sich auch noch eine andere Eigenart: der sehr geringe Arbeitsabstand ca. 15 mm ab Frontlinse, bei der anderen Lösung sind es immerhin ca. 50 mm, daher ist die Lichtführung einfacher und weniger flach, z.T. kommt es zur Selbstabschattung beim modernen 30er Makro s. Bild Nr. 3)

Foto 1 = 38er Makrokopf OM + Balgen (unbeschnitten)

Foto 2 = modernes 30er M.Zuiko Makro
Foto 4 = dito
Foto 3 = Nr. 2 + 4 wurden aus diesem Bild herausgeschnitten, Foto 3 ist ooc

Motiv:
Haemanthus albiflos (Fam. Amaryllidaceae), beheimatet in Südafrika, Topfkultur (nicht verwechseln mit volkstümlicher Namensgleichheit Kalanchoe beharensis)

Die Netzstruktur der Anthere ist angesichts der Kombination aus Belichtungszeit und ABM natürlich unscharf (nicht ein Problem der Geräte, sondern der Eigenbewegung des Motivs, konnte trotz Pflanzenklemme nicht weiter kontrolliert werden); Blitz habe ich aus ausprobiert, ich war aber mit der Lichtführung nicht zufrieden (das weiche Bokeh im Hintergrund ging verloren), daher habe ich mich mit weniger Schärfe zufrieden gegeben


viele Grüße

Michael Lindner

Elefantenohren blühen wieder ...

Verfasst: 24. Okt 2020, 23:50
von Werner Buschmann
Hallo Michael,

Du machst ja interessante Experimente. :wink:

Bei allen Bildern wundert mich die geringe Schärfe.
Ich meine nicht Schärfentiefe, sondern die Schärfe in der Fokusebene.

Kann es sein, dass Du nach dem Verkleinern fürs Forum nicht nachgeschärft hast.
Das muss zwingend sein.

Von der Gestaltung spricht mich Bild 3 am meisten an.
Es hat einen schönen Schärfeverlauf im Vordergrund.
Das hintere fokussierte Staubgefäß erscheint mir aber nicht scharf.

Elefantenohren blühen wieder ...

Verfasst: 25. Okt 2020, 10:00
von Flattermann
Hallo Michael,

eine interessante Serie zeigst du hier.
Leider ist keines der Bilder wirklich scharf. Auch das sehr deutliche Rauschen bei den verwendeten ISO-Werten wundert mich.
Mir gefällt ebenfalls die Gestaltung im 3. Bild am besten, das Bild rauscht auch am wenigsten.

LG Tilmann

Elefantenohren blühen wieder ...

Verfasst: 25. Okt 2020, 13:28
von Gabi Buschmann
Hallo, Michael,

die Schärfe wirkt in allen Bildern nicht überzeugend.
Nun sind ja Bild 2 und 4 schon heftige Ausschnitte,
was auch das Rauschen erklären würde. Und evtl.
hast du auch nach dem Verkleinern nicht nach-
geschärft (nur das Motiv nachschärfen, sonst
verstärkst du das Rauschen).
Hast du mit Fernauslöser ausgelöst? Das wäre noch
so ein Punkt, der evtl. die weiche Schärfe er-
klären könnte.

Elefantenohren blühen wieder ...

Verfasst: 25. Okt 2020, 17:40
von rincewind
Hallo Michael,

der Vergleich ist schwierig. Wenn man so vergleichen will müssen die Unfeldbedingungen
ideal sein so das sich keine Fehler einschleichen.
Ein zweiter Faktor ist die EBV, entweder man macht gar keine oder eine "perfekte" EBV.
Wie gesagt, interessant aber schwierig.

LG Silvio

Elefantenohren blühen wieder ...

Verfasst: 25. Okt 2020, 21:01
von miclindner
Hallo liebe Fotogemeinde,

ich kann noch ein Foto nachreichen. Bin ja noch am probieren. Da ich jetzt aktuell kein Lightroom mehr habe, ist die EBV etwas eingeschränkt: Dateien sind nur jpgs, die EBV-SW (Olympus Workspace) kann aber nur RAWS entrauschen, daher Entrauschung nur in der Kamera auf minimal, Schärfen in der EBV dann mit "unscharf maskieren"-Methode.

Im Gegensatz zu den vorigen dieses Bild jetzt mal mit Blitz.

Auf der Anthere sitzt das anvisierte "Ziel", dieses kleine Etwas sind verklummte Pollenkörner, jedes einzelne etwa in den Abmessungen 30 x 50 Mikrometer "groß", (die Anthere selber ist nicht ganz einen Millimeter lang). ABM danach geschätzt etwa 9:1 bzw. auf KB gerechnet 18:1 (das Bild ist nicht beschnitten worden).

Es soll keine Entschuldigung für fehlende Schärfe sein, aber es war etwas schwierig, die Blüte war mittels Pflanzenklammer eigentlich ruhig gestellt, aber den Stiel (Staubfaden, Filament) extra ruhig zu stellen, ging nicht - mittels Sucherlupe (14x) konnte ich dabei zusehen, wie die kleinen "Köpfchen" unabhängig vom Geräteaufbau hin und her schwenkten. Ich musste die Luft anhalten und auf den Moment der größten "Ruhe" warten.

Dem Rat bin ich gefolgt, diesmal habe ich die auf Forenmaße (1200 x 900) verkleinerte Datei danach noch ein zweites Mal nachgeschärft.

Wenn ich demnächst die andere Kamera habe (OMD EM1-MK3), kann ich auch mal Fokusstacking ausprobieren, vielleicht wird dann der Schärfeeindruck besser ...


Grüße Michael Lindner

Elefantenohren blühen wieder ...

Verfasst: 26. Okt 2020, 09:57
von plantsman
Moin Michael,

insgesamt ist es für die Qualität natürlich immer günstiger, wenn man gleich in dem ABM fotografiert, in dem das Foto später bleiben soll. Trotzdem würde ich den Schärfeeindruck des modernen Makro-Objektivs als ein klein wenig besser beschreiben, trotz Beschnitt.
Vielleicht ist Tageslicht für solche Aufnahmen besser geeignet. Das geblitzte Bild zeigt schlussendlich die etwas stärkeren Kontraste dieser Belichtungsmethode bei gleichzeitig verkürzter Belichtungszeit, die Blitzaufnahmen von der Schärfe immer etwas besser aussehen lassen.

Gestalterisch ist Nr. 3 auch für mich das Bild der Wahl. Durch einen leichten Beschnitt auf 2:3 könnte man es noch ein wenig von "Ballast" befreien.

Bin auf die Aufnahmen mit der neuen Kamera gespannt.

Elefantenohren blühen wieder ...

Verfasst: 26. Okt 2020, 10:29
von miclindner
Hallo Stefan,

vielen Dank für den Kommentar; das letzte Bild sollte auch mehr für einen Diavortrag sein, um dem Betrachter den Größenunterschied zwischen Pollenkorn und Anthere zu zeigen. War also mehr didaktisch geplant. Hätte ich nicht den alten 38er Makrokopf am Balgen verwendet, wäre ein vergleichbarer Bildausschnitt von "Nr.3" in der Qualität wahrscheinlich noch schlechter geworden (?) und ich hätte bei der Aufnahme im Sucher nicht auf die Pollenkörner fokussieren können, da das Bild auch mit der 14er-Sucherlupe im Kamerasucher einfach nicht groß genug gewesen ist.

Ich will aber die Aufnahmen nochmal wiederholen und was Neues für unbewegte Motive ausprobieren: zusätzlich zum Selbstauslöser die Funktion "AntiShock" zu aktivieren (= Verwendung des elektronischen Verschlusses mit verzögerter Speicherauslesung). Mal sehen, wie das die Schärfe beeinflusst.

Mancher sagt auch, besonders niedrige ISO-(Low)Werte wären der Schärfe abträglich, wenn der ISO-Wert (mit 64 bzw. 100) dann unter dem nativen Wert (200) der Kamera liegt. Das müsste ich auch nochmal austesten, aber ich benutze das auch, um die harte Wirkung des Blitzlichtes weiter herabzusetzen (zusätzlich zum Blitzdiffusor und der Leistungsminderung direkt am Blitzgerät).

Aber vielleicht habe ich demnächst noch ein weiteres Zubehör, das viel wichtiger als die neue Kamera ist (die hat ja zur Zeit z.T. Lieferzeiten bis Ende Januar :roll: ): ein automatisches Balgengerät von Novoflex soll mein altes BALOM-AS ablösen, dann könnte ich das "moderne" 60er M.Zuiko-Makro auch in Retrostellung einsetzen unter Beibehaltung aller Funktionen. Mal schau'n, wie die Finanzierung so klappt.

viele Grüße
Michael Lindner

Elefantenohren blühen wieder ...

Verfasst: 3. Nov 2020, 11:59
von miclindner
versuche derzeit verschiedene Wege, mal sehen ...



und nur weil ich schon gefragt wurde: das Objektiv bitte nicht verwechseln mit dem Vorgänger (3,5/38er) - das hier ist das

https://olypedia.de/index.php?title=Zui ... :2,8/38_mm

ein Makro-Objektivkopf, kein richtiges eigenständiges Makroobjektiv, weil die eigentliche Fokussierung fehlt (hat nur einen Schneckengang für die Feinfokussierung), braucht daher zwingend irgendeine Auszugsverlängerung (hier: Balgengerät, dort muss man aber wegen der unterbrochenen Automatikfunktion mit Arbeitsblende arbeiten)

Grüße Michael Lindner