Dünen-Sandlaufkäfer
Verfasst: 10. Sep 2026, 09:50
Da der heutige Tag mit 12°C bereits herbstlich startete und somit wohl kein Insekten-reicher Tag wird, präsentiere ich eine bereits angekündigte, ältere Aufnahme. Es handelt sich um den Dünen-Sandlaufkäfer, welchen ich im Umkreis eines Waldameisen-Nestes entdeckt und den daran zerrenden Ameisen gestohlen hatte. Die geflügelte Waldameise hatte ich bereits zuhause - das war ebenfalls ein Totfund aus unserem Garten.
Keine Frage - an diesem Bild gibt es genug zu bemängeln, aber ich zeige es trotzdem. Einerseits, weil es damals mein ganzer Stolz war, überhaupt ein solches Bild zustande zu bringen, andererseits, um anderen vielleicht ein paar Fehler zu ersparen.
Am auffälligsten ist wohl der Beschnitt. Ich war so fasziniert von den kräftigen Beißwerkzeugen, dass ich alles rundherum vergaß. Heute tut mir das unendlich leid, weil mir die Möglichkeit einer Wiederholung der Aufnahme nicht mehr zur Verfügung steht. Der tote Käfer ist mittlerweile aufgrund des Befalls von Museumkäfer zerfallen und das Biotop wurde vor ein paar Jahren im Zuge eines Unwetters ziemlich zerstört - jedenfalls kann ich dort keine Sandlaufkäfer mehr finden ... geschweige denn, einen gut erhaltenen Totfund.
Weiters stört mich der abrupte Schärfeabbruch. Heute weiß ich, dass ich zumindest das letzte Foto der Stackserie mit stark geschlossener Blende aufnehmen hätte sollen. Generell wäre es viel klüger gewesen, die Blende weiter zu schließen. Damit wäre auch eine weit geringere Anzahl von Aufnahmen nötig gewesen - ich denke, dass dies auch bei der verwendeten Blende F/4.0 unnötig viele waren. Beugungsunschärfe (das war damals der Anlass meiner Entscheidung für die nur leicht geschlossene Blende) tritt bei diesen Verhältnissen erst ab ca. Blende 8 auf und ist bis Blende 11 kaum auffällig - zumindest laut meinen später durchgeführten Tests mit dem damals verwendeten Objektiv. Im Vordergrund habe ich den Schärfeabbruch durch Beschnitt verringern können.
Weiters wäre schöne gewesen, das Licht so zu steuern, dass ein stärker ausgeprägter Schatten unter den Insekten entsteht - so wirkt es auf mich ziemlich unnatürlich.
Der Stein, auf den ich die beiden gesetzt hatte, stammt aus der tatsächlichen Umgebung. Es würde aber ein etwas dunklerer Sand oder Stein besser wirken, finde ich.
Was die Verarbeitung des Stacks betrifft, bin ich auch heute noch ziemlich gut damit zufrieden.
Vielleicht finden erfahrenere Makro-Profis und Fokusstacker hier weitere Mängel, die man erwähnen sollte, um daraus zu lernen. Nur zu mit Kritik!
Trotz all dieser Mängel sehe ich mir dieses Bild aber doch auch heute noch sehr gerne an. Für mich sind diese Käfer die Raubtiere in Perfektion - schnell wie Geparden, auf der Lauer wie Krokodile und im Kampf wie Tiger. Einfach faszinierend, zusehen zu können (sofern man nicht das Opfer ist).
Grüße, Ernst
Keine Frage - an diesem Bild gibt es genug zu bemängeln, aber ich zeige es trotzdem. Einerseits, weil es damals mein ganzer Stolz war, überhaupt ein solches Bild zustande zu bringen, andererseits, um anderen vielleicht ein paar Fehler zu ersparen.
Am auffälligsten ist wohl der Beschnitt. Ich war so fasziniert von den kräftigen Beißwerkzeugen, dass ich alles rundherum vergaß. Heute tut mir das unendlich leid, weil mir die Möglichkeit einer Wiederholung der Aufnahme nicht mehr zur Verfügung steht. Der tote Käfer ist mittlerweile aufgrund des Befalls von Museumkäfer zerfallen und das Biotop wurde vor ein paar Jahren im Zuge eines Unwetters ziemlich zerstört - jedenfalls kann ich dort keine Sandlaufkäfer mehr finden ... geschweige denn, einen gut erhaltenen Totfund.
Weiters stört mich der abrupte Schärfeabbruch. Heute weiß ich, dass ich zumindest das letzte Foto der Stackserie mit stark geschlossener Blende aufnehmen hätte sollen. Generell wäre es viel klüger gewesen, die Blende weiter zu schließen. Damit wäre auch eine weit geringere Anzahl von Aufnahmen nötig gewesen - ich denke, dass dies auch bei der verwendeten Blende F/4.0 unnötig viele waren. Beugungsunschärfe (das war damals der Anlass meiner Entscheidung für die nur leicht geschlossene Blende) tritt bei diesen Verhältnissen erst ab ca. Blende 8 auf und ist bis Blende 11 kaum auffällig - zumindest laut meinen später durchgeführten Tests mit dem damals verwendeten Objektiv. Im Vordergrund habe ich den Schärfeabbruch durch Beschnitt verringern können.
Weiters wäre schöne gewesen, das Licht so zu steuern, dass ein stärker ausgeprägter Schatten unter den Insekten entsteht - so wirkt es auf mich ziemlich unnatürlich.
Der Stein, auf den ich die beiden gesetzt hatte, stammt aus der tatsächlichen Umgebung. Es würde aber ein etwas dunklerer Sand oder Stein besser wirken, finde ich.
Was die Verarbeitung des Stacks betrifft, bin ich auch heute noch ziemlich gut damit zufrieden.
Vielleicht finden erfahrenere Makro-Profis und Fokusstacker hier weitere Mängel, die man erwähnen sollte, um daraus zu lernen. Nur zu mit Kritik!
Trotz all dieser Mängel sehe ich mir dieses Bild aber doch auch heute noch sehr gerne an. Für mich sind diese Käfer die Raubtiere in Perfektion - schnell wie Geparden, auf der Lauer wie Krokodile und im Kampf wie Tiger. Einfach faszinierend, zusehen zu können (sofern man nicht das Opfer ist).
Grüße, Ernst
