Kreuzdornzipfelfalter Eier - Satyrium spini

Mikrofotografie: * ABM >1:2 bis 80:1 * in der Regel Indoorfotografie. Zusätzl. Lichtschrankenfotografie
ji-em
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Kreuzdornzipfelfalter Eier - Satyrium spini

Beitragvon ji-em » 6. Jan 2019, 12:25

Hoi Steffen,

Danke dass du dein Fund und das schöne Bild davon mit uns teilst ...
zusammen mit den viele Informationen.

Das macht mich als Jäger und Sammler wirklich neugierig ... Werde
mich mal auf die Suche begeben und hoffe, was zu finden ...

Kannst du vielleicht mal einige Tipps geben ... was Anfänger so relativ
einfach finden können ? ... Wo ? ... Wann ?

Wünsche dir weiterhin viel Erfolg ... auch mit den Fotos.

Lieber Gruss,
Jean
Vergleichen macht vieles klar ... ! :-)
Mein Kommentar wiederspiegelt nur meine momentane, bescheidene, persönliche Meinung.
Bitte, auf kein Fall, persönlich auffassen auch wenn ich mich irreführend mitgeteilt habe.
Ich lese lieber 2-3 aufrichtige, negative Kommentare ... als gar keine ! :-)
Steffen1978
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Kreuzdornzipfelfalter Eier - Satyrium spini

Beitragvon Steffen1978 » 8. Jan 2019, 22:34

Hallo Jean,
wenn man mit der Suche nach Schmetterlingseiern beginnen möchte, sollte man im Winter anfangen. Natürlich kann man das ganze Jahr über welche finden, aber im Winter (ohne Schnee auf den Ästen) ist es am einfachsten, da die Pflanzen keine Blätter tragen. Ich würde Dir empfehlen, zunächst nach dem am einfachsten zu findenden Ei zu suchen: Nierenfleck/Birkenzipfelfalter /Thecla betulae. Du findest das Ei an Schlehe (=Schwarzdorn/Prunus spinosa) oder an Traubenkirsche (Prunus padus). Das Ei befindet sich oft in den Astgabeln von 2-3 jährigen Schlehenbüschen und ist, da Schlehe eher rotbraun/dunkelbraun ist, als ca 1 mm große, weiße Kugel leicht zu finden. Auch wenn man den Falter nie zu Gesicht bekommen hat, ist man immer wieder sehr positiv überrascht, wie oft man die Eier findet. Ich finde sie an Waldrändern, auf kalkigem/sandigem/lehmigem Boden, mitten in Ingolstadt, auch mitten in München, an Schlehenhecken in Parks oder auf Brachen, also quasi überall. Die beste Zeit zur Suche ist die Zeit zwischen November und März, jedenfalls vor Beginn der Schlehenblüte. Die Eier werden einzeln oder in kleinen Gruppen gelegt. Sie sehen unter der Lupe sehr interessant aus und sind recht schwer zu fotografieren (meine Meinung, andere mögen sie gerade wegen der harten Kanten und der Struktur super finden...).

Ich bin grad nicht sicher, aber man darf doch kein neues/anderes Bild an einen Beitrag anhängen, oder? Links auf andere Seiten setzen soll man vermutlich auch nicht?

Vielleicht zeige ich unter Naturbeobachtung mal eine Serie von Eiern des Birkenzipfelfalters, mit unterschiedlichem ABM, da "nur groß" bei der Suche nciht hilft, aber "nur klein" auch nicht zielführend ist...

Schöne Grüße
Steffen
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Beitragvon Otto G. » 9. Jan 2019, 00:40

Hallo Steffen

ich bin zwar nicht Jean,aber mich interessiert das ebenso,daher möchte ich gerne ein paar Fragen stellen.
Ich finde jedes Jahr einige betulae,der muß also bei mir recht häufig sien,aber eier habe ich noch nie gefunden.
2-3 Jahre alte Schlehen,d.h. die sind dann so 50cm bis 1m hoch??
Findet man die Eier eher an der Ober oder der Unterseite der ÄSte??
Wir haben hier ganze Schlehenwälder,sollte man dort suchen oder besser an einzeln stehenden??

Gruss
Otto
Steffen1978
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Kreuzdornzipfelfalter Eier - Satyrium spini

Beitragvon Steffen1978 » 11. Jan 2019, 20:00

Hallo Otto,
Freut mich, dass Dich die winterliche Eier-Suche interessiert.
Was T. betulae angeht, hast Du offenbar optimale Voraussetzungen, denn wenn Du die Falter öfter mal findest, dann kann die Stelle nur gut sein. Wo findest Du sie? Sitzend auf Hecken von Liguster/Schlehe/Brombeere? Manchmal ist es hilfreich, die Weibchen bei der Eiablage zu beobachten - nicht nur um ein Gefühl zu bekommen, wo abgelegt wird, sondern auch um dann im Winter gezielt zu suchen.
Ansonsten gilt die Regel: Es gibt keine Regel... aber Muster.

Schlehenhecken können sehr günstig sein, aber zu viel Schlehen (=Schlehenwald) bedeutet, dass die Falter sehr genau auswählen können und Du u.U. lange suchen musst. Besser sind einzeln stehende Schlehen (also solche, die von anderen Schlehen entfernt sind - oftmals in Waldlichtungen oder an Waldrändern. Auch in Schlehenwäldern kannst Du bestimmt Bereiche finden, die weniger dicht mit Schlehen besetzt sind - diese würde ich zuerst absuchen. Dazu empfehle ich immer, Wegränder und Lichtungen (zum Beispiel an ausgeschnittenen Wegkreuzungen) zuerst abzusuchen.
Gesucht wird am einfachsten aus dem Stand heraus - Du betrachtest also die Astgabeln oder Dornengabeln von oben. T. betulae legt auch am Stamm oder auf der Unterseite der Äste, aber eine Suche "von oben" ist in den meisten Fällen ausreichend. Dazu bevorzugst Du Büsche oder Äste an Büschen, die weder Flechten noch sonstigen Bewuchs aufweisen. Ich hätte also präziser schreiben sollen, dass eine Schlehe zwar 30 Jahre alt sein darf, aber die Suche an den jüngeren (nicht bewachsenen) Trieben den besten Erfolg bringt. Da ich mich beim Spazieren nicht gern dauernd auf den Knien bewegen möchte, suche ich gerne ab etwa 50 cm Wuchshöhe, bis etwa 150 cm Höhe.
Eine Sache ist nicht zu unterschätzen: Wenn man noch keine derartigen Objekte (also Schmetterlingseier von T. betulae) gesucht hat, hat man evtl. noch keine Vorstellung, wie groß/klein/deutlich/versteckt ein solches Ei sein kann. Man sucht automatisch entweder viel zu genau oder viel zu unpräzise. Ideal wäre eine helle/weiße Halbkugel mit Durchmesser 1 mm. Wenn Du ein Objekt in dieser Größe haben solltest (mir fällt spontan nichts brauchbares ein...) dann geh in den Schlehenwald, hefte das Objekt oberseitig in eine Astgabel und präge Dir ein, auf welche Entfernung Du das Objekt erkennen kannst. Es genügt, wenn Dir auffällt, dass an der Pflanze "etwas nicht stimmt". Ich suche immer so. Ich habe eine genaue Vorstellung der Pflanze, die ich absuche. Sobald etwas nicht in mein Bild passt, muss es etwas sein, was nicht zur Pflanze selbst gehört. Ganz oft findet man so kleinste Insekten/Schildläuse/Pilze/Eier, selbst dann wenn diese super getarnt sein sollten. An Schlehe kann man, nebenbei, auch noch die Eier von S. acaciae, S. pruni, Diloba caeruleocephala, Malacosoma neustria, Plemyria rubiginata, Allophyes oxyacanthae und anderen Tag-/Nachtfaltern entdecken... daher lohnt sich die Suche immer und vor allem das Prinzip: Sehe ich etwas, was nicht zur Pflanze passt.

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Erfolg und hoffe, dass meine Hinweise hilfreich für Dich waren. Zwei weitere Tips: Im Winter ists oft auch tagsüber relativ dunkel, daher nutze ich eine Taschenlampe. Weiterhin habe ich stets eine kleine Lupe dabei, da man oftmals auch prüfen muss, was man denn eigentlich gefunden hat.

Schöne Grüße
Steffen
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Beitragvon Otto G. » 12. Jan 2019, 03:13

Hallo Steffen

danke für deine ausführliche Antwort,das hilft mir weiter.
Ich habe mich schon gefragt,wie das mit Eiern auf den bei uns total mit Flechten überwucherten Schlehen gehen soll .
Erstaunlicherweise kan ich alle von dir genannten Falter auf meinem Grundstück nachweisen,nur Eier finde ich so gut wie garnicht.
Die einzigen,die ich bisher gefunden habe,waren P.machaon und B.daphne,weil ich sie bei der Eiablage gesehen habe.
Es stimmt,es ist wie bei Faltern in der Kältestarre,wenn man z.B. einmal M.diamina schaukelnd am Wiesen Rispengras (Poa pratensis)
gefunden hat,findet man ihn dann oft wieder.
So wird es auch bei den Eiern sein,da muß ich mich mal wieder dran machen.
Ich finde es ärgerlich,keine Eier zu finden,wenn sie doch da sein müssen :-).
betulae sehe ich oft auf Schlehen,Brombeeren und wilden?? Pflaumen.
Nektarsaugend an wilder Möhre,Disteln,Hortensien,später an Goldruten.
S.pruni am kleinen Baldrian,S.acaciae an Kamille.

Gruss
Otto
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Beitragvon Werner Buschmann » 20. Jan 2019, 23:05

Hallo Steffeb,

eine aufregende Aufnahme.
Finde ich richtig spannend, dass man die Eier
aus 2 Jahren sehen kann.
Danke auch für die interessanten Informationen.
________________
Liebe Grüße Werner
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Beitragvon piper » 16. Feb 2019, 10:56

Hallo Steffen,

ein sehr schöner Fund!
Bearbeitungstipps hast Du ja schon reichlich bekommen,
deshalb genieße ich dein Bild einfach :-)
Liebe Grüße Ute


Die Freude am Kleinen ist die schwierigste Freude, denn es gehört ein großes Herz dazu.
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