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Werner Buschmann
Makro Team
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Beiträge: 17595
Wohnort: Niedernhausen
Seit: 25.05.2006
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BeitragVerfasst am: So Feb 07, 2010 21:31  Titel:  Tiere und Planzen des Jahres 2010 Antworten mit ZitatNach untenNach oben

Beitrag von Ute Hahn verfasst!

Hallo liebe User,
gemeinsam mit euch möchten wir eine Doku über den Ameisenlöwen, das Insekt des Jahres 2010 erstellen.
Alle eure Makros, alles Wissenswerte über den Lebenszyklus oder von euch gemachte Beobachtungen dürfen und sollen da rein.
Der Thread wird im Dokumentarischen (…/Startseite/ …..) oben angepinnt, damit ihr ihn jederzeit schnell findet.
Hier soll einfach ein Einblick in die interessante Lebensweise des Ameisenlöwen möglich werden.


Steckbrief - der Ameisenlöwe – Myrmeleon formicarius, Myrmeleontidae

„Wer anderen eine Grube gräbt, hat selber was zu fressen“


Als Ameisenlöwe wird die Larve der Ameisenjungfer bezeichnet. Im Deutschen wird das adulte Insekt als Gewöhnliche oder Gemeine Ameisenjungfer bezeichnet, weil sie am häufigsten vorkommt. Eine zweite häufige Art ist die Geflecktflügelige Ameisenjungfer (Euroleon nostra). Die Ameisenjungfern sind mit mehr als 2.000 Arten die größte Familie der echten Netzflügler. In Europa kommen 41 Arten vor, die meisten davon im Mittelmeerraum. In Mitteleuropa sind 12 Arten beheimatet, von denen nur 4 Arten Trichter bauen. Alle Arten sind in ihrem Bestand gefährdet und nach der Bundesartenschutzverordnung in Deutschland geschützt

Der Ameisenlöwe ist bräunlich gefärbt und bis zu 17mm groß. Der Körper ist am Kopf- und Hinterleibsende schmal, mit einer breiten Mitte. Die Vorderbrust deutlich abgesetzt und schmäler als die folgenden Segmente. An der Brust entspringen drei Beinpaare, am Kopf sitzen säbelförmige Greifzangen, welche innen mit Zähnen besetzt sind und auch zum Aussaugen der Beute dienen. Alle Körperteile tragen Haare und starke, nach vorne gerichtete Borsten, die den Ameisenlöwen fest im Boden verankern wenn sich seine Beute heftig wehrt.

Er bevorzugt warme, trockene Gebiete, und lebt in Sandboden. Dort kann er sich innerhalb von Sekunden rückwärts eingraben. Für seinen Trichter gräbt er erst einen runden Graben, den er weiter nach innen vertieft, indem er mit seinen Zangen den Sand bis zu 30cm weit wirft. Das dauert nicht länger als eine halbe Stunde. Der fertige Trichter ist so steil, das sich der Sand sofort in Bewegung setzt, wenn ein Insekt hineinläuft. Je nach Material sind die Trichter 2 bis 3 cm tief und bis zu 8 cm weit. Verborgen eingegraben, so das nur seine Zangen herausschauen, lauert er am Grunde des Trichters auf seine Beute. Rutscht ein Insekt oder eine Spinne an den Trichterwänden nach unten, hilft er nach, indem er die Beute mit Sand bewirft und die locker rollenden Sandkörnchen verhindern das Entkommen. Hat er die Beute mit seinen Zangen gepackt, injiziert er damit Gift und ein Verdauungsenzym, das das Opfer von innen auflöst. Anschließend wird die verdaute Nahrung durch Röhren in den Zangen aufgesogen. Der leere Chitinpanzer wird aus der Grube geschleudert. Interessant ist, das der Löwe einen Darm ohne Ausgang hat. Da er nur verdaute Nahrung aufnimmt, gibt er während des ganzen Larvenstadiums keinen Kot ab. So bleibt die Fanggrube immer sauber. Und er kann bis zu 200 Tage ohne Nahrung auskommen. Im Herbst zieht er sich bei kalter Witterung tiefer in den Boden zurück und überwintert in einer Ruhepause.

Zweimal häutet sich der Löwe, bis er sich im Sand in einen nach außen festen Seidenkokon einspinnt und verpuppt. Nach circa drei Wochen Puppenruhe schlüpft im Sommer das erwachsene Tier. Bis es soweit ist, sind zwei, manchmal auch drei Jahre vergangen. Die Ameisenjungfer ähnelt einer Kleinlibelle, aber unterscheidet sich durch die gut sichtbaren kurzen, am Ende keulenartigen erweiterten Fühler. Die Flügelspannweite beträgt circa 60mm. Die Ameisenjungfer legt in Ruhestellung ihre vier durchsichtigen Flügel dachartig über den Hinterleib zusammen. Da sie vor allem nachts fliegt, wird sie im Volksmund auch Nachtlibelle genannt. Tagsüber ruht sie unbeweglich im niederen Gebüsch in Trockenrasenlandschaften. Dort heftet sie ihre Eier an Blättern an. Flugzeit der Ameisenjungfern ist von Juni bis September.

Edit.

Das Bild ist von Jürgen!


ameisenloewe_561.jpg
 Aufnahmedaten:
Die Werkzeuge eines Fangspezialisten:

Säbelförmige, lange und mit Fangdornen besetzte Klauen zum Fang der Beute.

Ein breiter, flächiger Kopf zum "Sandschleudern".
 Bildgröße:  310.52 KB
 Angeschaut:  539 mal

ameisenloewe_561.jpg


_________________
Liebe Gruesse

BITTE NICHT MEHR ALS 12 THREADS PRO MONAT. PORTALEINSTELLUNGEN
UND GALERIEEINSTELLUNGEN WERDEN ZUSAMMENGEZÄHLT. BITTE EIGENSTÄNDIG KONTROLLIEREN!!!!!!

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