Tiere und Pflanzen des Jahres 2010

Alles, was man sonst nicht zu sehen bekommt.
Benutzeravatar
junior
Beurlaubt
Beiträge: 4964
Registriert: So Mai 22, 2005 23:18
alle Bilder
Vorname: Jens

Tiere und Pflanzen des Jahres 2010

Beitragvon junior » So Jul 11, 2010 01:40

Beitrag verfasst von Frederik f56

Goldenes Frauenhaarmoos (Polytrichum commune)

Das Goldene Frauenhaarmoos trägt noch mehrere Trivialnamen, so zum Beispiel Gewöhnliches bzw. Gemeines Widertonmoos
oder auch Großes Haarmützenmoos.
Der Name Widertonmoos leitet sich aus „Wider-das-antun“ her, da früher verschiedene Widertonmoosarten gegen Zauber
benutzt wurden.

Es handelt sich in der Systematik der Laubmoose um ein akrokarpes Moos, was bedeutet, dass sich die Frucht
(Mooskapsel und "Stängelchen") an der Spitze des Hauptstängels bildet und nicht wie bei anderen Arten an einem Nebentrieb.
Das Moos ist dunkel- bis blaugrün gefärbt und bildet oft dichte Polster an feuchten Standorten mit saurem Boden.
Es ist daher vor allem in feuchten Nadelwäldern, Bruchwäldern und bei bewaldeten Mooren anzutreffen.Es ist annähernd
überall auf der Welt in entsprechenden Klimazonen anzutreffen und bis in eine Höhe von 2000 Höhenmetern zu finden.
Die acht-zwölf Millimeter langen, spitzen, lanzettlichen Blätter sind spiralartig um die bis zu 40 Zentimeter langen
Moosstängel angeordnet. Diese sind nur sehr selten verzweigt. Die Blätter weisen eine einzige Blattrippe auf ,
welche mit zahlreichen Lamellen versehen ist. Es ist die höchste europäische Moosart, keine andere erreicht die Stängellänge.

Der Name Frauenmoos begründet sich in der Mooskapsel, welche, vierkantig, im jungen Zustand zahlreiche,
mehrere Millimeter lange helle Härchen hat, welche entfernt einem blonden Haarschopf ähneln.
Der Kapselstiel wird dabei bis zu zehn Zentimeter hoch.
Das Moos wurde im Mittelalter zur Seilerei verwendet, da die einzelnen Moosstängel sehr zugfest und verwindungsfest sind.
Aus ihnen wurden Mooszöpfe gepflochten.
Ebenfalls soll früher teilweise ein bettgroßes Stück aus dem Moospolster geschnitten worden sein, was dann auch tatsächlich
als Schlafmatte gebraucht wurde.
So zumindet beschreibt es der bekannte Naturforscher Carl von Linné vor 250 Jahren in seinem Buch „Lappländische Reise“.

Die Moosart ist mit ihren dichten Polstern sehr auffällig und daher vielen bekannt. Sie kann mit dem Schönen Widertonmoos
(Polytrichum formosum) verwechselt werden.
Diese Art jedoch ist fester bzw. steifer als Moospolster und die Lamellen sind oben gefurcht.
Zudem wird diese Art nur bis zu zwölf Zentimetern hoch.
Grundsätzlich ist die Moosart in ihrem Bestand nicht bedroht, jedoch sind viele natürliche Standorte durch Entwässerung,
Verbauung und Entsäuerung verloren gegangen.



Bild von Canonator
Dateianhänge
unbenannt_517_473.jpg (148.81 KiB) 4025 mal betrachtet
unbenannt_517_473.jpg
Gruß Jens


live long and prosper
Benutzeravatar
nurWolfgang
Makro Crew
Makro Crew
Beiträge: 12971
Registriert: Mo Apr 14, 2008 20:13
alle Bilder
Wohnort: ganz im Südwesten
Vorname: Wolfgang
Kontaktdaten:

Beitragvon nurWolfgang » Mi Jul 14, 2010 21:53

Hallo

ein schönes Foto und eine sehr interessante Beschreibung

Gruß

Wolfgang
Tipps zur Freihand Fotografie hier
Tipps zum Licht hier
Benutzeravatar
Jürgen Fischer
Makro Team
Makro Team
Beiträge: 8804
Registriert: Di Dez 12, 2006 13:23
alle Bilder
Wohnort: Wunsiedel im Fichtelgebirge /Bayern
Vorname: Jürgen

Beitragvon Jürgen Fischer » Mi Jul 14, 2010 21:56

Hi liebe Vorredner!

Prima, dass ihr eure Meinung zu dem Foto und dem Text kundtut! Danke dafür!

Noch besser und eigentlich auch gewünscht bei der Serie (Pflanzen und Tiere des Jahres 2010) ist eigentlich, hier Bilder und Infos zu ergänzen!

Auf das ein Großes und Ganzes daraus werden möge!!!


LG Jürgen
[hr]

Wenn ihr mehr über eure Motive wissen wollt, dann schaut doch mal in die Artengalerie!

Wenn ihr außergewöhnliche Szenen aus dem Leben unserer Motive sehen, oder interessante Informationen bekommen wollt, dann schaut doch mal in die Dokugalerie!




[hr]
Benutzeravatar
Werner Buschmann
Makro Team
Makro Team
Beiträge: 57890
Registriert: Do Mai 25, 2006 16:35
alle Bilder
Wohnort: Hessen
Vorname: Werner

Beitragvon Werner Buschmann » Sa Aug 14, 2010 21:12

Hallo an die Gemeinschaftseinsteller.

Schöne Aufnahme und interessante Beschreibung.

Werner
Der NABU hat eine Handlungsempfehlung für das Arbeiten in und an Gewässern (Klicken!) erstellt. Für alle Fotografen, die gegebenfalls beim Suchen nach Amphibien auch ihre Örtlichkeiten wechseln, kann das unter Umständen wichtige Hinweise geben.
Ich verstehe nicht, dass man solche Überlegungen in einem anderen Forum als lächerlich ansieht.

________________
Liebe Grüße Werner

Zurück zu „Doku-Portal“