Die Heilpflanze des Jahres 2013 Damaszener-Rosen

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Die Heilpflanze des Jahres 2013 Damaszener-Rosen

Beitragvon Corela » Sa Feb 02, 2013 21:05

Heilpflanze des Jahres 2013 Damaszener-Rosen, Rosa × damascena

Vom Naturheilverein (NHV) Theophrastus (Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, gen. Paracelsus e.V.) wurden die Damaszener Rosen als Heilpflanze des Jahres 2013 gekürt.
Die „Königin der Blumen“ soll ihrer Bedeutung in der Medizin und Pharmazie entsprechend gewürdigt werden.

NHV: „Heute gelten als wichtige Anwendungsgebiete des Damaszener-Rosenöls: Bronchitis, entzündete Haut, Geschwüre, Herzrasen, Depressionen sowie die Förderung der Genussfähigkeit im Allgemeinen und der Sinnlichkeit im Besonderen.“

Allgemein kann man die Wirkung des ätherischen Öles der Rosa x damascena als entzündungshemmend, krampflösend und fiebersenkend beschreiben.

In der Aromatherapie wird es u.a. zur seelischen und körperlichen Entspannung benutzt.

In der Küche finden Rosenblüten Anwendung für Süßigkeiten, Kuchen und Marmeladen, aber auch Rosenblätter-Bowle ist eine Delikatesse. Meistens werden jedoch alkoholische Essenzen oder das bei der Destillation von Rosenöl anfallende Rosenwasser verwendet.

In fast allen Kulturen wird die Rose als Sinnbild für Schönheit, Liebe und Vollkommenheit gesehen. Der wunderbare Duft der Damaszener Rosen wird z.B. in den Märchen aus 1001 Nacht beschrieben.

Unter dem Namen Rosa × damascena wird eine ganze Gruppe von Rosen zusammengefasst, die zu den „Alten bzw. Historische Rosen“ (vor 1867 eingeführt) gehören und als einen Elternteil die Essig-Rose (Rosa gallica)haben. Sie wurden schon in der Antike kultiviert und haben im 13. Jahrhundert durch die Kreuzritter ihren Weg von Damaskus aus in die europäische Gärten gefunden.

Eine grobe Unterscheidung der R. damaszena ist in sommerblühende und Herbst-Damaszener Rose, die im Sommer und im Herbst blüht. Am Wuchs kann man meist den 2. Elternteil erkennen. Die weichen, blassgrünen Blätter besitzen 5-7 Blättchen, sind oben glatt und auf der Unterseite leicht behaart. Die Blüten sind gefüllt, von reinem Weiß bis zu leuchtendem Purpur und von besonderer Transparenz. Fast alle Sorten besitzen diesen schweren Damaszener-Rosen Duft. Die Sträucher sind winterhart und gedeihen auch in Lagen über 500m.

Das Rosenöl wird aus den Blütenblättern durch Wasserdampf-Destillation hergestellt.
Die Blütenblätter enthalten nur < 1% des ätherischen Öles abhängig von der Tageszeit. Daher müssen Rosenblüten für die Destillation Tag für Tag händisch gesammelt werden, vom Morgengrauen bis höchstens Sonnenaufgang. Unter günstigen Anbaubedingungen lassen sich aus 100 kg Rosenblüten ca. 10 g Öl gewinnen (0.01%); durch Redestillation des dabei anfallenden Rosenwassers wird die Ausbeute allerdings nochmals verdreifacht. Für das fertige Rosenöl wird das 1. und das 2. Öl gemischt.

Auch eine Extraktion durch Lösungsmittel, meist Hexan, ist möglich, wobei eine halbfeste, grünliche Masse entsteht. Diese Ausbeuten liegen zehnmal so hoch wie bei der Destillation, auch bleibt der natürliche Gehalt an 2-Phenylethanol erhalten.
Rosenöl enthält ca. 400 Einzelsubstanzen. Die wichtigsten, die den Charakter bestimmen, sind die acyclischen Monoterpenalkohole Geraniol, Citronellol und Nerol; auch wurden langkettige Kohlenwasserstoffe wie Nonadecan und Heneicosan gefunden.

Eine sehr bedeutsame Spurenkomponente ist das β-Damascenon. Trotz der geringen Konzentration (0.01%) hat dieses C13-Norisoprenoid merklichen Einfluss auf die Qualität des Rosenöles.

Wichtig für den Rosengeruch ist das 2-Phenylethanol, welches jedoch bei der Wasserdampfdestillation verloren geht und sich im Rosenwasser anreichert. Deshalb entsprechen sich Rosenöl und Rosenwasser im Geruch nicht ganz genau, auch der Duft der lebenden Rosenblüte deckt sich nicht völlig mit ihnen.

Die wichtigsten europäischen Anbaugebiete sind in Frankreich und Bulgarien. Alleine in Bulgarien werden im „Tal der Rosen“ jährlich ca. 1,5 Tonnen Damaszener-Rosenöl destilliert. Weitere Produktionsländer sind die Türkei und der Iran, wo man Rosenwasser auch zu religiösen Zeremonien benutzt.
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Beitragvon nurWolfgang » So Feb 03, 2013 21:04

Hallo Conny

da hast du ja ordentlich Daten zusammen getragen, jetzt muß nur noch jemand ein schönes Bild zum Beitrag liefern.

Gruß

Wolfgang
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Beitragvon Gabriele » Mo Feb 04, 2013 19:23

Hallo Conny,

ein toller Artikel. Sehr informativ und gut geschrieben.

LG Gabriele
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Beitragvon harai » Mo Feb 11, 2013 22:39

Hallo Conny,

da hast Du Dir viel Mühe gemacht diese Informationen zusammen zu tragen. Danke dafür, denn das habe ich bisher nicht gewusst. Schade eigentlich, dass so wenige Fotografen hier reinschauen.
Viele Grüße
Rainer
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Beitragvon Werner Buschmann » Mo Feb 11, 2013 23:01

Hallo Conny,

Danke für Deinen informativen Artikel.
Wenn ich es richtig verstanden habe,
müssen in Bulgarien dann 15 Tonnen
Rosenblätter gesammelt werden.

Das klingt nach einem riesigen Volumen.

Werner
Ein Dank an alle aktiven Besprecher im Forum und eine ernsthafte Erinnerung
an diejenigen, die schon etwas länger die Bildbesprechungen aufschieben.


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Liebe Grüße Werner
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Beitragvon Corela » Di Feb 12, 2013 17:32

Hallo Werner,

alleine dieses Volumen der Blüten ist kaum vorstellbar.
Bei Wiki steht eine Menge von von 900kg für das Jahr 2003 unter Tal der Rosen.
Die Nachfrage steigt ständig. Unter Rosa damascena sind es 1,5 Tonnen Rosenöl.
Dies ist auch ein unglaublicher Wirtschaftsfaktor bei einem Endverbraucherpreis
für die Aromatherapie von @205 für 5ml als Bio für R. gallica
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Beitragvon Ajott » Sa Feb 16, 2013 16:51

Hi Conny,

vielen Dank für deinen Beitrag, der die Arten des Jahres weiter vervollständigt.
Was die Wirkung solcher homöopathischen Mittelchen angeht bin ich ja eher kritisch.

liebe Grüße
Aj
: ǝʌıʇʞǝdsɹǝd uǝɹǝpuɐ ɹǝuıǝ snɐ ןɐɯ ǝzuɐƃ sɐp ɹıʍ uǝʇɥɔɐɹʇǝq :
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Beitragvon Corela » Sa Feb 16, 2013 21:37

Hallo Anja,

da tust du dem Naturheilverein (NHV) erstmal Unrecht. Er hat nichts mit Homöopathie zu tun.
Aber auch den naturgemäßen Heilweisen solltest du mehr Aufmerksamkeit schenken,
sie waren unsere ersten Heilmittel und sind bei allen Völkern und sogar bei Tieren bekannt.
Die Homöopathie gehört zu den Methoden der Alternativmedizin wie Ayurveda oder Bachblüten.
Homoöpathische Mittel erfahren zuerst eine Potenzierung bevor sie angewandt werden.
lG
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Beitragvon Ajott » Do Feb 21, 2013 17:24

Hi Conny,

danke für die Aufklärung bezüglich des Unterschieds zur Homöpathie, hier habe ich tatsächlich verschiedene Paar Schuh in einen Topf geworfen.


liebe Grüße
Aj
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Beitragvon ji-em » Do Feb 21, 2013 18:49

(Der Inhalt dieses Beitrags wurde auf Wunsch des Benutzers vom Administrator entfernt)
Vergleichen macht vieles klar ... ! :-)
Mein Kommentar wiederspiegelt nur meine momentane, bescheidene, persönliche Meinung.
Bitte, auf kein Fall, persönlich auffassen auch wenn ich mich irreführend mitgeteilt habe.
Ich lese lieber 2-3 aufrichtige, negative Kommentare ... als gar keine ! :-)

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