nachdem es hier ein neues Unterforum gibt das von der Beschreibung her für meine aktuellen Arbeiten passt, dachte ich, ich zeige euch mal ein paar Wasser Tropfen Aufnahmen.
Den Anfang möchte ich mit den Classischen TaTs (Tropfen auf Tropfen) Aufnahmen machen. Wenn die Bilder gut ankommen, werde ich nach und nach noch weitere Aufnahme Techniken in der Highspeed Fotografie erklären.
Jeder kennt ja die Fotos wo ein Tropfen auf eine Wasseroberfläche fällt und dabei zuerst eine Krone entstehen lässt wo dann wenige Millisekunden später eine Wassersäule nach oben steigt. Und genau dies ist der Moment wo ein 2. Tropfen nach unten fallen muss um diese Säule zu treffen. Dadurch entstehen dann diese "Hüte". Oder wie man auch sagen kann: TaT (Tropfen auf Tropfen)
Bei meinem 1. Foto habe ich noch mit einem Infusion Set aus der Apotheke getropft. Um die Wasseroberfläche möglichst ruhig zu halten, sollte man einen Becher darunter halten und dann kurz wegziehen um eben genau 2 Tropfen durchzulassen. Mit der anderen Hand den Kabelauslöser in der Hand und abdrücken. Das Foto ist im Kasten.
Die Tropfgeschwindigkeit sollte bei etwa 10 Tropfen pro Sekunde liegen! Ist diese zu gering, wird man keinen TaT schaffen, da die aufsteigende Wassersäule schon wieder in sich zusammen gefallen ist bis der 2. Tropfen nach kommt.
Wichtig ist außerdem noch das man Blitze mit einer kurzen Abbrenndauer verwendet. Das Foto wird also nicht durch eine kurze Belichtungszeit der Kamera eingefroren, sondern durch die Leuchtdauer der Blitze! Man kann mit der Kamera also auch 1 Sekunde lang belichten. Die Fotos werden dennoch scharf.
Ich verwende dafür ganz normale Aufsteckblitze. Diese Blitze brauchen nicht mal TTL oder sonstiges können, sie brauchen lediglich eine hohe Leitzahl und man muss sie bis auf eine Leistung von 1/128 drosseln können. Denn genau dadurch verkürzt sich die Abbrenndauer auf bis zu <1/20.000 Sekunde! Stärker als 1/32 Leistung sollte man die Blitze nicht einstellen. Ansonsten hat man bereits deutliche Bewegungsunschärfen im Bild.
Der Blitz steht dann hinter einer Acrylglasplatte mit etwa 45% Lichtdurchlässigkeit. Mit dieser Beleuchtung hat man ein sehr weiches Licht. Zusätzlich kann man den Blitz mit Farbfolien bestücken um so auch die farbigen Hintergründe zu erzeugen. Wenn man mehrere Blitze zur Verfügung hat, kann man natürlich auch Hintergründe mit einem Farbverlauf erzeugen.
Damit man sich bei der Tropfenfotografie besser auf die Formen und dem Licht konzentrieren kann, empfiehlt es sich für die Steuerung der Tropfen einen Mikrocontroller zu verwenden. Angefangen habe ich mit dem StopShot von Cognisys. Den StackShot kennen hier ja bereits einige der vom selben Hersteller ist.
Mittlerweile verwende ich jedoch den GlimpseCatcher. Dieser basiert auf Arduino. Er hat den riesen Vorteil, das ich auch mehrere Magnetventile gleichzeitig ansteuern kann. So kann ich z.b. von unten einen Wasserstrahl nach oben schießen, während von oben ein Tropfen nach unten fällt und diese dann miteinander kollidieren.
Bis zu 12 Ventile können so gleichzeitig auf die Millisekunde genau gesteuert werden.
Seit ein paar Wochen bietet Cognisys mit dem StopShot Studio das selbe an.
Die Classic TaTs sind die Fotos mit Spiegelung. Ja auch die Spiegelung ist nicht nachbearbeitet sondern wurde so fotografiert. Ich lege großen Wert darauf das all meine Aufnahmen durch richtiges einstellen der Blitze so entstehen wie ich mir diese vorstelle. So brauche ich im Photoshop kaum mehr etwas nachbearbeiten. Ich entferne dabei lediglich störende Sensorflecken und eventuelle Wasserspritzer.
Die Kameradaten sind bei allen Aufnahmen grundsätzlich gleich. Daher werde ich nicht bei jedem Foto das selbe dazu schreiben. Die Grundeinstellungen sind Blende 16 und 1/125 Sek. Belichtungszeit bei ISO 200. Sollte das Foto zu dunkel erscheinen gehe ich auf ISO 400 hoch bzw. erhöhe die Blitzleistung auf bis zu 1/32. Ist das Foto zu hell drossle ich die Blitze auf 1/128 Leistung. Oder rücke diese etwas weiter nach hinten.
Für die Beleuchtung sollte man sich besonders viel Zeit nehmen. Erst durch ein schönes Licht kommen die Fotos gut zur Geltung. Die Tropfenform ist dabei oft gar nicht so entscheidend. Ich achte jedoch meist darauf eine ruhige Form zu erzeugen. Stress und hecktig haben wir genug im Alltag... da sollte so ein Foto an einer Wand Ruhe und Wärme ausstrahlen
Wichtig ist außerdem, das die Farben so gewählt das diese mit einander harmonieren.
Bei den TaT's mit Spieglung hat sich eine Wasserwanne mit ca. 90x45 cm als ideal herausgestellt und eine Wassertiefe von etwa 2 bis 2,5 cm. Die Formen erreichen dadurch etwa 3-5 cm Höhe. Die Kamera muss dabei so ausgerichtet werden, das der vordere und hintere Rand gerade noch nicht mit auf dem Foto drauf ist. Das heißt also, je länger das Becken ist, desto tiefer kann der Kamerastandpunkt gewählt werden. Und je flacher man fotografieren kann, desto schöner wird die Spiegelung auf der Wasseroberfläche. Außerdem sehen die Schirmen in "Augenhöhe" schöner aus als wenn man von oben fotografieren würde.








