Wanze, altes ZEISS Jena Biotar oder unendlich Mik. Objektiv

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Guppy
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Wanze, altes ZEISS Jena Biotar oder unendlich Mik. Objektiv

Beitragvon Guppy » 5. Jan 2013, 16:44

Altes ZEISS Jena Biotar oder modernes unendlich Mikroskop-Objektiv
Hallo

Heute habe ich meine Objektive, bei welchen ich das Geld in den Sand setzte, wieder einmal begutachtet.
Dabei habe ich fest gestellt, dass das
NIKON CF Plan 10X/0.30 A ∞/0 BD DIC, ein unendlich Objektiv, mit dem Fotoobjektiv CANON MACRO LENS FD 200mm 1:4 als Tubuslinse,
gar nicht so schlecht ist, Arbeitsabstand (Objekt zu Frontlinse) = 16mm!
Seine Auflösung entspricht in etwa meinem bis jetzt am höchsten auflösenden
NIKON CFN, PLAN 10/0.30, 160/0.17 Mikroskopobjektiv, Arbeitsabstand = 10mm.
Der höhere Arbeitsabstand ermöglicht eine bessere Ausleuchtung, hat aber üblicherweise dadurch den höheren Arbeitsabstand eine geringere Auflösung.
Der Abfall der Auflösung zum Rand ist sehr gering, von 100% in der Bildmitte, zu 89% in den Ecken.
Beim NIKON CFN, PLAN 10/0.30, 160/0.17 fällt die Auflösung in den Ecken auf 75% ab.

Bezugnehmend auf das Wanzen Bild von Herbert:
http://www.makro-forum.de/ftopic82093.html
fertigte ich ein Bild, ebenfalls Wanze, vom etwa gleichen Bereich an.

Herbert verwendete ein 50 Jahre altes Zeiss Jena Biotar und mein Bild entstand mit einem neuzeitlichen unendlich Objektiv.
Herbert's Bild ist kontrastreicher. Ich vermute dies ist durch einen kürzeren Arbeitsabstand und somit der flacheren Beleuchtung bedingt.
Ob nun eine kontrastreichere Beleuchtung schlechter ist, bezweifle ich. Die Stimmungen der Bilder sind unterschiedlich, es ist somit eine Geschmacksache.
Zu bedenken ist auch, dass es nicht die selbe Wanze ist, es scheint, als ob Herbert's Wanze etwas faltiger ist.

Betreffend der hier im Forum gezeigten Bilder mit verminderter Auflösung erkenne ich in der Auflösung keinen erwähnenswerten Unterschied.

Gut Stack

Kurt
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Kamera: Nikon D300
Objektiv: NIKON CF Plan 10X/0.30 A ∞/0 BD DIC mit Fotoobjektiv CANON MACRO LENS FD 200mm 1:4 als Tubuslinse
Belichtungszeit: Blitz
ISO: 200
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG): RAW
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Höhe): 2, 2
Abbildungsmassstab: 12:1
sonstiges: Stack aus 166 Bildern im Abstand von 0.005mm
02275_13.JPG (488.72 KiB) 1954 mal betrachtet
02275_13.JPG
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Beitragvon Ganbatte » 5. Jan 2013, 17:01

Hallo Kurt,

Danke fürs zeigen und die tollen Erklärungen dazu. Mir gefällt Dein Stack sehr gut.

Gruß

Michael
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Beitragvon Hans.h » 5. Jan 2013, 17:13

Hallo Kurt,

Das ist ebenfalls ein tolles Wanzenbild!
Was Objektivkontrast und Auflösung anbelangt,ist es bei mit EBV.
bearbeiteten Bildern schwer einzuschätzen.
Jedenfalls sind 50 Jahre alte Optiken meist besser in Schuß als ihre
gleichaltrigen Besitzer... :mosking:

Gruß Hans.
hago
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Beitragvon hago » 5. Jan 2013, 19:38

Hallo Kurt,

bei deinem Bild gefällt mir besonders, wie gut sichtbar die konstruktive Struktur des Auges durch die diffuse Beleuchtung wird. Die Räumlichkeit der Oberfläche insgesamt geht da eben ein wenig verloren. Man kann wohl nicht alles haben.
D.h., man könnte ja mal versuchen, zusätzlich zum Blitz einen dezenten Strahl "hartes Licht" von der Seite reinleuchten zu lassen, so, dass jedes Facettenauge noch einen kleinen Glanz bekommt.
Aber du kennst da die Möglichkeiten sicher besser als ich.

Grüße, Hago
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Beitragvon Guppy » 5. Jan 2013, 20:31

Hallo Hago

Du hast absolut Recht!
Ein Streiflicht .. .. ... .... ......
Ich habe in die Diffusoren schon Löcher angebracht, damit ich mit einem
Licht, diffus oder hart, die Oberfläche ein wenig berühren könnte.
Die Idee ist absolut treffend, aber die Tage sind zu kurz,
bis man das richtig justiert hat " ist wieder Montag"!
Das Ganze müsste drehbar sein, damit man den richtigen Winkel finden kann.
Da man das Ergebnis ja erst nach dem Stack sieht,
werden viele Tage vergehen, bis das Bild sitzt.
"Vorerst entspricht dies nicht meinen Möglichkeiten".
Diesen letzten Satz, habe ich schon öfter gedacht oder geäussert
und einige Zeit später habe ich die zeitaufwändige Arbeit dennoch
gemeistert.

Gut Licht

Kurt
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Beitragvon Wolfram » 5. Jan 2013, 20:41

Hallo servus Kurt,

Respekt, tolle Aufnahme,
ich kann das nicht aber das mit dem Streiflicht
finde ich eine gute Idee. :)

Gruß
Wolfram
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Beitragvon Werner Buschmann » 5. Jan 2013, 21:09

Hallo Kurt,

beeindruckend und künstlerisch zugleich.
Das habe ich mir gerne länger angesehen.

Werner
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Liebe Grüße, passt auf Euch auf und vergesst das Lächeln nicht!
Werner
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Beitragvon Herbert_R » 5. Jan 2013, 22:43

Hallo Kurt,

solche Vergleichsaufnahmen finde ich immer sehr interessant, wo hast Du denn so schnell eine passende Wanze herbekommen ?
16mm Arbeitsabstand sind schon nicht schlecht, ich habe mal nachgemessen, bei mir waren es etwa 5mm. Man sieht auch deutlich an den Reflexen in den Facettenaugen, daß der schwarze Punkt in der Mitte, der durch die Abschattung des Objektivs entsteht, sehr viel kleiner ist und somit ist die Beleuchtung gleichmäßiger. Dein Bild ist auch mit Sicherheit schärfer, da mein Biotar, abgeblendet auf 2,8 , eine NA von nur 0,18 hat. Blende 2 wäre theoretisch besser, ist aber kaum verwendbar, weil sehr kontrastarm. Mir ist mit diesem Objektiv erst klar geworden, wie erbarmungslos die Beugungsunschärfe bei Abblendung zuschlägt. Die beste Blende ist eigentlich 4, der beste Kontrast und die Beugung hält sich noch in Genzen. 5,6 ist schon deutlich schlechter und 8 eigentlich schon zu unscharf.
Ach ja, und Dein Bild gefällt mir sehr gut, mal wieder Super-Qualität.

Grüße, Herbert
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Beitragvon eRPe » 6. Jan 2013, 13:28

Hallo Kurt,

die verschiedenen Farben und Formen ergeben ein
wunderschönes Mosaik, alles wirkt sauber und klar,
ein ganz großartige Arbeit.

Bezüglich 3D-Wirkung und Beleuchtung hatte ich
schon mal geschrieben:

eRPe hat geschrieben:entscheidend ist die Perspektive,
um die Strukturen sichtbar zu machen.
Der Kopf ist hinten höher als vorne,
dadurch werden die Wellen erst
sichtbar, im rechten Winkel zum Chip
siehts flach aus.

Ich behaupte mal, das Licht
spielt da keine große Rolle,
solange die Dosis stimmt.
Das detailfördernde Streiflicht
ergibt sich dann fast von alleine.


Wenn bei einem flächigen Motiv
die SE diagonal verläuft, sollte
das Relief der Oberfläche sichtbar werden,
den richtigen Winkel muss man austesten.

Gruß
Reiner
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Beitragvon Gabriele » 8. Jan 2013, 20:02

Hallo Kurt,

der ABM ist mal wieder der Hammer.
Wenn du nicht geschrieben hättest das
es eine Wanze ist, währe ich da nie drauf
gekommen. Den Kontrast und die Farben
finde ich eigentlich ganz ok. Auf jeden
Fall sind diese Bilder immer wieder
fasznierend. Und das ist es, was einen
"Stack-Laien" wie mich immer wieder
in dieses Forum treibt :D

LG Gabriele

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