SSD

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Guppy
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SSD

Beitragvon Guppy » 13. Dez 2013, 13:52

Hallo

SSD (Solid-State-Drive, Halbleiterlaufwerke) sind schnelle Flash Speicher (EEPROM),
die ein mehrfaches schneller sind wie herkömmliche Festplattenlaufwerke (HDD, hard disk drive).
So jedenfalls, wenn man die beiden unterschiedlichen Laufwerke (SSD, HDD) mit Benchmark Tests vergleicht.
Eigentlich verbringt man seine Zeit am Computer nicht mit Benchmark-Tests
sondern in unserem Falle mit kopieren von Bilddateien, konvertieren von RAW Bilddateien zu TIF
und in meinem Falle, dem Stacken der TIF Dateien und der Bearbeitung mit Software.
Ebenfalls fertige ich regelmässig Sicherheitskopien (Backups) meiner Daten an (Dateien kopieren).

Seit drei Jahren verwende ich zur Beschleunigung dieser Arbeiten zwei SSD's.
Auf der ersten SSD befindet sich das Betriebssystem (Windows 7, 64Bit) und die Programme,
zum Beispiel Photoshop CS6 (64Bit).
Auf die zweite SSD kopiere ich die Bilddateien der Kamera und bearbeite diese von der SSD aus,
konvertiere von RAW zu TIF, Stacken und Bearbeitung mit Photoshop.
Wenn die Bilder fertig sind, kopiere ich sie von der schnellen SSD auf eine Harddisk.
Mein Motherboard ist ein ASUS Sabertooth X58, die Grafikkarte eine NVIDIA GTX 240.
Die SSD habe ich vor einem Jahr durch noch schnellere (3GB/sec. -> 6GB/sec.) ersetzt (Vertex 4).

Da ich im Moment etwas Zeit habe, wollte ich wissen, um wieviel meine beiden SSD's nun schneller sind,
wie wenn ich "normale" 750GB HD's (SATA 300) verwende.
Dazu kopierte ich die SSD's jeweilen auf eine HDD.
Gemessen wurde dann die Zeit die für Arbeiten des Computers benötigt werden, so wie ich sie täglich tätige.

Ich habe vor allem bei Arbeiten, die viel Harddisk (SSD oder HDD) Zugriffe benötigen die Zeit gemessen:
Starten des Computers vom drücken der EIN/AUS Schalters, Windows starten, Anmeldung am Netzwerk (Internet und NAS Server)
bis und mit der Übernahme der Einstellung der Monitore durch Spyder abgeschlossen ist.
Mit SSD dauert dies 1 Minute und 30 Sekunden.
Mit HDD dauert dies 2 Minuten und 25 Sekunden.
Die SSD ist schneller, aber nicht mal doppelt so schnell,
denn beim Starten sind nicht nur die Zugriffe auf die Festplattenspeicher zeitrelevant.
Dass bei HDD die Startzeit etwa 1 Minute länger benötigt ist für mich kein Nachteil
und steht in keinem Verhältnis mit der Zeit, die ich am Computer verbringe.

Viel Zeit benötigt das Konvertieren der RAW Bilddateien zu TIF Dateien.
Mit SSD's dauert das Konvertieren mit Photoshop von 245 Bilddateien
mit jeweilen 25MB zu TIF Dateien (je 140MB), 20 Minuten und 30 Sekunden.
Mit den HDD's dauert es gleich lange, also ebenfalls 20 Minuten und 30 Sekunden.
SSD's beschleunigen diese Arbeit nicht!

Nun werden diese 245 Stk. TIF Dateien von jeweilen 140MB mit einem Stacking Programm zu einem Bild vereint.
Mit SSD's dauert dies 43 Minuten und 5 Sekunden und
mit HDD's wird die selbe Zeit benötigt, 43 Minuten und 15 Sekunden (+- 10 Sekunden).

Um 775 Stk. Bilddateien mit total 40GB zu kopieren, wird folgende Zeit benötigt:
Von HDD auf HDD = 9 Minuten
Von HDD auf SSD = 8 Minuten 30 Sekunden
Von SSD auf HDD = 8 Minuten 30 Sekunden
Von SSD auf SSD = 5 Minuten 30 Sekunden
Von SSD auf SSD kopiere ich selten Dateien,
üblicherweise kopiere ich die Bilddateien von der SSD auf eine HDD.
Somit mit SSD ein Zeitgewinn von etwa 5%.

Beim Starten von Programmen (Word, Excel, Outlook, Photoshop usw.)
und arbeiten mit diesen Programmen spürt man manchmal, dass SSD's einen Tick schneller sind,
das heisst, wenn bei HDD's eine Arbeit eine Sekunde benötigt, dann benötigen die SSD dreiviertel oder eine halbe Sekunde,
durch diesen Unterschied wird aber der Arbeitsfluss nicht massgeblich beschleunigt.

Die SSD's besitzen also betreffend Geschwindigkeit beim Arbeiten am Computer für mich keinen nennenswerten Zeitgewinn.
Die SSD's sind aber um einiges teurer und von ihrer Speicherkapazität um einiges geringer.
Nach drei Jahren arbeiten mit zwei SSD's, habe ich nun wieder auf HDD's gewechselt,
der dadurch gewonnene Speicherplatz ist mir sehr dienlich.

Ich werde laufend über sich ergebende Vor- oder Nachteile berichten.

Kurt
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Beitragvon erwin50 » 13. Dez 2013, 13:58

Hallo Kurt,
spannend, was du in deiner freien Zeit so treibst!
Deine Ausführungen sind überaus interessant u. sparen mir womöglich etliche Euro!
liebe Grüße
Erwin
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Beitragvon ULiULi » 13. Dez 2013, 16:41

Hallo Kurt,

interessante Daten.
Ich benutze eine SSD und eine "grüne" HDD in meinem PC.
Auf der SSD sind Betriebssystem und Programme, auf der
HDD Daten.
Die Beschleunigung von Windows- und Programmstarts
sowie Programminstallationen ist deutlich spürbar, aber
natürlich subjektiv bewertet. Für mich macht diese Kom-
bination Sinn.

Das Berechnen der Stacks richtet sich bei ausreichendem
Arbeitsspeicher praktisch nur nach der Prozessorleistung.

Ein Vorteil, der noch nicht angesprochen wurde ist der
Energieverbrauch. Eine SSD braucht ca. 2 - 3 Watt eine
3,5' HDD ca. 7 - 10. Also im besten Fall eine kW/h in 125
Betriebsstunden bzw. gut 5 Tagen Dauerlauf. In der
Praxis also etwa eine kW/h in drei Wochenm was rund
4 bis 5 Euro im Jahr "spart". Den Mehrpreis bekommst
Du während der Nutzungsdauer also auf keinen Fall raus.

Ein weiterer Vorteil der SSD, sie ist absolut geräuschfrei,
meine grüne HDD mit 5.800 U/Min höre ich aber auch nicht

LG / ULi
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Beitragvon Werner Buschmann » 13. Dez 2013, 17:17

Hallo zusammen,

Danke für diese praxisnahmen Informationen.

Werner
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Beitragvon HCS » 13. Dez 2013, 17:18

Guppy hat geschrieben:...Die SSD's besitzen also betreffend Geschwindigkeit beim Arbeiten am Computer für mich keinen nennenswerten Zeitgewinn.
Die SSD's sind aber um einiges teurer und von ihrer Speicherkapazität um einiges geringer.
Nach drei Jahren arbeiten mit zwei SSD's, habe ich nun wieder auf HDD's gewechselt,
der dadurch gewonnene Speicherplatz ist mir sehr dienlich.


Hallo Kurt,
sehr interessant, aber das habe ich befürchtet. Für die Bildbearbeitung und Konvertierung ist eine SSD zwar teuer, aber nicht sehr hilfreich. Hier empfiehlt sich eher eine der neuen Hybridfestplatten (SSHD), die es seit kurzem z.B. von Seagate gibt. In der Geschwindigkeit liegt sie zwischen Festplatte und SSD, ist aber völlig transparent, d.h., sie verhält sich nach außen wie eine normale Festplatte. Intern "lernt" sie aber aus dem Userverhalten und wird allmählich schneller. Die Sicherheit ist auch höher, da die Daten immer automatisch auf die HD gespiegelt werden.
Scheint mir derzeit der beste Kompromiss aus Preis, Leistung, Sicherheit und Bequemlichkeit zu sein.
Grüße
Christian


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Beitragvon Uli R. » 13. Dez 2013, 18:19

tuxoche hat geschrieben: weil wie oft startet man das OS oder Programme wie Lightroom oder Photoshop.

starten des OS ist mir gerade beim Einschalten des PC zur lieben Gewohnheit geworden, schön wenn man
sich einfach davorsetzen kann und einschalten, ohne sich zwischendurch en Kaffee zu kochen. :DD

Alles ging früher schon. Mit nem SW TV konnte man auch Fernsehen, Unterschied sind nur die paar Farben.

Booten und Programmstarts sind schon beschleunigt und gerade wenn man von Tablet und Co keine "Hochfahren"
mehr gewohnt ist mutet es einem wie Steinzeit an wenn man dem Teil 2 Minuten beim Hochfahren zuschauen
soll ... ich mag meine SSD ich geb sie auch nimmer her
Gruß
Uli

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Beitragvon HCS » 15. Dez 2013, 12:58

tuxoche hat geschrieben:Spielt bei den hier beschriebenen Anwedungsfeldern de facto keine Rolle, weil diese Platten nur über 16-32 GB Flash Speicher verfügen, und wenn du da 200-300 16 Bit Tiffs fürs stacken durchjagst, dann ist nichts mehr mit lernen. Außerdem setzt dieser "Lerneffekt" vorraus das mehrmals/sehr oft die gleichen Dateien von der Festplatte angefordert werden.

Es mag ja sein, daß genau in diesem speziellen Fall der Lerneffekt ausgehebelt wird. Langsamer wird die Platte deshalb aber nicht. Der Lerneffekt ist trotzdem vorhanden, nur in anderen Anwendungen. Ich nutze ja die Platte nicht ausschließlich zum Stacken. Außerdem hat Seagate angekündigt, die bisher noch relativ kleinen SSDs zu vergrößern.


:?: Wieso Sicherheit, einen Cache sichert man nicht, und wenn man die SSD für das OS einsetzt, dafür ist die Datensicherung zuständig.

Das Konzept der SSHD ist eben etwas anders. Es gibt keinen expliziten Zugriff des Anwenders auf die eingebaute SSD, der Anwender "sieht" die gar nicht. Er kann nur die ganze Hybridfestplatte "für das OS" einsetzen, nicht aber die SSD allein. Die herkömmliche Datensicherung betrifft die ganze Hybridfestplatte, während die interne SSD ohne Zutun des Users auf die dahinterliegende Harddisk gesichert wird. Wie das genau abläuft, ist Sache der Firmware.
Grüße
Christian


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