Gartenteich

Einführung - Gartenteich - Hauswand - Stadtbrache

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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:17

Gartenteiche sind künstlich entstandene stehende Gewässer. Manche Zierteiche können auch einen künstlichen Wasserlauf umfassen. Der Bodengrund kann aus künstlichen Materialen wie Hartschalenplastik oder Folie aber auch aus Naturmaterial wie Ton bestehen. In der Regel sind Gartenteiche recht kleine Wasserkörper, die oft im Winter vollständig gefrieren. Die Artenzusammensetzung wird zum guten Teil vom Menschen stark beeinflusst. Die Bepflanzung der Uferzonen und der Wasserzonen wird gezielt ausgesucht, ungewünschte Pflanzen werden entfernt und nicht selten werden Fische oder Teichmuscheln eingesetzt. Dies kann die Ansiedelung heimischer Tier- und Pflanzenarten zum Teil erheblich erschweren. Dennoch kann man auch in diesen Teichen oft eine Reihe an Arten wie Rückenschwimmer, Mückenlarven oder Teichschnecken finden.
Naturnahe Gartenteiche hingegen, in denen der Eingriff des Menschen minimiert wird und keine oder wenig Fische oder vor ihnen geschützte Zonen existieren können zahlreiche Arten anziehen. Zahlreiche Libellen wie Kleine Pechlibellen (Ischnura pumilio), Blaugrüne Mosaikjungfern (Aeshna cyanea), Große Heidelibellen (Sympetrum striolatum) und Gemeine Binsenjungfern (Lestes sponsa) entwickeln sich hier. Wasserläufer (Gerromorpha), Wasserflöhe (Daphnia), Dornschrecken (Tetrigidae), Wasserskropion (Nepa cinerea), Köcherfliegen (Trichoptera), Spinnen, Molche, Frösche und Wassserkäfer sind nur ein paar Arten und Tiergruppen, die sich ebenfalls am Gartenteich ansiedeln können.


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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:17

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Beitragvon Artengalerie » 18. Jul 2017, 22:17

Userbeitrag von Karin (LaLuz):
"Bereits ein halbes Jahr nach der Neuanlage des kleinen Gartenteiches wanderten die ersten Teichmolche ein zu einem Zeitpunkt, als sich das Wasser noch nicht vollständig geklärt hatte. Einschließlich Flachwasserzonen hatte der Teich eine Ausdehnung von ca. 6qm. Die Tiefe betrug max. 60cm. Der Realisierung der ursprünglich geplanten 12qm und 90cm Tiefe stand eine undurchdringliche Tonfläche im Weg. Diese war allerdings nicht vollflächig vorhanden, was nach Verdichten den Verzicht auf Teichfolie bedeutet hätte, sondern nur fleckenweise. Im Uferbereich wurden Gräser und Seggen ebenso angepflanzt wie Wildgehölze (Weiden, Heckenrosen, Hartriegel) und feuchtigkeitsliebende Blühpflanzen. In unmittelbarer Nähe wurde ein Totholzhaufen errichtet, der den erwarteten Gästen als Winterquartier dienen konnte.
Bachstelzen und Amseln nutzten den Uferbereich zum Baden. Viele Wildbienenarten suchten die Blüten auf, tranken und/oder sammelten Wasser für ihre Brut bei Hitze. Libellen stellten sich bereits im ersten Jahr nach der Neuanlage ein. Rückenschwimmer und Teichläufer waren bald zahlreich vorhanden. Im 2. Jahr war erstmals ein Grasfrosch zu Gast. Es folgten Teichfrösche und Erdkröten. Die Vegetation veränderte sich zusehends. Teile der angepflanzten Stauden, wie z.B. Sumpfdost, Sumpf-Blutauge und Etagenprimeln, wurden von natürlichen Zuwanderern oder angepflanzten Seggen/Binsen verdrängt.
Fünf Jahren der ständigen Veränderung dieses kleinen Lebensraumes folgte ein relativ schnelles Ende. Die auf dem Nachbargrundstück (in Südlage) angesiedelte Streuobstwiese mußte einem Hausbau weichen. Direkt an der Grundstücksgrenze entstand eine Garage von den Ausmassen einer 2-Personen-Wohnung. Wo vorher Sonne war, gab es jetzt Schatten. Molche waren noch einige vorhanden, Frösche nicht mehr. Nur noch wenige Libellenlarven waren im Wasser auszumachen, adulte Flieger kaum mehr zu beobachten. Teichpflanzen zogen sich zurück oder starben völlig ab.
Und auch, wenn es sich hierbei um ein Biotop im Makroformat gehandelt hat: Es ist beeindruckend, quasi im Zeitraffer zu erleben, wie sich Lebensräume entwickeln, vorwärts und auch rückwärts. Wie alle Bestandteile miteinander wirken und auch gegeneinander."


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