Tipps für optimale Hintergrundfreistellung

Alles was Makrofotos schöner macht oder die Arbeit erleichtert.
michelchen
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Beitragvon michelchen » 8. Sep 2013, 10:02

Hallo Christine,

in den Vorschlägen fehlt mir noch das Stacken. Mit offener oder leicht geschlossener Blende möglichst über Deinen Tiefenschärfewunsch hinaus die Aufnahmen machen und am heimischen Rechner die nötigen Aufnahmen aussortieren und verrechnen. Eine Garantie für einen schönen HG gibt es da dann leider auch nicht, frei gestellt ist es denn aber alle mal und ansonsten gibt es noch die Wunderwaffe EBV:-)

Viele Grüße

Michael
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Wolfgang Holz
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Beitragvon Wolfgang Holz » 8. Sep 2013, 10:41

Hallo Christine,

du hast ein Thema angesprochen, das für mich eigentlich die größte Herausforderung darstellt und meinen Ehrgeiz herausfordert. Aber ich denke, damit stehe ich nicht alleine hier.
Wenn es so einfach wäre, hätten wir nur noch " schöne " Bilder.
Silvio hat es hervorragend beschrieben.

Gute Besserung!

Gruß
Wolfgang
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daseff
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Beitragvon daseff » 8. Sep 2013, 13:01

Hallo Christine, hallo Silvio,

rincewind hat geschrieben:Da wäre zunächst die Brennweite Deines Objektivs. Je größer die
Brennweite desto kleiner die ST.


das wird leider immer wieder geschrieben und stimmt aber vor allem
bei der Makrofotografie nicht so wirklich. Die Schärfentiefe ist im
Makrobereich quasi unabhängig von der Brennweite (der Effekt ist
höchstens homöopathisch :D ).

Man sollte auch nicht die Schärfentiefe mit der Freistellung verwechseln.
Bei der Schärfentiefe geht es darum, wie "dick" der wirklich scharfe Bereich
ist. Bei der Freistellung geht es darum, wie unscharf der nicht scharfe (!) Bereich
ist.

Das wichtigste für die Freistellung ist tatsächlich die Brennweite, wobei eine
große Blendenöffnung natürlich auch zur Freistellung beiträgt.
Für "größere" Motive habe ich mir extra ein 300/4 gekauft, um eine gute
Freistellung zu erreichen.
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rincewind
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Beitragvon rincewind » 8. Sep 2013, 17:07

Hallo,

eigentlich wollte ich nicht zu theoretisch werden, aber Tobi
lockt mich jetzt doch ein wenig. :wink:
ST kann man nur bedingt von der Freistellung trennen. ST beschreibt tatsächlich
wie groß der scharf abgebildete Bereich ist. Im Prinzip also über welchen
Bereich ein optisches System in der Lage ist einen Punkt so abzubilden das
er noch als Punkt und nicht als Fläche wahrgenommen wird. Bei der Freistellung geht es
wie Tobi richtig schreibt darum wie unscharf der nicht scharfe Bereich ist.
Also im Prinzip darum wie "flächig" ein Punkt abgebildet wird.
Nun ist die Grenze ab wann ein Punkt noch als solcher empfunden wird und wann nicht
mehr a) fließend und b) sicher definitionsabhängig.
Wenn man nun definiert das es einen unscharfen und einen scharfen Bereich gibt
so hängen Unschärfe und Schärfe direkt zusammen. D.h. Bei einer gegebenen
Tiefe eines abgebildeten Raums ist je größer der scharfe Bereich ist desto kleiner ist der
Unscharfe und umgekehrt.
Was für die Freistellung eine Rolle spielt ist der Gradient bezogen auf eine Abbildungsstrecke
mit der die Unschärfe zunimmt. Dieser Gradient ist bei langen Brennweiten
größer, deshalb stellen sie besser frei.
Das war mir aber in der Erklärung zu umständlich, daher habe ich den in diesem Zusammenhang
unpräzisen Begriff (und da hat Tobi recht) der ST verwandt. :wink:
Jetzt könnte man sicher noch überlegen wie das Ganze mit der abgebildeten Strecke zusammenhängt
und mit der Entfernung zu abzubildenden Objekt.
Nehme ich zur Definition der ST im Verhältnis zur Brennweite den
ABM als gemeinsame fixe Größe, so macht die Brennweite wie Tobi schreibt fast nichts aus.
Nehme ich den Objektabstand sieht es anders aus.
Klar ist es richtig das bei der Makrofotografie die erste Festlegung sinnvoller ist.
Und jetzt noch viel Spass bei ausprobieren. :wink:

LG Silvio
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Beitragvon Harmonie » 8. Sep 2013, 17:16

Hallo zusammen,

wow....ich bin begeistert über eure Schreibtätigkeit und vor allem den vielen Info's.
Ganz ehrlich: Ich bin begeistert von euren Arragement - auch zu diesem Thema -.
Ich bin mir sicher, dass ich verstanden habe, was ihr meint.
DANKE.....DANKE..........DANKE!!!!

LG
Christine
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An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank an all die User, die meinen Bildern
Beachtung, Aufmerksamkeit und Kommentare schenken.
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Beitragvon daseff » 8. Sep 2013, 17:33

@Silvio: Danke für die ausführlichen Beschreibungen.
Besonders gefallen hat mir der Part:
"der Gradient bezogen auf eine Abbildungsstrecke
mit der die Unschärfe zunimmt".
Sehr genial ausgedrückt :DH:

Ich finde halt immer noch, dass man ganz konsequent
zwischen Freistellung und Schärfentiefe unterscheiden
sollte...das erspart auf lange Sicht Missverständnisse,
vor allem auch bei der Bildbesprechung.

@Christine: Das ist doch das Wichtigste übernaupt :-)
Freut mich, dass du alles nachvollziehen konntest.
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Beitragvon StephanFingerknoten » 8. Sep 2013, 17:59

Hallo Christine,
hallo Silvio,
hallo Tobi,

"Was für die Freistellung eine Rolle spielt ist der Gradient bezogen auf eine Abbildungsstrecke
mit der die Unschärfe zunimmt. Dieser Gradient ist bei langen Brennweiten
größer, deshalb stellen sie besser frei."

Auch wenn dieser Part Tobi gut gefällt, ich habe ihn schlicht nicht verstanden. Liegt aber wohl daran, dass ich mit dem Begriff "Gradient" nicht (mehr) so wirklich viel anfangen kann und Mathe-Abi ist auch schon ein wenig her. Allerdings sind mir die fotografischen Auswirkungen klar und da die Schwerkraft auch nachts eingeschaltet bleibt, bin ich natürlich auch mit "ist eben so" einverstanden, wenn es sonst zu kompliziert wird.

Ansonsten bin ich aber auch für eine einfachere Erklärung dankbar. ;-)

Im Übrigen aber will auch ich einfach kurz "Danke!" sagen, für die Mühe, die Ihr Euch macht.

LG
Stephan
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Beitragvon daseff » 8. Sep 2013, 18:06

Hallo Stefan,

ich versuche mal zu übersetzen, so wie ich es verstehe:

Bei längeren Brennweiten nimmt die Unschärfe hinter oder vor
der scharfen "Ebene" (die eigentlich ja auch eine "Dicke" hat)
schneller zu als bei kurzen Brennweiten.

Genau daher dürfte auch der allgemeine Glaube kommen, bei
kürzeren Brennweiten und gleichem Abbildungsmaßstab wäre die
Schärfentiefe größer...das sieht einfach bei Webbildern so aus,
da die Unschärfe direkt hinter oder vor der Schärfenebene noch
nicht so prägnant ist.
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Beitragvon StephanFingerknoten » 8. Sep 2013, 18:13

Hallo Tobi,

DAS habe ich verstanden. ;-)

LG

Stephan
Ich bin der mit dem -PH
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Beitragvon Otto G. » 8. Sep 2013, 19:23

Hallo Tobi,

was ich in diesem Zusammenhang noch gerne verstehen möchte;
Bei meiner Kombination Oly mit Sigma 150mm ist der unscharfe Bereich vor und hinter der scharfen Ebene wesentlich eher da und stärker als bei meinem Zuiko 50-200mm in der 200 Stellung selbst bei größerer Blende.
Das verstehe ich nicht,da ich bisher dachte,einzig die Brennweite sei dafür verantwwortlich.
Was für mich in der Praxis bedeutet,Blümchenbilder,wo es eher auf die Freistellung ankommt,nur mit dem Sigma zu machen,geht wesentlich besser als mit meinen Zuikos.
Gruss
Otto


daseff hat geschrieben:Hallo Stefan,

ich versuche mal zu übersetzen, so wie ich es verstehe:

Bei längeren Brennweiten nimmt die Unschärfe hinter oder vor
der scharfen "Ebene" (die eigentlich ja auch eine "Dicke" hat)
schneller zu als bei kurzen Brennweiten.

Genau daher dürfte auch der allgemeine Glaube kommen, bei
kürzeren Brennweiten und gleichem Abbildungsmaßstab wäre die
Schärfentiefe größer...das sieht einfach bei Webbildern so aus,
da die Unschärfe direkt hinter oder vor der Schärfenebene noch
nicht so prägnant ist.

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