Hi Kathi,
das dachten wir uns schon, dass du weder mutwillig noch bewusst ein Risiko für das Insekt eingegangen bist!
Interessant sind solche Aufnahmen ja ohne Zweifel, und jede(r) von uns hat wohl schon einen Schritt über die
Grenze gemacht, aber das Erschrecken vor sich selbst sollte uns unbedingt für zukünftiges Verhalten dazu bringen,
das nächste mal anders zu handeln
Wir haben im Team diskutiert, dass wir gerade deswegen auch öffentlich reagieren wollen, um das dir und auch den
anderen Usern nochmal bewusst zu machen, welche Risiken mit solchen Aufnahmen verbunden sind. Es geht einerseits
um das Verhalten in Naturschutzgebieten und um den Umgang mit frisch geschlüpften Insekten. Nämlich, dass man
diese definitiv nicht anfassen oder versetzen darf.
In der Diskussion hat das Anja sehr schön auf den Punkt gebracht. Ich zitiere:
"ich teile deine Bedenken." (Anmerkung: Werner's Bedenken) "Tiere in der Häutungs- oder Schlupfphase sind sehr anfällig. Schon kleine Störungen können unumkehrbare Folgen für das Tier haben, welches seinen Fortpflanzungserfolg stark beeinflussen kann. Missbildungen, die es auffälliger machen oder seine Fluchtmöglichkeiten einschränken und damit zum frühen Tod durch Beutegreifer führen können sind da nur die offensichtlichsten Schäden (mal abgesehen von akut tödlichen Verletzungen). Bei Heuschrecken käme zum Beispiel auch zum Tragen, wenn ein Männchen wegen einer Missbildung den arttypischen Song nicht singen kann... keine Chance auf Verpaarung. Oder bei Spinnen kann eine gestörte Häutung zu Häutungsresten am Tier führen, die es nicht mehr abstreifen kann. Von abgeschnürten Gliedmaßen bis verkrusteten Geschlechtsöffnungen hab ich da auch schon so einiges gesehen. Bei fliegenden Tieren kann die Flugfähigkeit stark beeinflusst werden. Eine Störung im flaschen Moment kann da wirklich fatal sein. Das ganze Thema gehört für mich auch zu einer der Sachen, die Leute die sich über weidende Schafherden oder andere Pflegemaßnahmen in Naturschutzgebieten beschweren und damit ihre Betreten rechtfertigen meist nicht durchschauen. Der Zeitpunkt ist entscheidend. Störung zum falschen Zeitpunkt (seien das nun Tages- oder Jahreszeiten) können schwerwiegend sein, während sie zum richtigen Moment ausgeführt den Lebensraum erhalten (zum Beispiel auch gemähte Wegränder usw, die damit nicht verbuschen sondern offenlandschaftlich bleiben.. kommt halt immer auf den Fokus an).
Hier ist zugunsten der Fotografie, nicht zugunsten des Tieres entschieden worden .. ob nun aus Unwissenheit oder Gleichgültigkeit ist erstmal egal. Hinzu kommt wie schon von Christian angesprochen die Tatsache, dass in einem Naturschutzgebiet offensichtlich der Weg verlassen worden ist, was wir eigentlich explizit erbitten nicht zu tun. Insofern muss der Beitrag insgesamt kritisch betrachtet werden."