über diese Raupe könnte ich eine lange Geschichte erzählen ...
Angefangen am 3.07, als ich sie "per Zufall" fand.
Ich war auf der Suche nach "meine" Kreuzotter (von letztes Jahr)
... war seit 3 Stunden auf der Pirsch ... mit sehr
langsame, vorsichtige Schritte durch steiles, steiniges Gelände ...
fand sie aber nicht.
Zurück ins "Schmetterlinge-Biotop", sah ich am Rand von mein Blickfeld
ein knallig grünes kleine Etwas ... kaum das Nachsehen wert ... oder
doch ?
Fünf Schritte zurück, kniete ich runter ... schnell die Kamera auf's Stativ
motiert ... und da fing eine lange, sehr lange Reihe Bilder an ...
Am 6.07 bin ich extra wieder hingereist ... wollte nachsehen ob sich die
Raupe verfärbt hätte, wie es an verschiedenen Orten beschrieben wird.
Hatte sie nicht.
Aber das Biotop war, wie ich schon vorher beschrieben habe, stark von
Kühe beschädigt worden
Sie hing am gleichen Astsystem ... aber einige Äste waren kahlgefressen.
Ich war beruhigt ... froh sie wieder zu sehen ... und ging andere Motive
aufsuchen.
Als ich voll ins Fotografieren von einen Falter vertieft war, hörte ich plötzlich
das Gebimmel der Kuhglocken auf mich zukommen (ca. 110 Kühe).
Musste mich ziemlich radikal gegen die neugierige Kühe wehren,
die mich am liebste von den Stiefel bis zu den Haaren abgeschleckt hätten ...
Dann kam mich die Raupe plötzlich wieder im Sinn und ich packte eiligst
alles zusammen und rannte zur kleine Weide, wo die Raupe hing.
Dort angekommen, traf ich das an, was ich befürchtet hatte: Eine Kuh stand
genau dort wo die Raupe an ihre kleine Weide hing !
Die kleine Weide war niedergetrampelt und anstelle davon fand ich eine tiefen Tritt im morastigen Boden !
Einen Stinkwut packte mich ... ich hätte blüllen können, oder heulen ...
Die Kuh jagte ich zum Teufel ...
In meine Verzweifelung schaute ich nochmals den Tritt an ...
und dort glühte das kleine grüne "Dings" ... sicher völlig plattgetrampelt.
Ich wollte es aufnehmen um es an einen schöneren Ort nieder zu legen ...
aber ... eh ... es war noch rund ... dick ... scheinbar unversehrt ...
ich konnte es nicht glauben !
Vorsichtig habe ich sie aufgenommen, einen frischen Weidenast
angeboten ... und es nahm es sofort an !
Ouuuuuffffffffff !
Am Abend habe ich noch lange Zeit mit Ihr verbracht und dabei, auch
dieses Bild, auf HG von Weidernröschen fotografiert.
Die Nacht hat die Raupe bei mir im Auto verbracht ...
Es hat schnell stark abgekühlt und am Morgen hatte es eine fixen
Bodenfrost. Weiss nicht, ob die Raupe das draussen überlebt hätte ?
Am Morgen habe ich wieder viel Zeit damit verbracht, die Raupe zu
fotografieren und zu beobachten. Welch ein faszinierendes Wesen ... !!!
Später, als es wieder warm wurde, fing sie wieder an zu bewegen
und den Ast systematisch kahl zu fressen.
Gegen Mittag, als ich für eine neue Kreuzotterpirschtour aufbrach,
habe ich sie an einen von Kühe geschützten Ort bei ihren ursprunglichen
Biotop wieder deponiert. Als ich vom erfolgslosen Pirschtour zurück kam, hatte sie
einen neuen Ast in Angriff genommen. Das hat mich sehr gefreut.
Dort haben unsere Wegen sich getrennt ...
Good luck, buddy !
Mir bleiben von diese Begegnungen, hunderten von Bilder ... und
sehr, sehr schöne Einnerungen die ich vielleicht noch mit Euch
teilen werde.
Zum Anfangen ... mit blühenden Weidenröschen ... die mich
immer daran erinnern, dass der Hohepunkt vom Sommer schon
vorbei ist ...
Beste Grüsse,
Jean








