Morelia viridis - Grüner Baumpython

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makrosucht
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Morelia viridis - Grüner Baumpython

Beitragvon makrosucht » 30. Aug 2013, 10:47

Hallo Makroforum,

ich habe einige Jahre Grüne Baumpythons gehalten und gezüchtet und möchte daher ein paar Fotos von dieser fazinierenden Tierart zeigen auch wenn ich diese Hobby heute nicht mehr betreibe.

Ein Kurzüberblick über die Tiere:

Der Baumpython ist eine Eierlegenden nicht saisonale kleine Pythonart. Die Tiere werden je nach Geschlecht ca. 150-200cm groß und können zwischen 600-2500g wiegen. Die Jungtiere sind neongelb, goldgelb, rot, orange, oder dunkel braun gefärbt. Diese sehr auffällige Tarnfarbe soll wohl in der Natur "achtung giftig-gefährlich" bedeuten und die kleinen winzigen Babybaumpythons vor Fressfeinden schützen. Die Jungtiere wiegen nach dem Schlupf ca. zwischen 4-18g. Die Mutter bebrütet die Eier selbst in der Natur ca. 49 Tage lang, nach dem Schlupf sind die Tiere auf sich alleine gestellt. Bei der Zucht nimmt man dem Weibchen die Eier weg und inkubiert die empfindlichen Eier in einem Inkubator, der in der Lage ist die Temperatur auf 0,1 Grad genau zu halten, die Eier benötigen eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Kontroliert wird das ganze System mit Geeichten Präzisions instrumenten. Babybaumpythons können in der Aufzucht sehr heikel sein. Es kann sein das man sich Stunden lang mit Fütterungsversuchen mit einem Tier beschäftigen muss. Die Baby`s sind oft sehr empfindlich und Verluste sind nicht selten.

Sind die Tiere allerdings stabil und beachtet der Pfleger grundliegende dinge, so sind die Tiere überaus dankbare und Robuste Pfleglinge.

Die Tiere werden gefüttert mit Nagetieren, lebend, frischtot oder mit aufgetautem Frostfutter.

Über die Fotos:

Die Nachfolgenden Fotos sind im "Studio" gemacht. Ich habe dafür immer einen Aufnahmetisch verwendet.
Der hintergrund wird mit Kunstblumen behängt um ein wenig Dschungel zu simulieren.
Am besten Arbeitet man bei den Tiere mit Dauerlicht (Daylight) Es bringt die Farben am schönsten, realistischsten wieder.
Ich habe dabei immer eine Softbox mit Galgen von oben verwendet.
Unter das Tier wird ein Spiegel gelegt, der als untergrundbeleuchtung dient in dem er die obere Softbox reflektiert.
Ein Bis zwei weitere Softboxen kann man dann variabel für die Hintergrundbeleuchtung bzw. für das Licht von vorne nehmen.
Auch habe ich oft einen Silberschirm verwendet, dieser bringt tolle kontraste.
Die Kamera steht dabei immer auf dem Stativ, und wird mit fernauslöser und Spiegelvorauslösung ausgelöst. Die Tiere sind sehr ruhig im Studio...in der Regel.
Man braucht keine Scheibe o. ä. wo man hindurch fotografieren muss.
Ich habe bei den Schlagenfotos so gut wie immer das 60mm Micro Nikkor G ED verwendet.
Jeder der die Linse kennt weiß dadurch dann also das ich teilweise direkt vor der Schlange war.

Sollte Interesse bestehen kann ich gerne weitere Fotos zeigen...solltet Ihr Fragen haben, bitte einfach fragen.. :D
Dateianhänge
Kamera: d7100
Objektiv: 60er Micro nikkor G ED
Belichtungszeit: 1/6 sek.
Blende: 9
ISO:100
Beleuchtung: Studio licht
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG) NEF
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Höhe):
Stativ: JA
---------
Aufnahmedatum:
Region/Ort:
vorgefundener Lebensraum:
Artenname: Morelia viridis
kNB
sonstiges: Body shoot
DSC_2752 Kopie.jpg (402.36 KiB) 2345 mal betrachtet
DSC_2752 Kopie.jpg
Kamera: D7100
Objektiv: 60er Micro Nikkor G ED
Belichtungszeit: 1/6 sek.
Blende: 9
ISO:
Beleuchtung: Studiolicht
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG) NEF
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Höhe):
Stativ: JA
---------
Aufnahmedatum:
Region/Ort:
vorgefundener Lebensraum:
Artenname: Morelia viridis
kNB
sonstiges: Portrait
DSC_2753 Kopie.jpg (377.55 KiB) 2349 mal betrachtet
DSC_2753 Kopie.jpg
Kamera: d7100
Objektiv: 60er Micro Nikkor G ED
Belichtungszeit: 1/2 sek.
Blende: 13
ISO: 100
Beleuchtung: Studiolicht
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG) NEF
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Höhe):
Stativ: JA
---------
Aufnahmedatum:
Region/Ort:
vorgefundener Lebensraum:
Artenname: Morelia viridis
kNB
sonstiges: Eye Shooooot
DSC_2745 Kopie.jpg (466.71 KiB) 2351 mal betrachtet
DSC_2745 Kopie.jpg
Kamera: d7100
Objektiv: 60er Micro Nikkor G ED
Belichtungszeit: 1/4 sek.
Blende: 9
ISO: 100
Beleuchtung: Studiolicht
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG) NEF
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Höhe):
Stativ: JA
---------
Aufnahmedatum:
Region/Ort:
vorgefundener Lebensraum:
Artenname: Morelia viridis
kNB
sonstiges: Nase
DSC_2749 Kopie.jpg (279.02 KiB) 2349 mal betrachtet
DSC_2749 Kopie.jpg
Cheeeeeers....Alex :-)

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Beitragvon Manni » 30. Aug 2013, 11:58

Hallo Alex

Da zeigst Du aber eine traumhafte Serie,
Bild eins und zwei sind meinen Favoriten,
top Schärfe und sauber belichtet sind sie auch,
gerne mehr davon,auch der Text gefällt mir.
Liebe Grüße

Manni
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Beitragvon Sven A. » 30. Aug 2013, 22:13

Moin Alex,
das sind beeindruckende Tiere, ebenso die Fotos.
Danke für die Beschreibung der Tiere und der Fototechnik.
Da die schwarzen und weißen Schuppen so herausstechen,
frage ich mich, ob das nachgewachsene Schuppen sind, wenn es denn so etwas gibt.
Oder sind es einfach Farbvariationen.
Dass Schlangen sich häuten, ist schon klar, könnte ja sein, dass sie auch mal Schuppen verlieren ;-)
Tolle Fotos, schön gestaltet. Die Augen sind natürlich faszinierend.
Gruß
Sven
ᘿS ᒪᘿᗷᘿ ᕲᓰᘿ ᐺᓰᘿᒪᖴᗩᒪᖶ ᑘᘉᕲ ᕲᘿᖇ ᗩᒪᑘᕼᑘᖶ!
ᘿᖇᖽᐸᘿᘉᘉᖶ ᘻᗩᘉ ᓰᕼᘉ, ᓰSᖶ ᗩᒪᒪᘿS ᘜᑘᖶ :-)
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Beitragvon Wolfgang Holz » 30. Aug 2013, 22:26

Hallo Alex,

dein Text was die Schlangen betrifft und die Vorbereitung bzw. der Workflow gefallen mir.
Die richtige Belichtung der Tiere ist dir auf jeden Fall gelungen und du zeigst sie in einer guten Schärfe.
Was die Augen betrifft bin ich immer etwas vorsichtig wenn ich in der Natur eine Schlange sehe die einen senkrechten Strich in der Pupille hat (Kreuzotter). Das Auge auf dem 2. Bild finde ich Klasse !

Gruß
Wolfgang
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Beitragvon StephanFingerknoten » 30. Aug 2013, 22:56

Hallo Alex.

tolle Serie und guter Text.

Wenn ich Favoriten haben sollte, dann vielleicht Bild 1 und 3; sind aber alle gut.

LG

Stephan
Ich bin der mit dem -PH
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Beitragvon cleo » 31. Aug 2013, 00:40

Hallo Alex,

ganz fasziniert betrachte ich Deine tolle Serie - ein herrliches Tier!
Mich würde sehr interessieren, wie groß und wie alt dieser Baumphyton ist.

Äusserts interessant und informativ ist natürlich auch Dein Text.

Vielen Dank und liebe Grüße
Christina
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makrosucht
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Beitragvon makrosucht » 31. Aug 2013, 07:54

Hallo,

vielen Dank an alle für das Positive featback...:-)

Wenn Interesse besteht kann ich gerne, weitere Fotos zeigen. Ich habe zahlreiche Bilder. Angefangen von Studiobildern über Fütterungsfotos im Terrarium bis hin zu Schlupfbildern der Baby`s, Paarungsbilder etc. Ich werde von Zeit zu Zeit das ein oder andere Thema eröffnen.


Sven A. hat geschrieben:Da die schwarzen und weißen Schuppen so herausstechen,
frage ich mich, ob das nachgewachsene Schuppen sind, wenn es denn so etwas gibt.
Oder sind es einfach Farbvariationen.


Es handelt sich bei den schwarzen und weißen schuppen einfach um eine laune der Natur bzw. um einen Farbschlag. Ich würde bei dem gezeigten Tier nicht so weit gehen und es Phänotipisch als Farbvariante zu bezeichnen, aber diese "Schuppenzeichung" sind ansätze dazu. Wenn ein Tier mehr von diesen schwarzen schuppen hat wird es z. b. als Mite oder Mitephase bezeichnet, dieses würde dann eine Farbvariante darstellen. Wenn es flächig oder fast vollständig schwarz ist kann man es melanistisch nennen. Das alles liegt aber auch immer im Auge des betrachters, es ist kein feststehender Faktor wie z. b. bei einem Albino.

Die Genetik bei Baumpythons ist nicht so einfach berechenbar, wie bei vielen anderen Schlangenarten, viele dinge passieren erstmals zufällig und treten dann immer nur "intermediär" bei einer gewissen zufälligen anzahl von Tieren innerhalb eines geleges auf und werden erst nach der Ontogenetischen umfärbung sichtbar. Der Züchter muss also immer warten bis die Tiere ihre jugendfarbe gewechselt haben um genau zu wissen ob er sein Zuchtziel erreicht hat. Das kann schon mal je nach varietät 1-3 Jahre dauern. Auch Tiere die bestimmte merkmal nicht aufweisen, die ihre geschwister hatten, können aber wiederum bestimmte merkmale erzeugen. So gibt es einfarbig grüne Tiere, die Kinder erzeugen die nach der umfärbung z. b.: flächig neongelb (High yellow), Blau (Blueline) oder z. b. blauschwarz (Blue melanistik) sein können. Das ganze ist nicht ein berechnetes "Panschen" des Züchters, es gibt die Farbschläge auch in den Verrücktesten Kombinationen in der Natur.

G12 Wolfgang hat geschrieben:Was die Augen betrifft bin ich immer etwas vorsichtig wenn ich in der Natur eine Schlange sehe die einen senkrechten Strich in der Pupille hat (Kreuzotter).


Du hast recht, die geschlitze Pupille ruft bei vielen ein Angstgefühl hervor, aber auch fazination. Es ist wie eine art hass-liebe aber der schein trügt. Der Baumpythons ist z. b. ein Würgeschlange, also ein Predator, der wartet ruht und dann seine Beute erdrosselt. Er hat geschlitze Pupillen ist aber nicht giftig. Hingegen die Schwarze Mamba oder die Kobra, haben kullerrunde Pupillen wie eine Natter und die beiden Kandidaten aber tötlich giftig....

cleo hat geschrieben:Mich würde sehr interessieren, wie groß und wie alt dieser Baumphyton ist.


Die gezeigte Schlange war ein halbwüchiges Tier ca. 2 Jahre alt zum Zeitpunkt der Fotosession. Die Tiere liegen immer in der Typischen "schnecke" auf dem Ast. Daher ist es schwierig die genaue Größe zu bestimmen. Gewichtstechnisch lag er ca. bei 500g und die läge war schätzungsweise 100cm. Die Schlange heißt Barney und wurde in den USA gezüchtet, es handelt sich um ein Männchen.
Cheeeeeers....Alex :-)

https://www.facebook.com/alex.ruehl.makrosucht]FB- http://www.fotocommunity.de/fotograf/alex-ruehl/1553042]FC -=https://www.flickr.com/photos/112194837@N03/]Flickr

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