Ringelspinner ...

Interessante Beobachtungen aus dem Leben unserer Makromotive oder unserer Naturmotive mit dokumentarischem Charakter
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Clouser
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Ringelspinner ...

Beitragvon Clouser » 27. Dez 2019, 20:38

Grüßt Euch,

Zum Jahresausklang einmal etwas Nachdenkliches: Das erste Bild ist qualitativ natürlich bescheiden, allerdings ist es mein persönliches Bild des Jahres. Es zeigt eine Überschwemmungsfläche des Amur, ca. 1 Bootsstunde flussabwärts von Chabarowsk. Irgendwo im russischen Fernen Osten. Was ihr als kleine „Püschelchen“ an den Gräsern erkennt sind alles Raupen. Es waren abertausende und abertausende. Obwohl ich achtsam vorging, habe ich sicherlich dutzende versehentlich zerquetscht. Sie waren einfach überall. Zudem eine Fülle an anderen Insekten und Vögeln. Unter anderem auch Schwarze Trauerfalter, beinahe ähnlich „lästig“ wie die Raupen.
Wieder zu Hause, habe ich versucht die Art der Raupen zu bestimmen und habe sie als Raupen des Ringelspinners identifiziert.
Der Ringelspinner Malacosoma neustria kommt (oder besser gesagt: kommt kaum noch) auch hier in Deutschland vor. Auf Wikipedia heißt es, die Raupen wären in früheren Zeiten in solchen Massen vorgekommen, daß sie als Schädlinge bekämpft werden mussten. Jetzt ist er selten und gilt als Bioindikator für leidlich intakte Lebensräume.
Wieder einmal wurde mir eindrücklich vor Augen geführt, daß wir Tag für Tag, Jahr für Jahr immer mehr unserer Mitgeschöpfe verlieren und es schlimmstenfalls nicht mal mitbekommen und den neuen Zustand als gegeben hinnehmen….

Wenn ich mittlerweile auf die berühmte Uhr schaue, ist es nicht mehr 5 vor, sondern bereits 5 nach 12…..

Viele Grüße
Berthold
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Kamera: SLT-A58
Objektiv: DT 16-300mm F3.5-6.3 SSM @ 200mm
Belichtungszeit: 1/800s
Blende: f/8
ISO: 200
Beleuchtung:
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG): RAW
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Hoehe): 0
Stativ:
Infos zu Multishot-Techniken (z.B. Stack, HDR, Stitch):
---------
Aufnahmedatum: 06.06.2019
Region/Ort: Chabarowsk / Amur
vorgefundener Lebensraum: Aue
Artenname:
kNB
sonstiges:
Aue.jpg (546.31 KiB) 553 mal betrachtet
Aue.jpg
Kamera: SLT-A58
Objektiv: DT 16-300mm F3.5-6.3 SSM @ 135mm
Belichtungszeit: 1/200s
Blende: f/7.1
ISO: 800
Beleuchtung:
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG): RAW
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Hoehe):0
Stativ: -
Infos zu Multishot-Techniken (z.B. Stack, HDR, Stitch):
---------
Aufnahmedatum: 07.06.2019
Region/Ort: Chabarowsk / Amur
vorgefundener Lebensraum: Aue
Artenname: Raupe des Ringelspinners
kNB
sonstiges:
Ringelspinner-Raupe.jpg (509.63 KiB) 553 mal betrachtet
Ringelspinner-Raupe.jpg
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Beitragvon Enrico » 27. Dez 2019, 20:52

Hallo Berthold,

ja leider wird so Vieles einfach nur noch hingenommen oder registriert.

Es ist bereits 5 nach 12 !

Danke für die Doku.
LG Enrico
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Beitragvon Adalbert » 27. Dez 2019, 20:55

Hallo Berthold,
sehr interessante Geschichte!
Danke und Gruß, ADi
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Beitragvon fossilhunter » 28. Dez 2019, 00:06

Hi Berthold,

die Püschelchen im Übersichtsbild kann ich jetzt nicht wirklich erkennen ...
Macht aber nix, denn das Habitatbild ist wirklich "Klasse" ... da würde ich auch gerne fotografisch unterwegs sein ...
Und deinem Blick auf die "Uhr" kann ich durchaus zustimmen ... (leider)

lg

Karl
lg Karl

Ich erteile dem Makro-Forum die Generalerlaubnis, meine im Forum geposteten Bilder - mit Info an mich und Vetorecht meinerseits - zu duplizieren und in der AG einzubauen.

Mehr Infos zu Naturschutz und Makrofotografie in der Steiermark siehe : naturschutz.kaphi.at
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Beitragvon Il-as » 28. Dez 2019, 09:34

Hallo Berthold,

schön dokumentierst du diese hübschen Raupen und ihre Lebensbedingungen, die ja insgesamt wohl eher schlecht sind.

In diesem schönen Habitat scheinen sie aber die besten Bedingungen vorzufinden.
Vielleicht findet allmählich ein Umdenken statt und man schafft wieder mehr Lebensräume für bedrohte Arten.

Ich selbst habe so einen Glücksfall fast direkt vor der Haustür. :yahoo:

L.G. Astrid
Zuletzt geändert von Il-as am 28. Dez 2019, 09:35, insgesamt 1-mal geändert.
Meine Bilder stelle ich für die Artengalerie gerne zur Verfügung.

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.  
Søren Kierkegaard (1813-1855)
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Beitragvon Freddie » 28. Dez 2019, 10:11

Hallo Berthold,

auf den Magerwiesen in meiner Region sind diese Raupen teilweise zahlreich.
Ich sehe die Uhr weiterhin auf kurz vor 12. Wäre der Zeiger schon nach 12, wäre doch schon alles verloren.
Das ist aber jetzt noch nicht so weit. Bin mal gespannt, wie es ist, wenn wir 10 Milliarden Menschen und mehr sind (aktuell 7,75).
Meine Kritiken spiegeln nur meine persönliche Ansicht wider.
Sie sollen helfen, sind aber völlig unverbindlich und keinesfalls böse gemeint.
Alle hier von mir gezeigten Bilder dürfen ungefragt für die Artengalerie verwendet werden.
Liebe Grüße und allzeit Gut Licht, Friedhelm.

Hier könnt Ihr meine Homepage besuchen: http://freddies-makro-blog.blogspot.de/
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Beitragvon Gabi Buschmann » 28. Dez 2019, 11:40

Hallo, Berthold,

vielen Dank für diesen nachdenklichen Beitrag zum
Jahresende. Wir Naturfotografen bekommen die
Veränderung der Natur mit dem Rückgang der
Anzahl der Insekten und dem Rückgang der Arten-
vielfalt ja noch hautnah mit, aber einem Stadt-
bewohner wird das gar nicht mehr erfahrbar.
Liebe Grüße Gabi
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Beitragvon HärLe » 28. Dez 2019, 20:38

Hallo Berthold,
eine beeindruckende Geschichte erzählst Du da. Sie macht mich traurig. Wie spät es in Sachen Natur ist, weiß ich nicht. Aber dass wir das Ende des Elends in diesem Zusammenhang schon gesehen haben, glaube ich nicht. Zum Kotzen.

Gruß Herbert
Zuletzt geändert von HärLe am 28. Dez 2019, 20:38, insgesamt 1-mal geändert.

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