Schärfen vor oder nach dem Stacken?

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Schärfen vor oder nach dem Stacken?

Beitragvon Opakalypse » 27. Dez 2025, 21:27

Hi,

eine Frage an die Könner:

wenn Ihr Makros stacked, schärft Ihr dann die raw-Einzelbilder vor dem Stacken oder erst das Ergebnisbild?

Danke + LG Bernd
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Schärfen vor oder nach dem Stacken?

Beitragvon Enrico » 27. Dez 2025, 21:38

Hallo Bernhard,

willkommen hier im Forum.

Ich schärfe, wenn überhaupt, nur noch den fertigen Stack nach.

Aber nur noch sehr dosiert, weil ein Stack schnell überschärft ist.
Zuletzt geändert von Enrico am 27. Dez 2025, 23:42, insgesamt 1-mal geändert.
LG Enrico
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Schärfen vor oder nach dem Stacken?

Beitragvon Opakalypse » 28. Dez 2025, 23:27

Hallo Enrico,

Danke für die Info.

Bislang war ich der Ansicht, dass die ausgeprägteren Konturen nach dem Schärfen die Positionsanpassung während des Stackens erleichtern würden und hatte meinen Workflow daran ausgerichtet.

Wird Zeit es einmal anders herum zu versuchen.

LG Bernd

P.S.: ich photographiere aus der Hand, daher ist ein Versatz zwischen den Einzelbildern des Stacks praktisch unvermeidbar.
Zuletzt geändert von Opakalypse am 28. Dez 2025, 23:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Schärfen vor oder nach dem Stacken?

Beitragvon fossilhunter » 30. Dez 2025, 18:39

Hi Bernd,

seit einger Zeit verrechne ich meine Stacks nur mehr im Raw-format.
Ich verwalte meine Bilder in LR (im dng-Format).
So exportiere ich sie auch um sie mit Helicon Focus als Stack zu verrechnen.
Erst nach Import des Stacks (auch im Raw-format) beginne ich die Bildbearbeitung.
Ich meine, dass die Qualität der Stacks dadurch eher besser wurde (füher habe ich auch die Ausgangsbilder bearbeitet und als TIFF verrechnet).
lg Karl

Ich erteile dem Makro-Forum die Generalerlaubnis, meine im Forum geposteten Bilder - mit Info an mich und Vetorecht meinerseits - zu duplizieren und in der AG einzubauen.

Mehr Infos zu Naturschutz und Makrofotografie in der Steiermark siehe : naturschutz.kaphi.at
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Schärfen vor oder nach dem Stacken?

Beitragvon Opakalypse » 31. Dez 2025, 01:00

E-M1MarkIII, Olympus 60mm/2.8 Macro, 1/320s, f/3.5, ISO: 200
2.jpg (601.01 KiB) 323 mal betrachtet
2.jpg
Hallo Karl,

ich verwende zum Stacken das Softwaretool des Olympus Workspace (wobei ich vermute, dass die dort eingesetzten Algorithmen von Helicon oder Zerene lizensiert sind*). Dadurch kann ich die raw-Dateien bearbeitet oder ooc stacken, ganz nach Belieben. Bislang habe ich die Bilder vor dem Stacken bearbeitet. Die Ausgabe erfolgt dann als tif.

Die Möglichkeiten der spezialisierten Software der renommierten Anbieter sind sicher weitaus umfangreicher, aber zum Üben für einen Makro-Anfänger ists ein bequemer Weg und die Ergebnisse sind imo durchaus brauchbar.


Bernd

* das ist reine Spekulation, aber es macht imo mehr Sinn vorhandene und bewährte Algorithmen in einer abgespeckten Version zu kaufen, als eigens Programmierer für eine eigene Lösung mit unklarer Erfolgsaussicht einzusetzen. Klappt ja bei Objektiven auch :).

** Helicon wollte ich via der Testversion ausprobieren, aber dort ist die Auflösung lächerlich gering und das Wenige was übrigbleibt wird durch riesige Signaturen zugeschmiert, so dass keinerlei Beurteilung der Ergebnisqualität möglich ist. So gewinnt man mich nicht als Kunden.



E-M1MarkIII, Olympus 60mm/2.8 Macro, 1/320s, f/3.5, ISO: 200
2.jpg (601.01 KiB) 323 mal betrachtet
2.jpg
Zuletzt geändert von Opakalypse am 31. Dez 2025, 01:07, insgesamt 2-mal geändert.
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Schärfen vor oder nach dem Stacken?

Beitragvon krimberger » 15. Jan 2026, 06:58

Hallo Bernd,
ich verwende Helicon und stacke mit den unbearbeiteten RAW Bildern.
Ob vorheriges Bearbeiten etwas bringen würde, kann ich nicht sagen, ist wahrscheinlich eher eine Glaubensfrage.

In der Stackinganfangszeit wurden die meisten RAW Formate nicht unterstützt, da gab es keinen anderen Weg. Der aktuelle Workflow "alle notwendigen RAW Dateien direkt in Helicon laden", bietet riesige Vorteile durch Verminderung der Arbeitszeit und der Arbeitsschritte.

Es gibt vielleicht auch einen inflationären Grund des Stackens. Meine ersten Stacks mit Handschlitten und einem Riesenaufwand für 30 Bilder in Reihe, da wurde alles in riesige TIF konvertiert, damit kein einziges Pixel verloren geht. Jetzt mit internem Stacking/Bracketing mache ich nicht nur eine Serie, sondern oft mehrere, weil ich der Meinung bin, dass vielleicht ein Windhauch eine Bewegung verursacht haben könnte oder ein Insekt den Fühler nicht stillgehalten hat. Bei diesen Möglichkeiten und der folglichen Bilderflut muss man seinen Workflow in der Endbearbeitung optimieren.

Stacking hat für mich inzwischen ein wenig Flair der alten Fotografie. Das Ergebnis ist erst wirklich zu Hause nach der Entwicklung sichtbar, ähnlich der Dunkelkammer von früher.

Grüße
Kurt

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