OM-1 - Modus ProCapture

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fossilhunter
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OM-1 - Modus ProCapture

Beitragvon fossilhunter » 24. Jan 2026, 21:40

Hi,

Ich war jetzt kurz davor einem bestimmten User des Forums eine PM zu schreiben.
Dann dachte ich mir ev. interessiert das ja auch andere User.
Auch wenn das nur User der OM-1 (ich nutze Mark II) betrifft.
Aber ich denke die Kamera haben ja doch einige User.
Daher stelle ich meine Frage mal in diesem Unterforum.

Ich experimentiere schon einige Zeit mit dieser Funktion.
Und es werden auch Bilder auf die Karte geschrieben, wie in der Doku beschrieben.
NUR sind leider die interessanten Bilder meistens leider unscharf.

Was will ich fotografieren :
Ich positioniere mich in der Nähe einer Futterstation für Vögel.
Dabei kann ich beobachten, dass sich viele Vögel vor dem Besuch der Futterstation
auf dem einen oder anderen Ast kurz hinsetzen.
Und dann fliegen sie zur Futterstation.
Ich möchte den Abflug der Vögel zur Futterstation fotografieren.

Mein Ansatz :
Ich habe folgendes aktiviert :
Belichtungszeit : 1/2000 sek
Betriebsart : Procap SH2
AF-Modus : C-AF
AF-Feldmodus : All
Motiverkennung : Vögel

Ich drücke den Auslöser voll durch, wenn der Vogel seinen Flug zur Futterstation startet.

Das Ergebnis ist leider eher frustrierend.
Die Bilder vor dem Drücken des Auslösers sind Ok (statisch am Ast sitzend).
Aber die Aufnahmen der fliegenden Vögel sind durch die Bank komplett unscharf ???

Mir scheint, dass der Fokus nur am Beginn der Serie fixiert wird und dann nicht mehr aktualisiert wird.
Damit ist ein scharfes Bild nach dem Abflug eher unwahrscheinlich.
Kaum ein Vogel fliegt genau in der Schärfeebene weg …

Das sind meine Erfahrungen … im Forum sehe ich aber tolle Flugaufnahmen !
Es würde mich freuen, wenn mir diese Diskrepanz wer erklären könnte.

Als Anhang 2 Flugaufnahmen mit mangelnder Schärfe …
Das sind 2 Aufnahmen aus mehreren Hundert Bildern, die man zumindest zeigen kann,
aber dennoch keinen exakten Fokus haben. Der Rest ist völlig für die Tonne ...

Ich würde mich freuen, wenn mich da jemand aufklären könnte.
Dateianhänge
Kamera: OM-1MarkII
Objektiv: OLYMPUS M.300mm F4.0 @ 300mm
Belichtungszeit: 1/2000s
Blende: f/4
ISO: 5000
Beleuchtung:
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG): Raw
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Hoehe):
Stativ: Leofoto LX-225CT Urban + Ball
Infos zu Multishot-Techniken (z.B. Stack, HDR, Stitch):
---------
Aufnahmedatum: 23.01.2026
Region/Ort:
vorgefundener Lebensraum:
Artenname:
kNB
sonstiges:
ProCapture-2.jpg (803.38 KiB) 222 mal betrachtet
ProCapture-2.jpg
Kamera: OM-1MarkII
Objektiv: OLYMPUS M.300mm F4.0 @ 300mm
Belichtungszeit: 1/2000s
Blende: f/4
ISO: 8000
Beleuchtung:
Aufnahmedateiformat (RAW/JPG): Raw
Beschnittsbetrag in % (Breite u. Hoehe):
Stativ: Leofoto LX-225CT Urban + Ball
Infos zu Multishot-Techniken (z.B. Stack, HDR, Stitch):
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Aufnahmedatum: 20.01.2026
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vorgefundener Lebensraum:
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kNB
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ProCapture-1.jpg (687.5 KiB) 222 mal betrachtet
ProCapture-1.jpg
lg Karl

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rincewind
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Beitragvon rincewind » 24. Jan 2026, 22:29

Hallo Karl,

mit Autofokus bekomme ich sie auch nicht scharf hin.
Ich beobachte eine Weile das Verhalten der Vögel und oft haben diese die gleiche Anflugrichtung.
Ich stelle manuell auf eine Entfernung scharf die diese beim Anflug durchqueren.
Ich löse aus wenn der Vogel das Ziel erreicht hat oder wenn er/sie abgeflogen ist/sind.
Je nachdem in welchem Winkel sich die Vögel durch den Schärfekorridor bewegen sind bei der hohen Aufnahme
Frequenz mehr oder weniger viele Bilder dabei, bei denen der Vogel im Schärfekorridor ist.
Wenn die Vögel streiten ist es sogar eher einfach , da sie dabei mehr oder weniger senkrecht aufsteigen, d.h.
lange im Schärfekorridor sind.
Anfangs habe ich es mit 50 Bilder/s probiert, aber die Vögel sind einfach zu schnell und die Bilder dann in zu großem Abstand.
Für den Autofokus ist es übrigens schwieriger je näher Du am Motiv bist mit zunehmender Entfernung wird die Winkelgeschwindigkeit kleiner
und der Autofokus hat eher eine Chance.
Ein Beispiel. Ein Flugzeug das mit fast 1000 KM/h weit entfernt am Himmel fliegt sieht sehr langsam aus. Einen Vogel der dicht vor Dir vorbei fliegt
kannst Du nicht mal mit Deinen Augen fokussieren. (Ein weit entferntes Objekt bewegt sich in einer Sekunde über einen kleineren Teil des Sehwinkels als ein nahes Objekt)
Ich bin bei Fotografieren sehr nahe dran (ca. 2,5m), so schnell ist kein Autofokus, da geht es nur mit dem beschriebenen Trick.

Ich hoffe ich habs verständlich erhlärt.

LG Silvio
Zuletzt geändert von rincewind am 25. Jan 2026, 11:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Enrico » 25. Jan 2026, 21:16

Hallo Karl,

Silvio hat ein paar hilfreiche Punkte aufgezählt.

Am Equipment liegt es ganz sicher nicht. Gerade die Festbrennweite ist ziemlich schnell.
Technisch bist Du also bestens aufgestellt.

Deine Einstellungen sehen auch gut aus, bis auf einen Punkt.

1/2000 Sek, ist für kleine Singvögel im Flug, in meinen Augen noch immer zu lang.

Ich habe 1:1 das selbe Equipment. Mit dem 300er f/4 habe ich lange und zufrieden fotografiert.
Aber meine Vogelactionbilder, entstehen in der Regel mit 1/3200 Sek oder kürzer !
Oft deutlich kürzer.

Dazu kommt, das kleine Singvögel, die auf den Fotografen zufliegen, so unfassbar schnell sind, da gelingen selten Treffer, bei denen der Fokus sitzt.
Da habe ich auch viel Ausschuss. Der Fokus hängt am Vogel, aber oft am Bauch, nicht mehr am Kopf, weil das Telezoom einfach nicht schnell genug ist.

Ich habe mehrere Serien von Greifen oder Basstölpeln, welche auf mich zufliegen. Da produziert die OM-1 ein Daumenkino nach dem anderen. Nahezu ohne Fehlfokus.
Aber eine Meise die auf dich zufliegt, ist eine ganz andere Nummer. Da wirds schwierig, auch mit dieser Ausrüstung. Es gelingen manchmal Treffer, aber der Ausschuss ist gewaltig.

Fliegt der Vogel seitlich oder diagonal weg, sollte es mit einer deutlich kürzeren Verschlusszeit, gar kein Problem sein. Auch bei kleinen Vögeln nicht.
LG Enrico
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Beitragvon fossilhunter » 25. Jan 2026, 21:47

Hi Silvio, Enrico

vielen Dank für euer Feedback ... sobald das Wetter ein wenig besser wird (mehr Sonne) werde ich neue Testreihen starten.
Auch aus anderen Quellen habe ich entnommen, dass 1/2000 sek für kleine Vögel wohl zu lange ist.
Ich werde die Belichtungszeit mal auf mindestens 1/3200 sek setzen.
Sofern ich berichtenswerte Erkenntnisse gewinnen sollte, werde ich das hier einstellen.
lg Karl

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Beitragvon krimberger » 26. Jan 2026, 10:45

Hallo Karl,
wie schon Enrico erwähnt hat, ist es bei deinen Bildern wahrscheinlich ein Belichtungszeitproblem.
Meisen sind extrem schnell. Ich gehe, wenn es sich mit dem Licht irgendwie ausgeht auf 1/5000. Es ist meist leichter Rauschen bei der Verarbeitung wegzubringen, als Bewegungsunschärfe.
Bei der OM 1 II geht einiges, was bei meiner OMD EM 1 III absolut unmöglich war. Du brauchst auch Mut für höhere ISO Werte bei Flugaufnahmen.

Allerdings ist der Ausschuss trotzdem immer noch hoch, das soll man auch nicht verschweigen!

Beste Grüße
Kurt
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Beitragvon fossilhunter » 26. Jan 2026, 15:36

Hi Kurt,

auch dir vielen Dank für deine Tipps.

Ich war heute noch kurz auf "Vogeljagd" im Garten.
Da hab ich mal mit 1/3200 Sek. fotografiert.
Und es hat sich die Lage schon gebessert.
Im Anschluss stelle ich noch die beste Aufnahme von heute ein.
Zuletzt geändert von fossilhunter am 26. Jan 2026, 16:09, insgesamt 1-mal geändert.
lg Karl

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Beitragvon fossilhunter » 26. Jan 2026, 15:42

Mit deutlich kürzerer Belichtungszeit (1/3200 Sek) ist es zumindest kein Fall für die sofortige Tonne.
Und ein wenig Glück war vermutlich auch dabei, dass der Vogel vermutlich von seinem Ansitz zur Futterstelle sich ziemlich nah entlang der Schärfeebene bewegt hat.
Bearbeitungstechnisch habe ich da jetzt noch nicht alles ausgereizt.

Bin dann gespannt, wenn ein Vogel dann mal auf mich zufliegt.
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Belichtungszeit: 1/3200s
Blende: f/4
ISO: 10000
Beleuchtung: nebelig
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Stativ: nein
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Aufnahmedatum: 26.01.2026
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vorgefundener Lebensraum: Garten mit Futterstelle
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P1260004-1.jpg (835.19 KiB) 129 mal betrachtet
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Zuletzt geändert von fossilhunter am 26. Jan 2026, 16:10, insgesamt 2-mal geändert.
lg Karl

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Beitragvon krimberger » 28. Jan 2026, 07:08

Hallo Karl,
auch wenn die Motiverkennung der OM 1 II bei Vögeln extrem gut funktioniert, darf man die Technik die moderne Kameras zur grundsätzlichen Scharfstellung verwenden nicht vergessen. Einfach ausgedrückt empfindet der Autofokus etwas scharf, wenn der Kontrast sehr hoch ist. Wenn der Hintergrund, so wie bei dir, mit vielen kleinen Ästchen sehr hohe Kontrastunterschiede liefert, wird auch die Motiverkennung oft von derartigen Strukturen mit hohen Kontrastunterschieden abgelenkt. Natürlich kann die KI damit umgehen, wenn der Vogel so deutlich wie bei dir da ist aber leichter hat es die KI, wenn der Hintergrund neutraler ist. Damit steigt auch deine Erfolgsquote.
Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg
Kurt

PS: Die Vögel wissen oft nicht was wir wollen und fliegen in die falsche Richtung!
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Beitragvon fossilhunter » 28. Jan 2026, 21:57

Hi Kurt,

Danke für deine Einschätzung und die weiteren Tipps.
Die gestrigen Ergebnisse mit /4000 sek Belichtungszeit waren sicherlich besser als zu Beginn meiner Tests.
Durch mein sehr wirres Imfeld (Äster vor und hinter der Flugbahn des Vogels) funktioniert der Autofokus aber beinahe nicht.
Nur zu Beginn der Serie - wenn der Vogel noch ruht - passt der Fokus.
Dann ist es aktuell wohl Glück, ob sich der Vogel in der SE bewegt.

Ich muss mich wohl nach einer Location umschaun, welche ein deutlich ruhigeres Umfeld bietet.
lg Karl

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Beitragvon krimberger » 29. Jan 2026, 07:21

Hallo Karl,
Äste sind gut aber nicht direkt im Flugbereich wo man fotografieren will. Ich Versuche Fütterungen zwecks Fotografie so zu gestalten, dass sie ein zwei Meter zu einem natürlichen Schutzbereich also Äste und Stauden haben. Am besten ist es, wenn alle anderen Richtungen so etwas nicht haben. Dann wird die Flugrichtung zum natürlichen Schutz, dem Geäst, bevorzugt.
Natürlich werden Futterstellen die direkt im Gebüsch liegen viel besser angenommen und sind auch besser und sollten daher aus Vogelsicht eher dort sein. Ich habe zwecks Fotografie und idealer Fütterung oft zwei Futterstellen, eine Ideale und eine die weniger ideal für die Vögel ist relativ eng nebeneinander 3-5m. Während des Fotografierens hänge ich die für die Vögel idealere ab und lasse das Futter nur in der idealeren Stelle fürs Fotografieren. Ich verwende meist aufgehängte Futterspender. Wenn sie beide Futterstellen gewohnt sind und die Nähe dieser zwei Stellen gering ist, finde ich, dass das keine nachteilige Störung ist. Das hat auch den Vorteil, dass man beim Nachfüllen etwas mehr Spielraum hat. Eine wird meist mehr angenommen und ist schneller leer und die andere dient dann auch als zeitlicher Puffer.

Die Fokusreichweite entweder direkt am 300er oder in den Einstellungen der OM 1 bringt auch einiges.

Grüße
Kurt

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