Ringblitz vs Zangenblitz

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braunschweiger
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Ringblitz vs Zangenblitz

Beitragvon braunschweiger » 12. Sep 2012, 19:48

Hallo zusammen,

da mein MP-E im Zulauf ist mal folgende Frage.
Welcher Blitz ist für den Bereich Insektenfotografie die bessere Variante?
Man kann viel lesen, zu viel ;-)

Daher mal die Frage an die Experten hier im Forum.
Ich würde mich über Infos sehr freuen.

LG Michael
ClimberM
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Beitragvon ClimberM » 12. Sep 2012, 23:35

Viele Ringblitze kann man bei näherer Betrachtung nicht als solche einstufen. Je nach Hersteller werden zwei kurze, längere oder halbkreisförmige Röhren verbaut um beide Seiten unabhängig voneinander steuern zu können, wie beim Metz MS-15 u.a.

Eine Ringblitzröhre bietet am wenigsten Möglichkeiten zur Lichtführung. Ggf. kann händisch per Graufilter oder Abschattung erweitert werden.

Zangenblitze bieten individuelle Entfernung, Orientierung im Ring, Drehwinkel zur Achse und Kippwinkel zum Objekt.
Abstandregulierung können für einen MT-24EX nachgerüstet werden z.B. von RRS, Novoflex oder mittels handelüblicher Blitzneiger. Jeder Kopf des Zangenblitzes hat zwei Freiheitgrade (drehen, kippen). Ohne Systemhalterung kann ein Kopf per Blitzfuß sowie 1/4" Anschluss individuell montiert werden.
Es gibt Diffusoren von Drittanbietern.

Ob der älteren Elektronik des MT-24EX und des MR-14EX enstand ein Fehler in Zusammenhang mit der Blitzbelichtungsregelung moderner DSLRs. Zur Korrektur siehe Canon Vorgaben.

Nikon scheint mir in diesem Segment von Haus aus mehr Freiheitsgrade zu bieten.

Anm.:
Olympus bot fürs OM System (1980+) sehr variable Beleuchtungseinrichtungen an, u.a. einen Ringblitz zu dem es einen Kreuzpolfilter gab. Man schaue auch auf die Beleuchtungseinrichtungen des Makrosystems.
Viele Grüße
Peter
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Jürgen Fischer
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Beitragvon Jürgen Fischer » 13. Sep 2012, 00:22

Hi Michael,

ich hab das Mpe und verwende es meist mit dem Canon Ringblit. Es kann die beiden Röhren getrennt in ihrer Intensität variieren und damit ist das Problem der fehlenden Plastizität zumindest was größere Abms (ab 1:1) angeht weitgehend gelöst!
Die Frage ob Ring oder Twinlight ist für mich ne Frage der Flexibilität und Sperrigkeit.

Es ist eine Frage der Zielsetzung deiner Fotografie!

Willst du dokumentieren ist der Ringblitz bestens geeignet. Einziger Nachteil ist die mangelnde Möglichkeit Bodenniveau zu erreichen.

Willst du kleinere ABMs realisieren und legst Wert auf Lichtführung und Ästhetik, nimm den Zangenblitz, mit Abstrichen beim handling.

Legst du Wert auf Ästhetik und verzichtest gern dafür auf Mobilität und Flexibilität, dann lass den Blitz ganz weg und kauf dir ein Stativ!

LG Jürgen
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tsotsi
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Beitragvon tsotsi » 13. Sep 2012, 08:53

Hi Michael,

wenn Du den Nikon Blitzring (R1C1) mit Modulen (SU 800) vollballerst hast Du ja gewissermaßen nen Ringblitz. Für mich ist Nikon mit seinem Konzept da vorbildlich, nur sehr teuer. Nur MP-E und Nikon geht ja leider
schlecht...

Also meine Empfehlung:

Canon MP-E mit Nikon Blitzsystem R1C1 und mit SU 800en voll besetztem Ring. :twisted:

Schätze, das war jetzt sehr hilfreich... :peinlich: :dash1: :wacko2: :popcorm2:
Gruß

Thorsten
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Beitragvon eRPe » 14. Sep 2012, 11:15

Hallo Michael,

Jules hat da eine gute Lösung gefunden

http://www.makro-forum.de/fpost764452.html#764452

Gruß
Reiner
mayuka2
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Beitragvon mayuka2 » 14. Sep 2012, 14:24

Ich habe mich damals gegen einen Zangenblitz entschieden. Zu sperrig und relativ aufwendig beim Aufsetzen. Große Vorteile bei der Ausleuchtung gegenüber dem normalen Canon Ringblitz sehe ich nicht, sofern man dem Ringblitz mehr als die Standard-Einstellung gönnt.

Der Zangenblitz von Nikon ist da viel variabler. Man kann die Anzahl der Blitze genauso variieren wie deren Position. So lassen sich bspw. 2 auf das Motiv richten und 1 auf den Hintergrund. Großartig. Das kann man bei Canon nur mit einem zusätzlichen vollwertigen Blitz hinbekommen. Den Nikon kann man aber meines Wissens nicht an Canon verwenden, oder wenn nur sehr eingeschränkt.
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Guppy
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Beitragvon Guppy » 14. Sep 2012, 16:42

Hallo Michael
Ich besitze einen Ringblitz SUNPAK auto 16R pro
und auch mehrere (3 Stk.) einzelne Nikon Blitzgeräte.

Da ein Blitzen in der Makro- und Mikrofotografie oft
unschöne ausgefressene (überbelichtete) Stellen ergibt,
kann ein Diffusor dienlich sein.

Da ich einen Diffusor rund um das Objektiv verwende
wird das Objekt von allen Seiten beleuchtet.
Verwende ich den Ringblitz, wird das Bild oft zu flach,
verwende ich 1, 2 oder 3 Blitze, dann kann ich sowohl mit der
Anzahl der Blitzgeräte, als auch deren Position ein Bild erzeugen,
das etwas mehr Strukturen und Tiefe zeigt.

Den Ringblitz partiell abzuschatten ist natürlich auch möglich.

Dennoch denke ich, dass man mit mehreren Blitzgeräten
(die man auch für andere Zwecke nutzen kann),
besser bedient ist wie mit einem Ringblitz.

Gut Licht

Kurt
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Beitragvon braunschweiger » 14. Sep 2012, 17:22

Erst einmal DANKE für die vielen Infos.

Grundsätzlich möchte ich größere ABM umsetzen, daher auch das MP-E.
Allerdings ist mein Makroequipmet mittlerweile schon sehr umfangreich und schwer und ich suche eine leichte und einfache Lösung.
3-4 Blitze mitzuschleppen und diese dann vor Ort erst (vermutlich) aufwendig einzurichten, dass wäre nicht mein Wunschansatz.

Die Frage ist auch, ob der 14er Canonringblitz reicht oder es wirklich ein 24 sein muss.
Ich habe da zu wenig Erfahrung, allerdings möchte ich nicht 2x was kaufen...

LG Michael
Gruß
Michael
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Beitragvon mayuka2 » 14. Sep 2012, 18:31

braunschweiger hat geschrieben:Die Frage ist auch, ob der 14er Canonringblitz reicht oder es wirklich ein 24 sein muss.
Ich habe da zu wenig Erfahrung, allerdings möchte ich nicht 2x was kaufen...


Ist wirklich schwierig zu sagen, da das stark vom Fotografie-Typ abhängt und was genau man fotografiert. Du wirst hier vermutlich 50/50 Aussagen bekommen, die Hälfte für einen Ringblitz, die andere Hälfte für einen Zangenblitz...

Schlagschatten bekommt man auch mit einem Ringblitz halbwegs unter Kontrolle. Problem ist da meist der dunkle Hintergrund und das das Licht nicht überall hinfällt. Wir haben das gleiche Problem. Mir ist meine Ausrüstung auch schon oft zu schwer, um damit längere Strecken zurückzulegen. Da wähle ich oft aus. Der Ringblitz ist aber fast immer dabei, auch wenn das MP-E nicht im Rucksack ist. Er geht sehr schnell aufzusetzen und eignet sich auch mal für Nicht-Makro-Dinge. Das ist beim Zangenblitz nicht so sehr möglich. Der ist spezieller. Dafür eben auch einen Ticken besser. Arbeit damit will gekonnt sein und braucht Übung. Für andere Objektive (z.B. das 100 L Makro oder das 180 L Makro) gibt es Adapter, das sind simple Metallringe, die man vorne aufschraubt. Denen ist es egal, ob ein Zangenblitz oder Ringblitz drauf steckt. die gehen für beide.
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Janni
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Beitragvon Janni » 15. Sep 2012, 11:20

Nutze mein MP-E auch sehr oft mit dem Ringblitz MR-14EX und kann darüber nix negatives sagen.
Die Zangenblitze erschienen mir im Handling und Transport zu sperrig.
Das schnelle Aufsetzen des MR-14EX auf Canon´s Makroobjektive ist eine ideale Lösung und erweist
sich im Ausseneinsatz als sehr praktikabel.
Auch finde ich die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten am Blitz sehr gut, getrennt gesteuerte
Blitzröhren und die kleine Leuchte um das Motiv im extremen Nahbereich für die Fokussierung
anzuleuchten ist auch sehr gut, als Masterblitz ist er ja schliesslich auch einsetzbar und ich hab bei
manchen Tabletopaufnahmen damit schon den 580´er und den 430´er angesteuert......funktioniert
sehr gut.
Im Ausseneinsatz ist er nicht zu wuchtig und an Busch, Wiese und Hecke dient er mir bei Insekten
als dezenter Aufhellblitz (z.B. manuell runtergeregelt auf -2).

Entscheiden musste letztendlich Du selber, kann halt nur sagen das ich mit diesem System sehr
zufrieden bin es bisher nicht bereut habe, war kein Fehlkauf !







Gruss
JAN
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Die moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
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