Erfahrungen Marumi Nahlinsen?

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mayuka2
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Erfahrungen Marumi Nahlinsen?

Beitragvon mayuka2 » 20. Dez 2010, 13:14

Was sind Eure Erfahrungen mit Marumi Nahlinsen? Also ich meine jetzt nicht die billigen für ein paar Euro, sondern die teuren, achromatischen.

Ich habe jetzt 2 Nahlinsen ausprobiert:
- Raynox DCR Pro +2 & +3 dpt: gute Schärfe, wenig CA's
- Hoya Digital +3: wenig Schärfe, wenig CA's

Die Raynox waren mir zu dick und passten nicht mehr in meine Fototasche. Verkauft. Die Hoya Digital brachte leider kaum Schärfe und ich musste weit abblenden und war auch dort nicht mit dem Ergebnis zufrieden. CA's in den Außenbereichen waren aber ok für eine Nahlinse. Bin schon am Verzweifeln. Suche doch nur eine halbwegs gute Nahlinse wenn ich keine Makro-Ausrüstung dabei hab.
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Thorsten
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Beitragvon Thorsten » 20. Dez 2010, 18:34

Hallo Monika,

- Marumi Acromat +3 & +5 dpt: gute Schärfe, wenig CA's :-)

Allerdings muss ich hinzu fügen: An Bridge, nicht DSLR. Ich komme systembedingt mit "gut" als Schärfe klar. Möglich, dass sie an einem teuren Objektiv Schärfeeinbüßen liefern, bei meinen Bridge's sehe ich keinen Unterschied. Sehr schmale CA's habe ich bisher nur am Rand bei hohen Brennweiten (z.B. 3-400mm), 1:1-Ansicht und etwas stärkeren Kontrasten bemerkt. Auf Bildschirm verkleinert sehe ich sie nicht (kaum...).

Vielleicht hilft's?

Grüße, Thorsten
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Foddo
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Beitragvon Foddo » 20. Dez 2010, 18:59

Hallo Monika,

ich hab schon 2 Jahre den Marumi +5 am 90er Tamron mit der
Canon EOS 450D.

Da ich keinen Schlitten habe benutze ich den sehr selten.
Das Scharfstellen ist eigentlich nur durch das verändern des Motivabstands möglich.
Ich muß da immer ans Stativ kicken :lol:
Hier eins der wenigen Bilder damit..
http://www.makro-forum.de/fpost299007.html#299007

Gruß
Rolf
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Beitragvon mayuka2 » 20. Dez 2010, 19:31

Hallo ihr.

@Thorsten: Eine Bridge ist wohl vermutlich total anders im Vergleich zu einer DSLR. Zumal ich ja auch noch eine Vollformat-Kamera habe. Hier unterscheiden sich die Nahlinsen sogar bei Objektiven und sind an dem einen mal gut, am andern recht schlecht.

@Foddo: Vielen Dank für das Beispielbild. Bedeutet FF = ganzer Bildausschnitt oder zu 100% hineingezoomt? Ein gutes Beispiel. CA's kann ich da höchstens am Rand vermuten.

Ich denke, +4 dpt reichen mir. Oder gibt es da einen Qualitätsunterschied zwischen den beiden Stärken?
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Beitragvon chfleischli » 20. Dez 2010, 21:18

Hallo Monika

ich benutze den Marumi 3+ Achromat manchmal am Micro Nikkor 105/ 2.8

http://www.makro-forum.de/fpost455381.html#455381
http://www.makro-forum.de/fpost465003.html#465003
Grüsse

Christoph

http://macronature.blogspot.ch
Thor70
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Beitragvon Thor70 » 5. Feb 2011, 12:26

Hallo
Ich hatte Minolta No.0 und Sigmal Life sitze +5
beides Achromaten.
An einer Bridge sind sie ein Traum habe damit gute erfahrungen gemacht.
Da ich die Bridge nicht mehr habe und ich die Achromaten an der DSLR ausprobiert habe,war ich etwas enttäuscht.
Ich konnte fast nichts mit dem Sigma scharf stellen,und die Minolta No.0
war mir zu schwach an der DSLR.
Ich sage mal an dfer Bridge ja,an der DSLR nein.
LG Thortsen
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Beitragvon mayuka2 » 16. Mär 2011, 08:29

Ein kleines Update von mir. An einer lichtstarkes Festbrennweite macht die +5 Dioptrien Marumi Nahlinse erst ab Blende 5.6 eine halbwegs gute Figur.

Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich nicht die Nahlinse wieder zurückschicke... Was meint ihr?

Mehr Infos gibts auch im blauen Forum:
http://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=792077&page=3
Dateianhänge
Kamera: 5Dmk2
Objektiv: 85 1.2 II
Blende: 1.2
ISO: 400
85_5dpt_1.2_bsp.JPG (109.05 KiB) 8761 mal betrachtet
85_5dpt_1.2_bsp.JPG
Kamera: 5Dmk2
Objektiv: 85 1.2 II
Blende: 1.8
ISO: 400
85_5dpt_1.8_bsp.JPG (109.02 KiB) 8771 mal betrachtet
85_5dpt_1.8_bsp.JPG
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Beitragvon miclindner » 28. Mär 2011, 19:09

Max hat geschrieben:
mayuka2 hat geschrieben:Ich denke, +4 dpt reichen mir. Oder gibt es da einen Qualitätsunterschied zwischen den beiden Stärken?


Das kann nicht pauschal beantwortet werden.

Bei langen Brennweiten ist deshalb ein Achromat mit geringen Dioptrien das Optimum, bei kürzeren sind höhere Dioptrien qualitativ gut einsetzbar.



??? ... Achromate sollte man generell eher an mittleren Teleobjektiven verwenden, da der vergrößernde Effekt mit abnehmender Brennweite des Grundobjektives abnimmt (bzw. der Achromat nicht mehr so effektiv "wirkt").

An KB hatte ich früher eine 3.8 dpt.-Linse (einen VA) an einem 105er Objektivkopf und bekam damit zusätzlich ohne großes zusätzliches Packmaß eine 75er Linse ("Gewinn" von gut 29%).
An meinem 60 mm Objektivkopf hätte das nur eine Brennweitenverkürzung auf 49 mm gebracht (also ein Gewinn von 18 %).

Bei der Stärke der Vorsatzlinse sollte man vielleicht besser darauf achten, dass die "Grundbrennweite" nicht zu sehr "verbogen" wird. Faustregel war da (wenn ich mich recht erinnere) immer 30 % oder Faktor 1,5 (damit liegt obige "Lösung" noch gerade knapp über der Grenze von rund 70 mm effektiver Brennweite). Mehr sollte man nicht machen, viel hilft also nicht viel, da die Einbußen in der Bildqualität dann überhand nehmen.

viele Grüße
Michael Lindner
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Beitragvon mayuka2 » 28. Mär 2011, 19:41

So einfach ist die Rechnung dann doch nicht. Da viel von der Bauweise des Objektivs abhängt. Ab ca. 80mm Brennweite sollte man nur noch +2 Dioptrien einsetzen, darunter max. +4 dpt. Höherwertige Dioptrien-Zahlen sind meist unrealistisch und "bildwölben" das Bild doch arg (von den CA's mal ganz zu schweigen), dadurch sind dann die Randbereiche unscharf.

Mein 85 1.2 z.B. zeigt ab Blende 5.6 scharfe Bilder. Das 85 1.8 hatte ich früher mal getestet, das kam selbst bei f/8.0 nicht an die Schärfe heran. Offenblende ist übrigens leider kein Kriterium für die Eignung für Nahlinsen. Ich habe damals die Raynox-Pro Nahlinsen verwendet und an allen möglichen Objektiven ausgetestet. Einzig am 150er Sigma zeigten die gute Ergebnisse. Bei anderen Makros (100er, 70er und 50er hatte ich damals wohl) waren die Ergebnisse nicht so der Hit.
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Beitragvon miclindner » 28. Mär 2011, 21:44

mayuka2 hat geschrieben:(1) Da viel von der Bauweise des Objektivs abhängt

(2) Ab ca. 80mm Brennweite sollte man nur noch +2 Dioptrien einsetzen, darunter max. +4 dpt.

(3) Mein 85 1.2 z.B. zeigt ab Blende 5.6 scharfe Bilder

(4) Offenblende ist übrigens leider kein Kriterium für die Eignung für Nahlinsen.

(5) Ich habe damals die Raynox-Pro Nahlinsen verwendet und an allen möglichen Objektiven ausgetestet. Einzig am 150er Sigma zeigten die gute Ergebnisse.



... zu

(1) da stimme ich Dir völlig zu, gerade die Bauweise moderner digitaler Objektive verkomliziert das ganze

(2) Beispiel: Also für eine 100 mm Linse nicht mehr als 2 dpt (= 83 mm) und für 60 mm dann im Gegenzug max. 4 dpt (= 48 mm Endbrennweite) ?

Nein, das ist zu konservativ, so eine Regel gibt es nicht. Nikon bietet für seine eigenen Objektive passende Achromate mit hohem Anspruch an: für die (Fest)Brennweiten 85 bis 200mm bzw. Filterdurchmesser 52 mm 3T (1.5 dpt) und 4T (2.9 dpt) und für (Fest)Brennweiten 70 bis 210 mm bzw. Filterdurchmesser 62 mm: 5T (1,5 dpt) und 6T (2.9 dpt). Im Bereich von 70 bis 210 mm sind also bis 3 dpt gut vertretbar und bei für Makro optimierten Linsen (sogenannte Objektivköpfe) geht es bei 105 mm noch bis 3.8 dpt mit sehr guten Ergebnissen (durchgetestet hat das der nicht gerade optisch schlecht beschlagende Dieter Gabler damals für Novoflex).

Olympus hatte für seinen (ich würde sagen "fast unerreicht guten") 80er Kopf einen VA mit 170 mm, also 5.9 dpt, also weit oberhalb Deiner 2 dpt-Grenze und das Gespann lieferte ausgezeichnete Werte an KB (ist bei mir aber auch an einem Crop-Sensor aktiv).

Wenn es Faustregeln gibt:
- die Dioptrienzahl des Achromaten sollte nicht größer als die des Objektivs sein, das spielt aber nur bei Telebrennweiten die Rolle, bei "Normalbrennweiten" wird dieser Wert nicht erreicht bzw. kollidiert mit den folgenden Regeln (um die Grenzen aufzuzeigen: 60 mm = 16,6 dpt, 200 mm Objektiv = 5 dpt)

- die Brennweite des Objektiv (in dpt.) sollte nicht viel größer sein als der Faktor 4 des Achromaten (z.B. Minolta Nr. 2 VA = 3.8dpt "passt" daher noch an ein 60 mm Objektiv, wenn dieses keine anderen Mankos hat, denn natürlich gibt es 60er mit wenig und mit viel Randunschärfen und anderen Objektivfehlern)

- oder die Endbrennweite der Kombination Objektiv+VA sollte nicht mehr als den Faktor 1,5 bzw. (konservativer) 30% von der Anfangsbrennweite abweichen (danach ist ein 3.8er VA an einem 200 mm Objektiv schon zu viel des Guten (114 statt 133/140 mm), geht aber an einer 50 mm Linse noch, obwohl der Vergrößerungseffekt da den (finanziellen) Aufwand nicht lohnt (das 50er wird zu einer 42 mm Linse)

- man sollte nur Zweilinser verwenden (VAs)


(3) wenn Du nun andere Erfahrungen gemacht hast, dann spricht das nicht dagegen, denn auch ein Doppellinser verstärkt die Objektivfehler und wenn das Objektiv z.B. bereits Randfehler aufweist, die im Normalbetrieb nicht auffallen ...
Obige Hilfen gelten daher streng genommen nur für "ideale" extra für den Makrobereich konstruierte Linsen (Objektivköpfe), sind aber mal ein guter Anhaltspunkt.

(4) habe ich auch nie behauptet, eben wegen der Randproblematik, ich habe nur bei Offenblende meine Messung durchgeführt, da ich auf die Schnelle nur freihand und bei natürlichem Licht arbeiten wollte;
gerade lichtstarke Objektive mit großem Linsendurchmesser sind für den Konstrukteur immer eine Herausforderung und daher auch teuer - die besten Makros zu günstigem Preis hatten daher oft erst F4.0 Offenblende, zumal man i.d.R. eh mehr abblenden musste (Schärfentiefe)


(5) also ich habe auch die Raynox-250 (ohne Pro ?), bekanntermaßen funktioniert sie sogar an einem Zoom wie dem 40-150er ZD hervorragend (s. DSLR-Forum, aber nicht über den gesamten Zoombereich), an anderen Objektiven wieder gar nicht; die Qualität ist trotz Plastikbauweise an digitalen Objektiven sogar besser (kontrastreicher) als mein alter guter Minolta-Achromat; man muss es aber immer austesten !
Die Raynox-Linsen haben aber ein Problem: Ihren "kleinen" Linsendurchmesser (unter 49); wegen der Randproblematik wäre es besser, wenn die VA-Linsen jeweils mindestens denselben Durchmesser wie das Grundobjektiv hätten (bei Zoomobjektiven kommt dann noch der Durchmesser des virtuellen Bildes im Strahlengang hinzu wie auch das Problem sich z.T. extrem weit verschiebender Linsen im Objektiv, siehe das genannte 40-150er ZD).

Vielleicht kommen daher auch die widersprüchlichen Ergebnisse.

Ich habe mit Achromaten verschiedener Hersteller (aber mit ähnlichen "Brechstärken") am gleichen Objektiv trotzdem leicht unterschiedliche Ergebnisse bekommen, es hängt also nicht generell an der Dioptrienzahl; meist war der einzig erkennbare Unterschied der Linsendurchmesser der VAs (was für den Hersteller natürlich ein Kostenfaktor ist, Raynox kommt ja an sich auch aus dem Videobereich, da sind die Linsendurchmesser eh deutlich kleiner als bei Spiegelreflexkameras)



Die Erfahrungen im dslr-Forum sprechen eigentlich für die Marumi-Linsen mit großem Durchmesser und die VAs von Raynox (150, 250)

Wer Interesse hat:

http://www.dslr-forum.de/showthread.php ... at&page=82



viele Grüße
Michael Lindner

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