Hallo Stefan,
ein Aspekt fehlt mir bislang in der Diskussion. Die Bildwirkung. Das ist
amS oft wichtiger als 3 cm Abstand zum Motiv. Du kannst mit längerer Brennweite leichter freistellen, was tagsüber ein Vorteil sein kann, wenn man sich den
HG nicht aussuchen kann. An der Naheinstellgrenze kann das aber auch ein Nachteil sein, weil Du trotz starken Abblendens mitunter keine Struktur in den
HG bekommst und der eintönig werden kann. Mit einem Cropsensor verstärkt sich das nochmals.
M. E. haben alle Brennweiten eine Daseinsberechtigung und wenn man mehrere Objektive hat, kann man das entsprechend nutzen. Ich merke manchmal auch erst beim Fotografieren, dass ich statt des 100ers besser 180 mm nehmen sollte und umgekehrt.
Seit ich Kameras mit interner Bracketingfunktion nutze, ist der Wechsel seltener nötig, weil man mit kleiner BW notfalls einen Stack mit großer Blende machen kann, anstatt für
ST abzublenden und dann einen unruhigen
HG hat. Das 180er kommt aktuell eher für Bilder mit kleinem
ABM zum Einsatz, um den
HG zu komprimieren, damit man kein Landschaftsbild fabriziert.

Tagsüber können 3 cm mehr Abstand zum Motiv schon mal nützlich sein. Da sind aber viele eher freihand unterwegs und ein dickes 180er wie das Sigma 180 OS entpuppt sich als nicht so handlich wie ein 100er. Ich fotografiere aber fast ausschließlich morgens und abends vom Stativ. Da spielt der Abstand an der Naheinstellgrenze keine große Rolle. Entweder ist das Motiv vorher schon weg oder man kann ohnehin so nah ran, dass man es streicheln kann.
Ich kann das Sigma 180 2.8 OS empfehlen. Es hat ein schönes Bokeh. Gebraucht wird das um die 800 € gehandelt, man sieht es nur nicht so oft. Bei den Drittherstellern muss man aber gerade bei den alten Linsen checken, ob sie an den neuen Canons funktionieren. Mein 180er lief/ läuft aber problemlos an R, R6 und jetzt R5. Da musste nur die kamerainterne Objektivkorrektur abgeschaltet werden.