Gefällt mir gut hier - Wer hilft beim Makroeinstieg?

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Alexander
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Gefällt mir gut hier - Wer hilft beim Makroeinstieg?

Beitragvon Alexander » 9. Okt 2006, 11:45

Hallo,
mein Name ist Alexander ich fotografiere seit einigen Jahren mit Spiegelreflexkameras, aktuell mit dem digitalen E-System von Olympus. Ich hatte aber noch nie ein Makroobjektiv. Durch Zufall habe ich dieses Forum entdeckt und hab begeistert Eure Bilder angesehen - hat richtig Spaß gemacht. Auch der Umgangston und die Art wie hier diskutiert und geholfen wird, fand ich sehr ansprechend.
So was will ich hier? Natürlich in den Makrobereich einsteigen! Ich hoffe auf Eure Hilfe und auf mein Lernen in diesem Bereich.

Kann mir jemand helfen? Ich möchte ein Makroobjektiv kaufen. Folgendes geht mir so durch den Kopf:

- Ich gehe mal davon aus, dass ich in der freien Natur arbeiten will. (Insekten und Pflanzen, die genauen Präferenzen erkennt man ja wahrscheinlich erst, wenn man mal eine Weile im Makrobereich gearbeitet hat)

- Geblitzte Bilder gefallen mir weniger, möchte mir auch erstmal keinen Zangen- oder Ringblitz anschaffen

- Ich möchte meine Gesamtausrüstung sinnvoll ausbauen. Nachdem ich meine Analogausrüstung verkauft habe, ist mir aufgefallen, dass ich da eigentlich viel zu viel hatte. Mir ist es lieber einen kleinen und feinen Objektivpark zu haben, der transportabel ist und auch eingesetzt wird. Zuviele Spezialobjektive schleppt man nicht immer mit. Aktuell habe ich das 14-54 (2.8-3.5) = KB 28-108 und ein 50-200 (2.8-3.5) = KB 100-400, sowie einen "normalen" Blitz, sowie einen Zwischenring. Stativ ist vorhanden, wenn auch nicht so gut, da man keine Bilder in Bodennähe machen kann. Muss ich langfristig wohl mal über einen Austausch nachdenken oder eben mit anderen Hilfsmitteln arbeiten.

- Von Olympus gibt es ein 35iger (3.5) und ein 50iger (2.0) Makro und aktuell eben die bekannten 105er und 150er von Sigma (Bitte beachtet, dass man bei Oly mit x 2 rechnen muss) Beim 50iger ist auf kleinbildbezogen 1:1 möglich, bei den Sigmas 2:1

- Ich habe seit geraumer Zeit im Makrobuch von Gilles und Loaec gelesen und mir die Fotos angeschaut. Dorst ist mir aufgefallen, dass fast alle Fotos mit 100mm (KB!!!) aufgenommen wurden. Die Insektenbilder in diesem Forum sind aber fast alle mit deutlich mehr Brennweite aufgenommen worden. Hat mich etwas irritiert.... Wer kann dazu was schreiben?

Ja, was soll ich jetzt kaufen: Oly 50 2.0 (=KB 100, 1:1, minim. Abstand 10 cm) oder Sigma 105 (= KB 210, 2:1 minim. Abstand ca. 12 cm) Ich bin mir eben nicht sicher, weil ich nicht einschätzen kann was die Abstände in der Praxis ausmachen. Ist meine Überlegung richtig, dass ich beim 105er mehr Platz (als die 12 cm) vor der Linse habe, wenn ich in der Größe 1:1 fotografiere? Verdoppelt sich der Aufnahmeabstand??? Eigentlich lautet die Frage: Wie groß ist der Aufnahmeabstand dieser beiden Objektive bei 1:1? Ach ja, letzte Frage. Immer Stativ oder geht es auch ohne? Da wird es ja wohl auch einen großen Unterschied machen, welches Objektiv ich nehme. Ich habe aktuell mit meinem 50-200 freihand einige Schmetterlingsbilder machen können (ISO 400 Blende 3,5), die mir schon ganz gut gefallen. Trotz großem Ausschuß.Neben meiner schweren E1 und meinen beiden Objektiven hätte ich sicher kein Stativ mehr transportieren können (da Urlaub!) Kommt man vielleicht mit kurzen Brennweiten und ohne Stativ in bestimmten Situationen weiter?

Ich glaub, ich hab Probleme mich kurz zu fassen... :wink:

Grüße,
Alexander
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Artpix
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Beitragvon Artpix » 9. Okt 2006, 12:21

Hallo Alexander,

herzlich willkommen!

Die Oly-Makroobjektive kenne ich nicht.

Ich habe das Sigma 150/2,8 und bin mit dem Objektiv sehr zufrieden und würde mir kein anderes kaufen.

Der Vorteil bei den längeren Brennweiten ist, dass die Fluchtdistanz auch größer ist (d.h. der Abstand zu dem Motiv bei z.B. 1:1).
Das 150/2,8 ist ziemlich wertig verarbeitet und es ist ziemlich schnell für ein Makroobjektiv. Wir fotografieren zwar meist alle mit manuellem Fokus, aber du kannst das Objektiv ja auch für andere Aufnahmezwecke einsetzen.
Wahrscheinlich ist es einfacher mit einer kleineren Brennweite von Hand zu fotografieren, aber ich nutze fast grundsätzlich ein Stativ bei der Makrofotografie.

Gruß Jörn

Gruß Jörn
Tommy Lehmann
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Beitragvon Tommy Lehmann » 9. Okt 2006, 15:07

Servus und willkommen im Forum :-)

Also die Brennweite ... ja da würde ich zu 150 mm raten (hab selbst nur 105) ... bei 105 mm kommt es manchmal vor das ich mit dem Abbildungsmaßstab verkleinern muss um alles drauf zubekommen, was beim 150er dann besser ist.

Zum Thema Freihand ... es gibt Leute die es Freihand hinbekommen, aber in der Regel ist Stativ und Kabelauslöser Pflicht ... wobei ich denke das ein 150er schwerer ist als ein 105mm und somit leichter Freihand verwackelt.
Alexander
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Beitragvon Alexander » 10. Okt 2006, 23:19

Vielen Dank für Eure Beiträge.
Vielleicht hat hier ja jemand Objektive mit verschiedenen Brennweiten im Einsatz und kann mal was über seine Erfahrungen mit den Arbeitsabständen schreiben.

Ich frische meine Frage nochmal auf:
-- Olympus 50 2.0 (= KB 100 mm !; 1:1) Arbeitsabstand bei 1:1 10 cm oder
-- Sigma 105 ( = KB 210mm; 2:1)

Beim Olympus ist nichts negatives zu finden:
- extrem kompakt 6,1cm lang 7,1cm breit, 300 gm, Filterdurchmesser: 52mm
- spritzwassergeschützt
- nach übereinstimmender Meinung voll offenblendtauglich und somit auch interessant für Portaits

Nur eben die Frage: Kann man damit sinnvoll arbeiten (Tiermakros)? Vielleicht gibt es hier ja noch Meinungen dazu. Irgendwo hier habe ich auch schon gelesen, dass gewisse Telebrennweiten auch übertrieben sind.

Grüße von Alexander
Alexander
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Beitragvon Alexander » 10. Okt 2006, 23:19

Vielen Dank für Eure Beiträge.
Vielleicht hat hier ja jemand Objektive mit verschiedenen Brennweiten im Einsatz und kann mal was über seine Erfahrungen mit den Arbeitsabständen schreiben.

Ich frische meine Frage nochmal auf:
-- Olympus 50 2.0 (= KB 100 mm !; 1:1) Arbeitsabstand bei 1:1 10 cm oder
-- Sigma 105 ( = KB 210mm; 2:1)

Beim Olympus ist nichts negatives zu finden:
- extrem kompakt 6,1cm lang 7,1cm breit, 300 gm, Filterdurchmesser: 52mm
- spritzwassergeschützt
- nach übereinstimmender Meinung voll offenblendtauglich und somit auch interessant für Portaits

Nur eben die Frage: Kann man damit sinnvoll arbeiten (Tiermakros)? Vielleicht gibt es hier ja noch Meinungen dazu. Irgendwo hier habe ich auch schon gelesen, dass gewisse Telebrennweiten auch übertrieben sind.

Grüße von Alexander
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Beitragvon Radomir Jakubowski » 11. Okt 2006, 06:40

also du hast immer den abbildungsmaßstab der auf dem Objektiv steht, beim 50 hast du 1:2 beim 105er hast du 1:1. denn 1cm ist auf deinem sensor 1cm das bedeutet 1:1. 1:1 und 2:1 KB finde ich sehr verwirrend und das ist auch nicht wirklich korrekt ;)
Außerdem ändert sich die Brennweite nicht, nur der Bildausschnitt. du hast also weiterhin 105 oder 50mm Brennweite.
ich würde mich am anfang für das 105er entscheiden, wenn du noch nicht so genau weißt was du machen willst, denn das ist am vielseitigsten. ;)
Gruß Radomir
Alexander
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Beitragvon Alexander » 17. Okt 2006, 22:32

Hallo Radomir!

Du hast recht, es ist nicht ganz korrekt. Hab ich auch nur gemacht, weil hier systemübergreifend gearbeitet wird, aber wohl häufig mit crop 1,5 (Viele scheinen mit C. oder N., also mit crop 1,5 zu arbeiten) Da es bei Olympus eben "2" ist wollte ich eigentlich der Verwirrung entgegenwirken.

Wärst Du damit einverstanden:
Das Sigma 105 wirkt an
- Canon/Nikon(crop 1,5) wie ca. 155mm bezogen auf KB
- Olympus (crop 2) wie ein 210 mm bezogen auf KB

Das Oly Zuiko 50 2.0 würde an
- Canon/Nikon (crop 1,5) wie ein 75 mm bezogen auf KB wirken
- Olympus (crop 2,0) wie ein 100 mm bezogen auf KB wirken

Die Frage, ob z.B. 100 mm für einen bestimmten Zweck Sinn machen, halte ich für nicht so aufschlussreich. Woher weiß ich, ob der Antwortende analog, mit Crop 1.5, 2,0 oder bezogen auf Vollformat antwortet??

Ich habe gesehen, dass Du 3 verschiedene Makrobrennweiten benutzt. Und wenn ich Deine Bilder betrachte, dann weiß ich dass Du definitiv Ahnung hast! Es wird in diversen Foren so viel oft auch sehr gegensätzlich geschireben. Leider hat man dort nicht die Möglichkeit im wahrsten Sinne des Worters zu sehen, ob da wirklich Ahnung dahinter steckt. (Dieses Gefühl habe ich hier aber gar nicht.)Ich würde mich freuen, wenn Du hier mal die Vor- und Nachteile der verschiedenen Brennweiten auflistet. Vielleicht auch für was Du sie jeweils einsetzt. Interessant wären auch die Aufnahmeabstände von der Frontlinse zum Objekt.

So, hoffe, dass ich mit meinen "Forderungen" nicht zu unverschämt war. Schon mal vielen Dank für Deine Antworten. Viele Grüße von Alexander!
Radomir Jakubowski
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Beitragvon Radomir Jakubowski » 18. Okt 2006, 10:53

Alexander hat geschrieben:Die Frage, ob z.B. 100 mm für einen bestimmten Zweck Sinn machen, halte ich für nicht so aufschlussreich. Woher weiß ich, ob der Antwortende analog, mit Crop 1.5, 2,0 oder bezogen auf Vollformat antwortet??

Ich habe gesehen, dass Du 3 verschiedene Makrobrennweiten benutzt. Und wenn ich Deine Bilder betrachte, dann weiß ich dass Du definitiv Ahnung hast! Es wird in diversen Foren so viel oft auch sehr gegensätzlich geschireben. Leider hat man dort nicht die Möglichkeit im wahrsten Sinne des Worters zu sehen, ob da wirklich Ahnung dahinter steckt. (Dieses Gefühl habe ich hier aber gar nicht.)Ich würde mich freuen, wenn Du hier mal die Vor- und Nachteile der verschiedenen Brennweiten auflistet. Vielleicht auch für was Du sie jeweils einsetzt. Interessant wären auch die Aufnahmeabstände von der Frontlinse zum Objekt.


erstmal die Brennweite bleibt immer gleich, der Crop hat keine Auswirkungen auf die Brennweite nur auf den Bildausschnitt.

je länger die Brennweite, desto besser kannst du damit freistellen, die Bilder wirken aber auch flacher.
je kürzer die Brennweite, desto mehr tiefe kannst du erreichen, die Bilder wirken mehr 3d (weiß nicht wie ich es beschreiben soll)

zu den Objektiven ich empfehle dir als einsteiger ein objektiv der 100mm klasse, also das sigma 2,8 105mm bei dir.
diese Objektive sind einfach am vielseitigsten einzusetzen. mit dem 50er musst du oft zu nah ran, gerade bei Insekten.
Außerdem empfehle ich das sigma 105er, da du bei bedarf irgentwann auch eine Stativschelle dazukaufen kannst.

zu den abständen kann ich dir nix sagen, da ich sie nicht gemessen habe. habe auch grad keine zeit, muss noch packen (morgen fahre ich in den Bayerischen Wald) und ich muss auch noch auf ein Seminar heute.
Gruß
Radomir
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Beitragvon junior » 18. Okt 2006, 11:36

Radomir hat geschrieben:zu den abständen kann ich dir nix sagen, da ich sie nicht gemessen habe. habe auch grad keine zeit, muss noch packen (morgen fahre ich in den Bayerischen Wald) und ich muss auch noch auf ein Seminar heute.


ich habe es mal vor längerer Zeit gemessen ... bei Nicon Crop 1.6 ... sieht es so aus ...


Beim 105'er von Sigma liegt die Naheinstellgrenze laut Sigma bei 31,3 cm (der tatsächliche geringste
Abstand wo ich noch Scharfstellen kann liegt bei ~ 13cm 1:1 ) beim 180'er sind das laut Sigma 46 cm
(der tatsächliche geringste Abstand wo ich noch Scharfstellen kann liegt hier bei ~ 24cm 1:1 )
Gruß Jens


live long and prosper
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Beitragvon Radomir Jakubowski » 18. Okt 2006, 12:12

junior hat geschrieben:

Beim 105'er von Sigma liegt die Naheinstellgrenze laut Sigma bei 31,3 cm (der tatsächliche geringste
Abstand wo ich noch Scharfstellen kann liegt bei ~ 13cm 1:1 ) beim 180'er sind das laut Sigma 46 cm
(der tatsächliche geringste Abstand wo ich noch Scharfstellen kann liegt hier bei ~ 24cm 1:1 )


sigma misst den sensorabstand zum Motiv ;) und mit dem crop hat der abstand nix zu tun.
Gruß Radomir

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