Marion 'shali' hat geschrieben:Was mir ganz besonders gefällt, sind Nahaufnahmen. Nur leider geht das mit dem im Kit vorhandenem Objektiv nicht wirklich. Jetzt meine Frage, welche Objektive passen da besser oder habe ich auch noch andere Möglichkeiten (habe von Zwischenringen gelesen??!!???). Ich suche für den Anfang die preisgünstigere Variante!!!!
Die beste Möglichkeit, dein Standardzoomobjektiv für den Nahbereich zu ertüchtigen, sind ein oder zwei Nahlinsen ... und preiswert sind sie obendrein. Zwischenringe sind für dein Zoom aus verschiedenen Gründen weniger gut. Sie würden zwar funktionieren, und wenn du einen passenden Satz Zwischenringe schon hättest, könntest du ihn auch benutzen. Aber extra anschaffen würde ich keine -- nimm lieber Nahlinsen. Die sind einfacher in der Handhabung und liefern die besseren Resultate.
Nahlinsen gibt's in verschieden Ausführungen. Sie unterscheiden sich a) in der Bauart, b) in der Stärke und c) im Einschraubdurchmesser.
Es gibt zwei Bauarten für Nahlinsen: einfach und achromatisch. Achromatische Nahlinsen (auch Vorsatzachromate genannt) bestehen aus zwei Linsen statt einer und sind daher etwa doppelt so dick wie einfache. Sie sind auch besser und dafür etwa drei- bis viermal so teuer.
Die Stärke von Nahlinsen wird in Dioptrien (kurz: dpt) gemessen, genau wie bei Brillengläsern. +1 dpt wäre eine schwache Nahlinse, +2 dpt eine mittlere, +4 dpt eine starke und +6 bis +10 dpt eine sehr starke. Je stärker die Nahlinse, desto größer die mögliche Vergrößerung, desto kleiner der mögliche Einstellbereich und desto geringer aber auch die Bildqualität. Man kann also nicht einfach beliebig starke Nahlinsen einsetzen, sondern man muß ihre Stärke auf das Objektiv abstimmen, an dem sie benutzt werden sollen. Faustregel: Je länger die Brennweite des Objektives, desto geringer sollte die Stärke der Nahlinse sein. Bei schwachen Nahlinsen reichen einfache oftmals aus; starke sollten eher achromatisch sein ... doch das hängt auch vom jeweiligen Objektiv ab.
Der Einschraubdurchmesser sollte selbstverständlich dem Filtergewinde-Durchmesser deines Objektives entsprechen. Der Durchmesser der Nahlinse darf auch ruhig größer sein, dann kann man sie mit einem Filteradapterring anpassen. Soll die Nahlinse auf verschiedenen Objektiven eingesetzt werden, so muß sie auf das mit dem größten Filtergewinde passen; auf die kleineren wird sie dann mit Adapter geschraubt. Leider findet man die gewünschte Nahlinse nicht immmer im benötigten Durchmesser, dann nimmt man eben die nächstgrößere Größe.
Welche Stärke für dein Objektiv am passendsten wäre, hängt von seinem Brennweitenbereich und vor allem seiner Nahgrenze ab. Für die meisten Standardzooms sind etwa +2 dpt passend. Wenn du's genauer wissen willst, dann gib die Daten deiner Objektive an -- ich vermute, es handelt sich um das EF-S 18-55 mm, stimmt's? Oder du kaufst dir kurzerhand einen Satz einfacher Nahlinsen mit +1, +2 und +4 dpt, die werden überall für wenig Geld angeboten (z. B. bei Foto-Brenner oder so) und sind für den Einstieg mit schmalem Budget genau richtig. Bei höheren Ansprüchen an die Abbildungsleistung wäre die achromatische Nahlinse Canon 500D (+2 dpt) eine gute und vielempfohlene Alternative.
Der Königsweg zur Nah- und Makrofotografie wäre natürlich ein richtiges Makroobjektiv. Aber das kostet halt gleich einige hundert Euro.
-- Olaf



