ist der chip schuld?

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ist der chip schuld?

Beitragvon marc » 12. Dez 2006, 19:25

also folgende ausgangslage:

ich fotografiere mit der canon eos350d und dem sigma 150mm. (das wisst ihr ja bereits)
nun wollte ich mal zum austesten ein bild auf postergrösse 75x50 machen lassen und bin nach entsprechenden schwierigkeiten nun etwas verunsichert und entäuscht.

nach einem ersten fehlversuch mit einem jpg, habe ich dann das ganze aus dem raw format direkt in ein 16bit-tif umgewandelt und im photoshop bearbeitet (histogramm, schärfe, sättigung). trotzdem ist keine besserung aufgetreten.

Problem: die farbverläufe sind total unschön und wirken "fladrig" wie als ob man ein jpg mit hoher kompression anguckt.

der verkäufer im fotofachgeschäft nahm das problem sehr ernst und hat mehrere versuche gemacht. nach rücksprache meinte er, dass da der chip der 350d schuld sei und die neue generation der kameras in dieser sache viel besser taugen. (400d, 30d)
zu ergänzen ist, ich bin in diesem fotofachgeschäft guter kunde, für die bilder musste ich schlussendlich nix bezahlen und ich bin auch sicher, dass man mir nicht einfach eine neue kamera "andrehen" wollte.

kann mir jemand diese aussage bestätigen? oder hat jemand eine idee wo ich sonst nach dem problem suchen soll?

es handelte sich um dieses bild:
http://www.makro-forum.de/fpost16772.html#16772

bereits im voraus besten dank für euer feedback.
[hr]canon eos 7d & 5d mk III · sigma 150mm 1:2.8 macro · manfrotto 055prob mit getriebeneiger · makroschlitten[hr]was ist die schoenheit der natur ohne das fuehlende herz, das sie zu empfinden vermag? - sophie mereau
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Beitragvon markus k » 12. Dez 2006, 21:25

Also ich habe mit meine ehemaligen EOS 300D einmal ein Poster mit
den Abmessungen 100 x 70 cm ausbelichten lassen und das sah absolut
scharf aus.
Versuche vielleicht einmal nach der Bearbeitung des Bildes die DPI Zahl
in PS zu erhöhen. Findest du dort wo du die Bildgröße einstellen kannst.
Ich habe sie damals auf 300 DPI erhöht, vielleicht hilft dir das weiter.
Gruß Markus
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Beitragvon Radomir Jakubowski » 12. Dez 2006, 21:29

also an der 350d liegt es nicht.
Ich kann mit meiner 10d 90*60 machen ohne probleme. Villeicht falsch bearbeitet? villeicht massive Tonwertabbrüche im HG erzeugt? villeicht ein unkalibrierter Monitor? oder der bei dem du druckst hats einfach nicht drauf?
Gruß Radomir
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Beitragvon marc » 12. Dez 2006, 21:45

fein, ich habe gehofft sowas zu hören. somit werde ich noch etwas weiter austesten.

@radomir
grundsätzlich kann es alles von dir genannte sein...

danke euch!
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Beitragvon Tommy Lehmann » 12. Dez 2006, 22:43

140 cm x 40 cm ... hängen in Top Qualität über meinem Bett, gemacht mit der EOS 350 D
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Re: ist der chip schuld?

Beitragvon 01af » 13. Dez 2006, 11:40

marc hat geschrieben:Nach Rücksprache meinte er, dass da der Chip der 350D schuld sei und die neue Generation der Kameras in dieser Sache viel besser taugen (400D, 30D).

Diese Aussage ist hanebüchener Unsinn. Jener Verkäufer hat keine Ahnung -- doch auf irgendeiner Schulung hat man ihm wohl eingebleut, niemals vor dem Kunden Unwissenheit zuzugeben. Also erzählt er dir irgend einen Scheiß, wenn er mit seinem Latein am Ende ist.

Was denn nun der Grund für dein Problem ist, weiß ich allerdings auch nicht. Es ist aber auch ein schwieriges Bild, mit all den subtilen, großflächigen Farbverläufen. Vermutlich ist der Drucker bzw. Ausbelichter schuld ... es ist nämlich üblich, daß Digitalfotos beim Ausdrucken bzw. Ausbelichten pauschal "digital optimiert" werden. Für die Masse mittelmäßiger Knipsbildchen ist auch durchaus sinnvoll. Doch ein Bild wie deines bringt das um. Und vermutlich konnte der Verkäufer jene "Optimierung" nicht umgehen oder abschalten -- und wahrscheinlich ist das noch nicht einmal seine Schuld.

Versuch's einmal bei einem Profi-Service ...

-- Olaf
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Beitragvon 01af » 13. Dez 2006, 15:14

Ich habe noch einmal über das Problem nachgedacht. Ein konkreter Grund, warum es bei subtilen Farbverläufen zu Abrissen und Stufenbildung kommen kann, wäre folgender: Umwandlung der Bilddaten ins 8-bit-Format und anschließende (!) Konvertierung von einem großen Farbraum (z. B. Adobe RGB oder Pro Photo RGB) nach sRGB. Diese Umwandlungen könnten möglicherweise vom Drucker/Ausbelichter still und leise im Rahmen der "digitalen Optimierung" durchgeführt werden.

Würde ein Bild mit großem Farbraum einfach unter Ignorierung des Farbprofiles fälschlich als sRGB ausgegeben, so käme es nicht zu Farbabrissen, sondern "nur" zu einer flauen, kraftlosen Wiedergabe.

Also ergeht folgende Frage an Marc: Wie hast du dein Bild bearbeitet? Welche Farbtiefe und welches Farbprofil hast du verwendet? Du solltest die Datei, die du konkret zur Ausgabe im Laden ablieferst, erst in den sRGB-Farbraum konvertieren (am besten schon bei der Rohdatenkonvertierung) und anschließend (!) ins 8-bit-RGB-Format umwandeln. Denn mit 8-bit-sRGB-Dateien kommen die Drucker/Ausbelichter generell am besten zurecht. Alle Farb-, Tonwert- und Kontrastmodifikationen wären selbstverständlich vor der Umwandlung ins 8-bit-Format vorzunehmen.

Wenn du das aber sowieso schon so gemacht hattest und dennoch das Problem auftritt, dann weiß ich auch nicht weiter ...

-- Olaf
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Beitragvon marc » 13. Dez 2006, 20:05

danke olaf fürs nachdenken.

wenn ich das so lese bich ich froh zugeben zu müssen, dass ich bestimmt einigens nicht optimal gemacht habe.

der erste versuch, das habe ich auch recht schnell begriffen, habe ich fälschlicherweise von anfang bis ende im komprimierten jpg-format gemacht.
der zweite versuch war dann direkt vom raw ins 16bit tif-format konvertiert und bearbeitet worden.

nun habe ich noch den farbraum überprüft. fotografiert habe ich im sRGB.
und wie du schon richtig bemerkt wurde, habe ich auch keine farbprofile, resp. kalibrierung meines monitors vorgenommen.

ich stelle einmal mehr fest, dass der weg zum versierten fotografen weit ist.
motiv sehen, motiv richtig festhalten, bild richtig bearbeiten für den monitor, bild richtig bearbeiten für den druck, und noch all die dinge, welche mir noch nicht bewusst sind.

auf jedenfall bin ich froh dass ich erstens keine neue kamera kaufen muss und zweitens weiteren lernstoff gefunden habe ;)

ich habe mir übrigens nun das buch "die digitale dunkelkammer" zugelegt. und nach einer ersten vertiefung scheint mir da ein guter kauf gemacht zu haben.

besten dank nochmal!
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Beitragvon 01af » 14. Dez 2006, 12:49

marc hat geschrieben:Der zweite Versuch war dann direkt vom Raw- ins 16-bit-TIFF-Format konvertiert und bearbeitet worden. Nun habe ich noch den Farbraum überprüft. Fotografiert habe ich im sRGB.

Offenbar hast du im Format Raw+JPEG fotografiert, also beides zugleich. Daß deine Kamera auf sRGB eingestellt war, betrifft nur die JPEG-Datei (und für diese ist sRGB in der Regel auch die richtige Wahl). Für die Rohdatei ist die Farbraum-Einstellung an der Kamera hingegen wurstegal. Rohdaten haben kein Farbprofil. Erst wenn die Rohdaten in ein Bildformat konvertiert werden (also z. B. in JPEG oder TIFF), wird ihnen vom Rohdatenkonverter ein Farbprofil zugewiesen. Dieses ist zum Zeitpunkt der Rohdatenkonvertierung frei wählbar und hat mit der Kameraeinstellung nichts zu tun.

Welches hast du also gewählt? Und überhaupt -- was für Bearbeitungsschritte hast du durchgeführt, und in welcher Reihenfolge?


marc hat geschrieben:Und wie du schon richtig bemerkt wurde, habe ich auch keine Farbprofile, resp. Kalibrierung meines Monitors vorgenommen.

Sofern deine Monitoreinstellung nicht total vermurkst ist, dürfte das nicht allzu viel ausmachen. Insbesondere kann das nicht der Grund für stufige Farbübergänge bei der Ausbelichtung sein. Schlimmstenfalls handelst du dir einen Farbstich ein, und evtl. einen abweichenden Kontrast.

-- Olaf

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